Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

39
Centralblatt für das Deutsche Reich - Centralindien
fläcbengleich dem Dreieck ^1)8. Dieses Sektoren-
geset^ stimmt mit dem zweiten Keplerschen Gesetz
(s. d.) überein, wenn 3 die Sonne darstellt. Die
nach 3 hinwirkende Kraft ist nach Newton die
Schwere (s. d.). Nimmt man an, dah dieselbe um-
gekehrt proportional dem Quadrate der Entfernung
wirkt, so erklärt sich auch die Bewegung der Him-
melskörper in Kegelschnitten, das erste Keplersche
Gesetz und auch das dritte Keplcrsche Gesetz. Man
kann hiernach die Himmelskörper als um den Een-
tralkörper geschwungene Körper ansehen.
Eentralblatt für das Deutsche Reich, er
scheint seit 1873 in C. Heymanns Verlag, Verlin,
hg. im Reichsamt des Innern in wöchentlichen
Nummern und dient neben dein Reichsgesetzblatt als
amtliches Publikationsorgan für Verordnungen
des Bundesrats, des Reichskanzlers, der übrigen
Reichscentralbehörden, soweit sie nicht selbständige
Verordnungsblätter besitzen; daneben enthält das
C. auch andere amtliche Mitteilungen thatsächlicher
Natur, statistische Übersichten u. dgl.
Centralbureau der internationalen euro-
päischen Gradmessung, s. Geodätisches Institut.
Central Eity (spr. he'nnträll ßitti), Hauptort
des County Gilpin im nordamerik. Staate Colo-
rado, 62 km westlich von Denver, in 2500 in Höhe,
in einer reichen Goldregion gelegen, hat 2480 E.
und zahlreiche Bergbaugesellschaften.
Centräle, elektrische, s. Elektricitätswerke.
Centralfeuer, schon von mehrern Pythagoreern
in der Mitte der Erde angenommenes Feuer. Früher
glaubte man im (5. den Ursprung der Vulkane und
. ähnlicher Erscheinungen zu finden. Als man sich aber
später überzeugte, daß ein im Innern der Erde einge-
schlossenes Feuer unmöglich sei, verstand man dar-
unter die Gluthitze im Innern der Erde.
Centralfeuergewehr, s. Lancastergewehr.
Centralgenofsenschaft, auch Genossen-
schaftsgenossenschaft, Bezeichnung für eine
ausschließlich aus Erwerbs- und Wirtschaftsge-
nossenschaften (s. d.) als Mitgliedern bestehende Er-
werbs- und Wirtschaftsgenossenschaft. Ihre Bil-
dung erfolgt zum Zwecke des gemeinsamen Bezuges
der den einzelnen Genossenschaften notwendigen Be-
dürfnisse, oder auch sonst zur Förderung und Unter-
stützung der Einzelgenossenschaften oder des Ge-
nossenschaftswesens überhaupt. Die ersten und mit
dem glänzendsten Erfolge begründeten C. sind die
beiden Großbandelsgenossenschaften < ^Viwiosllie
3oei6t^) in Manchester (1865) und in Glasgow
(1869). Ihre Gründung erfolgte seitens der engl.
und schott. Arbeiterkonsumvereine zu dem Zwecke,
sich von der Herrschaft der Großhändler, von denen
die Kleinhändler im Konkurrenzkampfe mit den Kon-
sumvereinen verlangt hatten, daß sie letztern nickt
liefern sollten, zu befreien und den Großhandel in
die eigene Hand zu nehmen. Sie üben die Funktion
großartiger Einkaufsagenturen für die Detailkon-
sumvereine, denen sie zu liefern verbunden sind,
wäbrcnd diese zum ausschließlichen Bezug der Waren
bei ihnen keine Verpflichtung haben. Die Groß-
handelsgenossenschaft zu Manchester zählte April
1892 979 Genossenschaften als Mitglieder, welche
eine individuelle Teilhaberschaft von 785 814 Mit-
gliedern darstellte. Das Aktienkapital betrug 521200
Pfd. St., wovon 486622 Pfd. ^t. eingezahlt waren -
außerdem batte die Gesellschaft ein Leihkapital von
917 771 Pfd. St. zur Verfügung. Der Reservefonds
betrug 55 760 Pfd. St. und der Verkaufserlös wäb-
rend des letzten Geschäftsjahres (26. März 1892
endend) 8933022 Pfd. St., also etwa 182 Mill. M.
Ihre Niederlassung in Manchester umfaßt ein gan-
zes Straßenviertel. Beide geschäftlich im engsten
Zusammenhange stehenden Genossenschaften besitzen
außer ihren Hauptniederlassungen eine Anzahl
Zweigniederlassungen zu Verkaufs- und Einkaufs-
zwecken und produzieren einen Teil der zu verkaufen-
den Waren in eigenen Fabriken. Den größern Teil
kaufen sie im Großen, soweit als möglich von den
Produzenten. Die Genossenschaft in Manchester
allein besitzt 7 Dampfer für den Seeverkehr, hat aus-
wärtige Verladungsdepots in Rouen, Calais und
Hamburg und Niederlassungen für den Einkauf in
Hamburg, Kopenhagen, Aarhus und Neuyork. In
Deutschland war bis zum Neichsgesetz vom 1. Mai
1889, ebenso wie es noch jetzt in Österreich der Fall,
die Bildung von C. nicht möglich, da Mitglieder
des Genossenschaftsvorstandes nur physische Per-
sonen, die zugleich Genossen waren, sein konnten.
Durch dieses Gesetz ist die Bildung ermöglicht, da in
den Vorstand und Aufsichtsrat einer Genossenschaft
nunmehr auch Personen berufen werden können,
die nicht Mitglieder dieser selbst, sondern nur Mit-
glieder einer die Mitgliedschaft habenden Genossen-
schaft sind. Es sind auch seitdem bereits einige (5.,
meist zur Förderung allgemeinerer genossenschaft-
licher Zwecke fowie zur Unterstützung von Genossen-
schaften, in Deutschland errichtet worden.
Centralgewalt, in verbündeten Staaten die
oberste, allen Staaten gemeinsame Staatsbehörde.
"Provisorische C.^ hieß die 1848 von der National-
versammlung in Frankfurt a. M. durch Gesetz vom
28. Juni geschaffene Negierungsgewalt, die bis zur
Vollendung der Neichsverfassung die Exekutive aus-
üben sollte; an ihrer Spitze stand der "Reichsver-
weser" Erzherzog Johann. Eine weitere interimi-
stische C., das sog. Interim, wurde nach Abdan-
kung des Erzherzogs durch Vertrag zwischen Öster-
reich und Preußen vom 30. Sept. l.849 für die Zeit
bis zum 1. Mai 1850 begründet.
Eentralia, Stadt im County Marion des nord-
amerik. Staates Illinois, östlich von St. Louis,
Eisenbahnknotenpunkt, hat (1889) 6000 E., bedeu-
tende Obstzucht, Eisen- und Kohlenwerke.
Central-India-Gisenbahn, s. Ostindien, Ver-
kehrswesen.
Gentralindien, amtlicher gemeinschaftlicher
Name von 9 polit. Agentschaften im mittlern Ost-
indien, die unter dem "^A6iit to t1i6 t^ovei-uor-
(lku^rai lor ^enti-ai-Inäi^" in Indaur, also in
direkter Beziehung zur Centralregierung in Kalkutta
stehen. (5. nimmt den zwischen 21° 24' und 26° 52'
nördl. Br. und 74° und 83° östl. L. gelegenen Raum
mit 194446 hlim ein, südlich von den Central-
provinzen, nordöstlich von den sog. Nordwestpro-
vinzen, nordwestlich von Radschputana, westlich und
südwestlich von dem Vombayer Distrikt Khandesch
und Rewa Kantha, und im O. von dem Staate
Gardschat in der bengal. Provinz Tschutia-Nag-
pur begrenzt.
Obcrstiichengestaltung. C. hat die Gestalt eines
Dreiecks, dessen Hypotenuse im S. die Flüsse Nar-
bada und Schon, dessen östl. Kathete das Ganges-
thal, dessen westliche der Fluß Tschambal und die
Kette der Tschitaur-Hügel darstellen. Beinahe pa-
rallel mit der Narbada, nördlich von ihr im geringen
Abstände, verläuft das Windhjagebirge. Dasselbe
bildet die steile Begrenzung von C. gegen S., welches
Artikel, die mau unter C vermißt, siud uutcr K aufzusuchen.