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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Dhawalagiri – Diabetes

Dhawalagiri oder Dhaulagiri (spr.-adschihri, d. h. Weißer Berg), einer der höchsten Gipfel des Himalaja, unter 29° nördl. Br. und 83° östl. L. in Nepal, erreicht 8176 km. Der D. galt als höchster Berg der Erde, bis sich für zwei östlichere Gipfel derselben Kette, den Gaurisankar und den Kantschindschanga sowie den Dapsang im Karakorum noch größere Höhen herausstellten.

Dheune (spr. döhn), Fluß im franz. Depart. Saône-et-Loire, entspringt südöstlich von Creuzot, fließt nach NO., bildet die Grenze gegen Côte-d’Or und mündet nach 65 km Laufs gegenüber von Verdun in die Saône. Ihr Bett wird im Oberlaufe bis Chagny vom Canal du Centre benutzt.

Dhlb., bei naturwissenschaftlichen Namen Abkürzung für Anders Gustav Dahlbom (s. d.).

Dholarra, s. Dholera.

Dholera (Dholarra), früherer Küstenort in dem zu der nördl. Abteilung der indobrit. Präsidentschaft Bombay gehörenden Distrikte Ahmadabad, unter 22° 15’ nördl. Br., 72° 15’ östl. L., auf dem sich westlich vom Golf von Cambay ausbreitenden sumpfigen Küstenstrich der Halbinsel Gudschrat oder Kathiawar. D. hat (1891) 10088 E., darunter 7424 Hindu, 1135 Mohammedaner, 1521 Dschain; bedeutende Baumwollspinnereien und -Webereien sowie Ausfuhr dieser Erzeugnisse und roher Baumwolle. Während des amerik. Bürgerkrieges (1862–65) war es der Haupt-Baumwollhafen von Gudschrat und gab einer auf dem europ. Markte wohlbekannten Baumwollsorte den Namen. Der in früherer Zeit günstig gelegene, auch für größere europ. Handelsschiffe zugängliche Hafen ist infolge der Versandung des Dholera- oder Bhadarflusses jetzt 19 km von der Stadt entfernt, sodaß sich der Verkehr nach zwei benachbarten Häfen, Khun und Bawliari, gezogen hat.

Dholianá, griech. Dorf, s. Dolianá.

Dholpur, Schutzstaat der Dschat (s. d.).

Dhor el-Chodîb (Dahr el-Kodib), die höchste Spitze des Libanons (3067 m) im nördl. Teile der Gebirgskette, 30 km südöstlich von Tripoli, 6 km nordöstlich der Cedern.

Dhulia, Hauptstadt des Distrikts Khandesch (s. d.) in Ostindien.

Dhulip Singh, englisch für Dalip Singh (s. d.).

Di, chem. Zeichen für Didym.

Di..., griech. Vorsilbe, bedeutet zwei.

Dia, Istandia oder Standia, Insel, 12 km nordöstlich von dem Hafen von Candia oder Megalokastron auf Kreta, bis 265 m hoch, 13 qkm groß, mit Marmor- und Alabasterbrüchen.

Dia..., griech. Vorsilbe, entspricht dem deutschen Durch..., Zer..., Ent..., Über....

Diabas, ein Eruptivgestein von dunkelgrüner bis grünlichgrauer Farbe (daher früher gemeinschaftlich mit Diorit als Grünstein bezeichnet), das aus einem krystallinisch-körnigen Gemenge von triklinem Feldspat (meist Labradorit) und Augit besteht, wozu sich Chlorit, Magneteisen, Titaneisen, Apatit und bei einer dann Quarzdiabas genannten Varietät Quarz gesellen. Ein wesentlicher Gehalt an Olivin begründet die Bezeichnung als Olivindiabas. Accessorisch finden sich namentlich primäre braune Hornblende (die dieses Mineral enthaltenden D. werden als Proterobas aufgeführt), Enstatit, Epidot, Biotit, Pyrit, Kalkspat; der letztere ist, wie auch der Chlorit und ein Teil des Quarzes, ein sekundäres Umwandlungsprodukt insbesondere des ↔ augitischen Gemengteils. Nur bisweilen ist bei der Erstarrung des D. auch eine glasige oder halbglasige Masse zwischen den Gemengteilen zur Ausbildung gelangt. Durch Parallellagerung der Feldspatleisten gewinnt das Gestein eine schieferige Struktur (Diabasschiefer). Seine einkörnigen bis dichten Modifikationen werden Diabasaphanit, solche mit ausgeschiedenen großen Feldspat- oder Augitkrystallen Diabasporphyr und endlich diejenigen mit Mandeln von Kalkspat (also mit durch Infiltration ausgefüllten Blasenräumen) Diabasmandelstein genannt. Sehr häufig ist, namentlich in den dem Gebirgsdruck ausgesetzt gewesenen D., der augitische Gemengteil in grüne faserige Hornblende (Uralit) umgewandelt. Der D. bildet deckenförmige Einlagerungen von effusiver oder intrusiver Art zwischen den paläozoischen Thonschiefern, Grauwacken und Kalksteinen und ist dann oft mit Eisensteinlagerstätten verknüpft, so im Vogtland und Fichtelgebirge, in Nassau, Westfalen und im Harz, in Norwegen. Vielfach werden die D. von Tuffen und Konglomeraten begleitet, ehemaligen aschen- und sandähnlichen Auswurfsmassen, die abwechselnd mit lavaartigen Ergüssen der massigen D. zur Eruption gelangten.

Diabasaphanit, Diabasmandelstein, Diabasporphyr, Diabasschiefer, s. Diabas.

Diabasporphyrit, s. Porphyr.

Diabetes (grch.), Harnruhr (Polyuria, d. h. Vielharnen), eine meist chronische Krankheit, bei welcher die Leidenden bedeutende, das gewöhnliche Maß oft unglaublich übersteigende Mengen von Harn entleeren. Gewöhnlich ist damit heftiger Durst (Durstsucht, Polydipsia) verbunden, als Folge des übermäßigen Wasserverlustes; enthält der entleerte Harn keinerlei fremdartige Bestandteile, so pflegt man die Krankheit als geschmacklose Harnruhr (Diabetes insipidus) zu bezeichnen. Die meisten Fälle von Harnruhr gehören aber der sog. Zuckerruhr oder Zuckerkrankheit, Honigharnruhr, Meliturie (Diabetes mellitus. Glycosuria) an. Hier wird mit dem reichlich abgesonderten Urin fortwährend eine mehr oder weniger beträchtliche, zuweilen täglich bis 1 kg und darüber betragende Menge von Zucker (Harnzucker, dem Traubenzucker chemisch gleich) entleert. Die Ursache dieses Übels ist noch nicht genügend erforscht, doch scheint so viel sicher zu sein, daß die diabetischen Vorgänge in der Leber stattfinden, indem der aus den Nahrungsmitteln stammende, durch die Chylusgefäße der Pfortader zugeführte Zucker nicht, wie dies unter normalen Verhältnissen geschieht, in der Leber in sog. Glykogen (s. d.) umgewandelt wird, sondern als solcher unverändert in das Blut und den Harn übergeht. Wahrscheinlich geschieht dies unter dem Einflusse des centralen Nervensystems, wenigstens gelingt es, wie zuerst der Pariser Physiolog Claude Bernard nachwies, bei Tieren durch einen Nadelstich in einer bestimmt umschriebenen Stelle des Kleinhirns in den Boden des sog. vierten Hirnventrikels künstlich D. zu erzeugen. Am häufigsten findet sich die Krankheit in den Blütejahren, häufiger bei Männern, verhältnismäßig häufig bei Fettleibigkeit; bisweilen scheinen heftige Gemütsbewegungen, fortgesetzte übermäßige Anstrengungen sowie erbliche Anlage ihren Ausbruch zu veranlassen; in andern Fällen läßt sich die Krankheit auf einen erlittenen heftigen Schlag, Stoß oder Fall auf den Kopf oder auf die Magen- und

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 240.