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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Cypressenholz; Cypressenkraut; Cypria; Cyprianus; Cypridae; Cyprinodon; Cyprinoidei; Cyprinus; Cypripedium

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Cypressenholz - Cypripedium

einen nicht gar hohen Baum mit vierkantigen Ästchen bildet. Sie besitzt ein dunkles Grün, ist daher von düsterm Ansehen und seit den ältesten Zeiten ein Sinnbild der Trauer. Bei den Griechen und Römern war sie den Göttern geweiht. Man legte ihre Zweige in die Särge der Verstorbenen, bezeichnete durch sie das Trauerhaus und pflanzte den Baum, wie es noch jetzt im Orient geschieht, allgemein auf Grabstätten an. Berühmt sind in dieser Beziehung die von zahllosen hohen C. beschatteten Kirchhöfe der Türken auf der asiat. Seite von Konstantinopel. Selbst in den Gegenden, wo das Klima ihre Anpflanzung nicht gestattet, gilt die C. noch heute als Symbol der Trauer. Das gelbe oder rötliche, wohlriechende Cypressenholz und die Samen oder Cypressenfrüchte waren ehedem auch als Heilmittel gebräuchlich. Das Holz ist sehr dauerhaft und galt den Alten für unverwüstlich, und allerdings widersteht es dem Wasser, wie überhaupt alle harzigen Hölzer, geraume Zeit. In archäol. Sammlungen kennt man Stücke, welche bereits mehrere tausend Jahre alt sind. Im Altertum galt das Cypressenholz häufig für Cedernholz.

In mildem Klima ist die Kultur der C. leicht; ihre Vervielfältigung geschieht durch Samen. In Deutschland kann sie nur im Sommer zur Dekoration im Freien benutzt werden; im Winter muß sie einen Platz im Orangeriehause erhalten. Die C. hat in der Regel eine zusammengezogene, kegelförmige, sehr dichtästige Krone, ähnlich wie die ital. Pappel; seltener sind ihre Aste abstehend (Cupressus horizontalis Mill.). Sie wird in der Heimat sehr alt. Als die ältesten C. in Europa sind jedenfalls zu bezeichnen die eipreses de la reina in dem Garten des Generalife bei Granada in Spanien, welche aus der Mitte des 15. Jahrh, stammen sollen. Die übrigen Arten der Gattung Cupressus wachsen in Nordamerika und Ostindien. Dahin gehören: Cupressus glauca Lamk., die graugrüne ostindische C., gewöhnlich portugiesische Ceder oder Ceder von Goa genannt, ein stattlicher, in Südspanien und Portugal häufig angepflanzter Baum mit umfangreicher Krone; Cupressus pendula Thbg., die chinesische Trauercypresse, ein schöner, in China und Japan wachsender und dort häufig auf Begräbnisplätzen angepflanzter Baum mit hängenden Ästen und Zweigen. Außerdem sind wichtig: Cupressus thyoides L. (Canada), deren Holz (weißes Cedernholz) als Bauholz sehr geschätzt wird; diese Art wird bei uns als winterharter Zierbaum gehalten; das Harz der merit. Cupressus thurifera H. B. K. wird als Weihrauch benutzt. Cupressus amoena Koch (China), obtusa Sieb. Et Zucc. (Japan) und pisifera Sieb. Et Zucc. (Japan), alle auch zu einer besondern Gattung Retinospora zusammengefaßt, werden bisweilen als Ziergehölze kultiviert. Da die echte C. in kältern Klimaten nicht gedeiht, so hat man in solchen Gegenden auch andere mehr oder minder ähnliche Nadelholzbäume mit dem Namen der C. belegt. Bei uns wird besonders der gemeine Lebensbaum (Thuja occidentalis L.), mit beiderseits flachen Ästchen, statt der C. angepflanzt und häufig so genannt. Die in Mexiko, Carolina und Virginien einheimische, zweizeilige Eibentanne (Taxodium distichum L.) führt auch den Namen virginische C. oder Sumpfcypresse.

Cypressenholz, s. Cypresse.

Cypressenkraut, s. Santolina.

Cypria (Cypris), Beiname der Venus, entsprechend dem griech. Kypris (s. Aphrodite).

Cyprianus, Thascius Cäcilius, der Heilige, Kirchenvater und Mitbegründer des kath. Kirchentums, geb. 200 zu Karthago, wirkte dort als Lehrer der Rhetorik, ließ sich 246 taufen, wurde bald Presbyter und 248 Bischof der karthag. Gemeinde. In der Verfolgung des Decius floh er in die Wüste, wirkte aber auch von hier aus durch Briefe für seine Gemeinde und kehrte 251 zurück. In der Verfolgung unter Valerian wurde er 257 nach Kurubis verbannt, aber 14. Sept. 258 zu Karthago enthauptet. Die Bedeutung C.' liegt vor allem in seiner praktischen Wirksamkeit für die durch die Bischöfe zu vertretende Einheit der Kirche und für die Begründung der katholisch-kirchlichen Sitte. Den Grundsatz von der Machtvollkommenheit des Episkopats vertrat er sowohl gegen die Selbständigkeitsgelüste der Presbyter als auch gegen Rom. Der Bischof ist das Haupt seiner Kirche, zugleich als Nachfolger der Apostel Träger des Heiligen Geistes und der kirchlichen Überlieferung, daher ist Ungehorsam gegen den Bischof zugleich Ungehorsam gegen Gott, Abfall vom Bischof Abfall' von der Kirche. Alle Bischöfe stehen einander gleich. Der röm. Bischof ist allerdings Nachfolger des Petrus, und Petrus erster Vertreter der Kircheneinheit; wie aber die übrigen Apostel dem Petrus gleich standen, so steht auch der röm. Bischof nicht über, sondern neben den andern Bischöfen. Die Ausbildung der kirchlichen Sitte beeinflußte er durch Herübernahme der montanistischen Strenge unter Verwerfung des montanistischen Separatismus (s. Montanisten), woraus die kath. Neigung zu äußerm Werkwesen, besonders "verdienstlichen" ascetischen Übungen, Nahrung zog. Seine Strenge in der Wiederaufnahme der Gefallenen führte zur Spaltung der Novatianer (s. d.). Ausgaben seiner Werke von Valuze (Par. 1726), Goldhorn in der "Bibliotheca patrum ecclesiasticorum Latinorum selecta" (hg. von Gersdorf, Bd. 2 u. 3, Lpz. 1838 - 39), die beste kritische von Hartel (Wien 1867-71); deutsche Übersetzung München (4 Bde., 1818-20) und von Uhl in der "Bibliothek der Kirchenväter" (Kempten 1869 fg.). - Vgl. Rettberg, C. nach seinem Leben und Wirken dargestellt (Gött. 1831); Peters, Der heilige C. von Karthago in seinem Leben und Wirken dargestellt (Regensb. 1877); Fechtrup, Der heilige C., Sein Leben und seine Lehre (1.Tl., Münster 1878); auch Böhringer, Die Kirche Christi und ihre Zeugen (neue Ausg., Bd. 4., Stuttg. 1874); O. Ritschl, C. von Karthago und die Verfassung der Kirche (Gott. 1885).

Cypridae, eine Familie der Muschelkrebse (s. d.), mit weichen Schalen, sehr nahe aneinandertretenden oder selbst verschmolzenen Augen, 7gliedrigem erstem Fühlerpaar; das zweite ist 6gliedrig, beinförmig. Wahre Beine sind bloß 2 Paar vorhanden. Die nach Arten und Individuen zahlreich auftretenden C. bewohnen meist das süße Wasser und pflanzen sich häufig durch Parthenogenese fort; Männchen treten in diesem Falle nur selten, meist im Frühjahr für kurze Zeit auf.

Cyprinodon, Cyprinodontidae, s. Zahnkarpfen.

Cyprinoidei, s. Karpfen.

Cyprinus, s. Aland und Karpfen.

Cypripedium L., Venusschuh, Pflanzengattung aus der Familie der Orchideen (s. d.), so genannt wegen der Ähnlichkeit, welche die Honiglippe dieser Pflanzen mit einem Pantoffel hat. Ihre in Europa, Asien und Nordamerika wachsenden Arten haben einen kriechenden Wurzelstock, einen nur am Grunde

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