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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Buvette; Bux; Buxentĭus; Buxhoevden; Buxholz; Buxin; Buxtehude; Buxton

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Buvette - Buxton

anstalt; bedeutenden Handel, besonders mit Getreide. In der Nähe die Strafanstalt für beide Mecklenburg Dreibergen (265 Gefangene). - B. ist eine alte Stadt; sie wurde 1302 von den Bischöfen von Schwerin in deren Gebiet gestiftet und war von da an bischöfl. Residenz. 1648 kam sie mit dem Stift Schwerin an Mecklenburg. Im Anfang des 18. Jahrh. ließen sich hier viele franz. Réfugiés nieder, welche Fabriken anlegten. Von 1760 bis 1789 bestand in B. die vom Herzog Friedrich hierher von Rostock, soweit sie unter seinem Patronat stand, verlegte Universität, die dann wieder mit der in Rostock verbliebenen Hälfte vereinigt wurde, und von 1760 bis 1780 ein fürstl. Pädagogium.

Buvette (frz., spr. büwétt), Trinkstube, Erfrischungszimmer (im Theater, auf Bahnhöfen u. s. w.).

Bux (Buxbaum), s. Buchsbaum.

Buxentĭus, s. Busento.

Buxhoevden, Friedr. Wilh., Graf von, russ. Feldherr, geb. 14. (25.) Sept. 1759 auf dem Krongut Magnusthal der Insel Mohn, aus einer alten livländ. Adelsfamilie, zeichnete sich 1770 bei der Belagerung von Vender aus, ward Adjutant des Fürsten Orlow, den er auf seinen Reisen in Deutschland und Italien begleitete, kämpfte 1789 als Commandeur des Kexholmschen Regiments siegreich gegen Schweden, dann 1792-94 unter Suworow gegen Polen, ward Gouverneur von Warschau, 1796 Generallieutnant und Generalgouverneur von Petersburg, 1795 in den preuß., 1797 in den russ. Grafenstand erhoben. Für seine Thätigkeit in Polen war er mit Domänengütern in Esthland belohnt worden; auf diese zog er sich 1798-1802 zurück. 1802 wurde er als Präsident eines besondern Komitees mit der Regelung der ungleich verteilten Ortsabgaben beauftragt, die B. dann auch zu allgemeiner Zufriedenheit bewirkte. 1803 wurde er Generalgouverneur in den Ostseeprovinzen: 1805 befehligte er in der Schlacht bei Austerlitz den linken Flügel des russ. Heers; 1806 übernahm er das Kommando der russ. Armee in Preußen, wurde zeitweilig von Bennigsen verdrängt, erhielt aber wieder den Oberbefehl über den Rest der Armee 1807, die er am Dnjepr und der Düna organisieren sollte. Im Kriege gegen Schweden 1808 eroberte B. in 10 Monaten durch 6 See- und 27 Landtreffen ganz Finnland bis zum Torneå und brachte Sweaborg zur Kapitulation. Ein Zerwürfnis mit Araltschejew nötigte ihn Ende 1809 das Kommando niederzulegen. Er starb 23. Aug. (4. Sept.) 1811 auf seinem Schlosse Lohde in Esthland.

Buxholz, s. Buchsbaumholz.

Buxin, eine organische Base, die in den Blättern des Buchsbaums vorkommt, von der Zusammensetzung C_{18}H_{21}NO_{3}.

Buxtehude, Stadt im Kreis Jork des preuß. Reg.-Bez. Stade, an der schiffbaren Este, 7 km von deren Einmündung in die Elbe, und an der Linie Harburg-Curhaven (Unterelbesche Eisenbahn) der Preuß. Staatsbahnen, hat (1890) 3453 (1755 männl., 1698 weibl.) E.,darunter 68 Katholiken, Post zweiter Klasse, Telegraph, Amtsgericht (Landgericht Stade), Dampferstation, Steueramt; eine got. 1285-96 erbaute Hauptkirche St. Petri, Rathaus, ein Realprogymnasium (8 Lehrer, 7 Klassen, 172 Schüler), höhere Bürger-, höhere Mädchen- und Baugewerkschule; Fabrikation von Cement, Öl (2 Fabriken), Seife (2), Farben, Papier und Leder; Gerbereien, Leimsiedereien: besuchte Pferdemärkte, Handel mit Vieh, Steinen, Holz, Torf, Honig, Wachs u. s. w. und steht mit Hamburg in lebhafter Schiffahrtsverbindung. In der fruchtbaren, wiesenreichen Umgegend und den nahen Marschen wird starke Viehzucht und Obstbau getrieben. - B., schon 959 urkundlich erwähnt, erhielt 1273 von dem Erzstifte Bremen, dessen zweite Stadt es wurde, Stadtgerechtsame, wurde 1369 Mitglied der Hansa, hatte blühenden Handel, trat 1543 der Reformation bei und war bis 1682 Festung. Von da an teilte es die Schicksale des Herzogtums Bremen.

Buxtehude, Dietrich, Orgelspieler und Komponist, geb. 1635 zu Helsingör als Sohn des Organisten Johann B. (gest. 22. Jan. 1674), der ihn in Theorie und Orgelspiel unterrichtete. Seit 1668 Organist an der Marienkirche zu Lübeck, erwarb sich B. einen Weltruf als genialer Orgelspieler. Joh. Seb. Bach verehrte ihn als Meister. B. starb 9. Mai 1707 zu Lübeck. Seine Kompositionen sind zum größten Teil verloren; einige wertvolle Orgelstücke veröffentlichte Spitta (2 Bde., Lpz. 1876-78).

Buxton (spr. böxt'n), Badeort und Marktstadt in der engl. Grafschaft Derby, in einem nur durch den Wyefluß geöffneten, bewaldeten Thalkessel des Peakgebirges, 44 km im NW. von Derby, in 312 m Höhe, hat (1891) 7424 E., viele schöne Gebäude, darunter das zum Andenken an das Jubiläum der Königin 1888-89 erbaute Stadthaus mit Freibibliothek, das 1858 gestiftete Hospital (jährlich 3000 Kranke) und den Palast Crescent mit toscan. Säulen, Bibliothek und Bädern, den 1781 der Herzog von Devonshire erbauen ließ. Er grenzt an die unter Elisabeth vom Earl von Shrewsbury gebaute alte Halle, jetzt Wirtshaus, in der Maria Stuart gefangen saß. B. ist wichtig durch seine schon den Römern bekannten und jährlich von etwa 6000 Personen besuchten, gegen Rheumatismus wirksamen warmen Mineralquellen (28° C., im Bassin 25°). Unweit von B. die Pools-Hole, eine 594 m tiefe Stalaktitenhöhle, und in 4,8 km Entfernung der 551 m hohe Axe-Edge.

Buxton (spr. böxt'n), Sir Thomas Fowell, engl. Philanthrop und Politiker, geb. 1. April 1786 zu Earls Colne in Esser, besuchte die Universität zu Dublin und wurde 1808 durch Heirat Teilhaber einer großen Londoner Brauerei. Er beteiligte sich eifrig an philanthropischen Bestrebungen, trat für die Armenbevölkerung von Spitalfields, dann für die Verbesserung des Gefängniswesens ein und veröffentlichte seine Erfahrungen in "Enquiry, whether crime and misery are produced or prevented by our present system of prison discipline" (Lond. 1818). 1818 wurde er Mitglied des Unterhauses und arbeitete auch hier für seine Bestrebungen.Seit 1822 wirkte er besonders gegen die Negersklaverei, 1824 übernahm er die parlamentarische Leitung dieser Sache aus den Händen Wilberforces und hatte die Freude, 1833 die Abschaffung der Sklaverei in allen brit. Kolonien als Gesetz verkündet zu sehen. (S. Sklaverei.) In der Schrift "The African slave trade" (Lond. 1839; deutsch von Julius, Lpz. 1841) drang er auf Verschärfung der zur Unterdrückung des Sklavenhandels getroffenen Vorkehrungen. 1837 verlor er seinen Parlamentssitz, wurde 1840 Baronet und starb 11. Febr. 1845 zu Northrepps in der Grafschaft Norfolk.

Charles B., sein dritter Sohn, geb. 18. Nov. 1823, trat im Parlament seit 1857 bei verschiedenen Anlässen in ähnlichem Sinne wie sein Vater hervor. Er gab "Memoirs of Sir Thomas Fowell B."