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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Denham; Denhardt; Denia; Denier

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Denham - Denier

des Gesichts, des Halses und der Hände, gastrischen Beschwerden und mehr oder weniger ausgesprochenen Fiebererscheinungen von außerordentlich heftigen Gelenk- und Muskelschmerzen befallen, durch welche oft jede aktive und passive Bewegung des Kranken unmöglich wird; besonders schmerzhaft pflegen die Finger, Hand-, Zehen- und Fußgelenke sowie der Nacken und die Wirbelsäule zu sein. Gegen das Ende des dritten Tags tritt unter reichlichem Schweiß ein unregelmäßiger hellroter, wenig erhabener Hautausschlag auf, Mandel- und andere Drüsenschwellungen, öfter auch Speichelfluß, treten hinzu, bis nach weitern drei Tagen unter starker Abschuppung der Haut die Erscheinungen schnell nachlassen und Genesung erfolgt. Häufig bleibt längere Zeit ein auffallendes Gefühl von Schwäche zurück; trotzdem ist das D. keine gefährliche Krankheit, Todesfälle gehören zu den größten Seltenheiten. Die Krankheit entsteht wahrscheinlich durch die Infektion mit Mikro-Organismen, doch ist darüber noch nichts Sicheres bekannt. Die Behandlung besteht innerlich in kühlenden Getränken sowie Ableitungen auf den Darm, äußerlich in Einreibungen der schmerzenden Gelenke mit warmem Öl und Einhüllen derselben in Watte; innerlich werden kleinere Dosen Chinin oder Salicylsäure empfohlen.

Denham (spr. dénnämm), Dixon, Afrikareisender, geb. 1. Jan. 1786 zu London, erhielt seine Ausbildung in der dortigen Kriegsschule, diente dann im span. Kriege gegen Napoleon und machte den Feldzug in den Niederlanden mit. Er erhielt 1821 die Erlaubnis, sich der Expedition von Clapperton und Oudney nach Innerafrika anzuschließen. Die Reisenden brachen im Febr. 1822 von Tripolis nach Mursuk in Fessan auf und erreichten 4.Nov. den Tsadsee. D. bestimmte die Lage dieses Sees, begab sich nach Kuka, der Residenz des Sultans von Bornu, und wohnte einem Kriegszuge gegen die Fulbe bei, wurde dabei gefangen, entfloh aber und kam mit der geschlagenen Armee nach Bornu zurück. Später reiste er nach der im Süden des Sees gelegenen Mündung des Schari, vermochte aber nicht weiter zu gelangen. Mit Clapperton wieder vereinigt, ging er mit diesem nach Sokoto und kehrte im April 1824 über Tripolis nach Italien, Frankreich und England zurück. Er wurde zum Intendanten und später zum Statthalter der Kolonie Sierra Leone ernannt. Hier starb er 9. Juni 1828 am Fieber.

Denham (spr. dénnämm), Sir John, engl. Dichter, geb. 1615 zu Dublin, studierte zu Oxford und ließ sich später in London durch leidenschaftlichen Hang zum Spiel von seinen jurist. Studien abziehen. Um seinen erzürnten Vater zu versöhnen, schrieb er gegen die Spielsucht "An esay on gaming". Sein Trauerspiel "The Sophy" (1641) erhob sich nicht über das Mittelmäßige. D. ging mit dem Hofe nach Oxford, wo er 1643 das Gedicht "Cooper's Hill" herausgab, das sich durch zierlichen Versbau und gelungene Naturschilderung auszeichnet. Später wurde D. für seine Anhänglichkeit an das Haus Stuart durch Würden und Ämter belohnt. Eine unglückliche Ehe machte ihn einige Zeit irrsinnig. Er starb 19. März 1668 und wurde in der Westminster-Abtei begraben. Seine Werke erschienen gesammelt 1684 (6. Aufl., Lond. 1719).

Denhardt (Brüder Clemens und Gustav), Afrikaforscher, geb. in Zeitz, unternahmen 1878-79 mit dem Arzte G. A. Fischer eine Forschungsreise in dem Gebiete des ostafrikanischen, im Witulande mündenden Tanaflusses. Sie befuhren zunächst den Osifluß, dann den Tana bis Massa. Nach Europa zurückgekehrt, bemühte sich Clemens D., die Mittel zur Gewinnung des von ihm durchzogenen Gebietes für den deutschen Handel aufzutreiben. 1882 gelang ihm die Bildung des Tana-Komitees, welches, unterstützt von der Akademie der Wissenschaften zu Berlin, die Mittel für eine neue Expedition der Brüder D. 1884 zusammenbrachte. Febr. 1885 trafen diese auf der Insel Lamu nördlich von Witu ein. Dort wurde das beabsichtigte Vordringen zum Tana durch die Agitationen des Sultans von Sansibar verhindert. Erst Ende März gelang es, nach dem Festlande überzusetzen und im April die Übersiedelung nach Witu zu bewerkstelligen. Der dort residierende Sultan der Suaheli bat um ein Freundschafts- und Schutzverhältnis mit Deutschland, wie er einen solchen Wunsch bereits 1867 dem König von Preußen unterbreitet habe; er verkaufte gleichzeitig an Clemens D. einen Gebietsanteil von etwa 50 qkm mit allen Hoheits- und Privatrechten an der Osimündung, und bald darauf ein anderes etwa 1300 qkm großes Gebiet mit einer Küstenstreckung von etwa 60 km. Im Juli traf Clemens D. wieder in Berlin ein, während sein Bruder in Lamu blieb. Letzterer führte 1887 eine Erforschung des unter deutschen Schutz gestellten Hinterlandes aus. Clemens D. trat später alle seine Rechte an ein aus dem Schoße des Deutschen Kolonialvereins hervorgegangenes Komitee ab, das sich zur Deutschen Witugesellschaft (s. Witu) erweiterte. Über die erste Reise wurde berichtet in den "Mitteilungen der Geographischen Gesellschaft in Hamburg" (1876/77 und 1878/79) sowie in der "Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin" (1884); ein Bericht über die zweite findet sich in der "Deutschen Kolonialzeitung", 1886, Heft 14.

Denia, Distriktshauptstadt in der span. Provinz Alicante (Valencia), 18 km nordwestlich vom Cabo de la Nao, am Fuße eines mit einem starken Kastell gekrönten Felsens, an der Nebenbahn Carcagente-Gandia-D. (65 km), hat (1887) 11 591 E., kleinen Hafen mit Leuchtfeuer, einige röm. Altertümer, große Zuckermühle und bedeutenden Handel mit Rosinen (nach England und Amerika) und Seesalz. - D. wurde von den Massiliensern angelegt und Artemisium, von den Römern Dianium genannt. Im J. 1253 wurde es von König Jakob I. von Aragonien erobert.

Denier (frz., spr. -nĭeh, vom lat. denarius, s. Denar), die kleinste frühere franz. Geldgröße. Der D. (D. Tournois) war 1/12 Sou (Sol) oder 1/240 Livre Tournois und daher = 1/3 jetziger deutscher Pfennig. Der (nur selten vorkommende) besondere sog. Gold-Denier (D. d'or) oder Liard war 1/12 Gold-Sou oder 1/240 des kleinen (Silber-) Thalers (petit Ecu, von 3 Livres Tournois) = 3 D. Tournois. Die kleinste franz. Münze vor der Revolution war das Kupferstück von 1 Liard = ¼ Sou = 3 D. Tournois = 1 Pf. In einigen Orten Belgiens kommt bei der Stellung der Getreidepreise der D. (oder Pennig, Pfennig) noch als 1/12 des Sou oder Stübers, 1/240 des alten Brabanter Courant-Guldens vor. Da 7 Brabanter Courant-Gulden = 6 Gulden niederländ. Courant, so ist der betreffende D. = etwa 3/5 deutscher Pfennig. Der besondere D. de gros oder Pfennig vläm., Grot vläm. war = ½ Stüber (Sou) vläm., 1/240 Livre de gros oder Pfund vläm., oder 1/40 Gulden oder Livre Brabanter Cou-^[folgende Seite]