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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Holland (Sir Henry Thurstan) – Hollar

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels ''

«Memoirs of the Whig party» (2 Bde., Lond. 1852) heraus. Er starb kinderlos, und der Titel erlosch mit ihm. Nach H.s Tode erschienen seine «Fragmentary papers on science and other subjects» (Lond. 1875). Einen interessanten Beitrag zu der Geschichte der Familie H. lieferte die Fürstin Marie Liechtenstein in «Holland House» (2 Bde., Lond. 1874).

Holland, Sir Henry Thurstan, s. Knutsford.

Holland, Josua Gilbert, amerik. Schriftsteller, geb. 24. Juli 1819 zu Beldurtown (Massachusetts), studierte und praktizierte zuerst Medizin und wurde dann Journalist. Er trat 1849 in die Redaktion des «Springfield Republican», welcher er bis 1866 angehörte. Seit 1870 stand «Scribner's Monthly» unter seiner Leitung. Er starb 12. Okt. 1881 zu Neuyork. Seine zahlreichen Bücher über didaktische Fragen erschienen unter dem Pseudonym Timothy Titcomb. Eins seiner populärsten Werke ist «Timothy Titcomb's letters to young people» (1858); es folgten «Bitter sweet» (1858), «Kathrina» (1868), «Plain talks on familiar subjects» (1865). 1873 gab er seine Gedichte in Neuyork u. d. T. «Garnered sheaves» heraus. Auch auf histor. Gebiet hat sich H. versucht. So schrieb er 1855 eine «History of Western Massachusetts» (2 Bde.) und 1865 ein «Life of Abraham Lincoln», von welchem über 100000 Exemplare verkauft wurden. Eine Gesamtausgabe seiner Werke erschien in 14 Bdn. (Neuyork 1885).

Holländer, eine Maschine der Papierfabrikation (s. d.).

Holländer, Fliegender, s. Fliegender Holländer.

Holländerblau, soviel wie Neublau (s. d.).

Holländerdybet, s. Drogden.

Holländerei, Meierei, Schweizerei, nennt man im nördl. Deutschland sowohl die Milchwirtschaft im allgemeinen als auch speciell das Gebäude, wo dieselbe betrieben, wo Butter und Käse fabriziert wird, so «Holländer» oder «Schweizer» den Pächter oder Leiter der Molkerei. Die Bezeichnung H. stammt aus dem 11. und 12. Jahrh., wo sehr häufig Land mit gewissen Vorrechten an die in Deutschland eingewanderten Holländer verliehen wurde, die in der Herstellung von Molkereiprodukten sehr geschickt waren und zur Einführung und Förderung dieses Landwirtschaftszweigs sehr viel beigetragen haben. Beim Aufschwung der Milchwirtschaft in der Mitte dieses Jahrhunderts wurden ferner viele Schweizer als Melker oder Käser angestellt.

Holländerhuhn, eine Rasse des Haushuhns (s. d.). Es ist schwarz (ausnahmsweise blaugrau oder gesperbert) mit weißer, vorn schwarz gesäumter Vollhaube, hat aber keinen Federbart. Der zweispitzige Kamm ist sehr klein, die Kehllappen sind lang, die Ohrscheiben weiß, die Läufe schiefergrau. (S. Tafel: Geflügel, Fig. 27.) Das Gewicht beträgt 2–2½ kg. Die Eier sind mittelgroß und werden reichlich abgelegt. Die Henne brütet schlecht. Deshalb und da dieses Huhn weichlich ist, ist es mehr Zier- als Nutzhuhn.

Holländern, in der Buchbinderei die einfachste Art des Heftens, wobei die Bogen nur mit zwei Stichen in der Mitte aneinander geheftet werden, sodaß an jedem Bogen nicht mehr geschehen ist, als nötig ist, damit nach dem Aufschneiden die innern Blätter nicht herausfallen. Das Verfahren wird hauptsächlich noch bei Massenherstellung von Broschüren angewendet.

Holländerweiß, s. Bleiweiß (Bd. 3, S. 122a). ↔

Hollandgängerei, die frühere Abwanderung ländlicher Arbeiter aus einigen Teilen Nordwestdeutschlands nach Holland, wo sie den ganzen Sommer über mit Torfstecherei beschäftigt waren. Diese Art der Abwanderung hat jetzt fast ganz aufgehört. Dagegen giebt es immer noch eine Anzahl Arbeiter, die aus der bezeichneten Gegend entweder nach Holland zur Heuernte, oder nach andern norddeutschen Gegenden (Schleswig-Holstein, Mecklenburg, Pommern, Preußen) abwandern, welch letztere ebenso wie die erstern als Hollandgänger bezeichnet werden. – Vgl. Kaerger, Die Verhältnisse der Landarbeiter in Nordwestdeutschland (Bd. 53 der «Schriften des Vereins für Socialpolitik», Lpz. 1892).

Holländische Auktion, s. Auktion.

Holländische Eisenbahnen, s. Niederländische Eisenbahnen.

Holländische Eisenbahngesellschaft (vielfach auch als Amsterdam-Rotterdamer Eisenbahn bezeichnet), eine der ältesten Eisenbahngesellschaften des europ. Festlandes. Ihre erste Strecke Amsterdam-Haarlem (16 km) wurde bereits 20. Sept. 1839 eröffnet. (S. Niederländische Eisenbahnen.)

Holländische Flüssigkeit, Öl der holländischen Chemiker, s. Äthylen.

Holländische Ostindische Compagnie, s. Ostindische Compagnien.


Textfigur:

Holländische Rahmen, besondere Art der Holzverkleidung von Minengängen (s. beistehende Figur). Ein solcher Rahmen besteht aus vier 0,25 m breiten Brettern: der Kappe, der Schwelle und den beiden Thürstücken, hat 1 m lichte Höhe und 0,60 m lichte Breite. Diese Rahmen werden, mit der einen Schmalseite (Schwelle) nach unten, einer dicht neben den andern gesetzt und bilden so einen Gang von 1 m Höhe und 0,60 m Breite.

Holländisches Asthmakraut, s. Geheimmittel.

Holländisches Muschelhuhn, s. Bredahuhn.

Holländische Sprache und Litteratur, s. Niederländische Sprache und Litteratur.

Hollandsch Diep (d. h. holländ. Kanal), der südl. Arm der untern Maas zwischen den Provinzen Südholland und Nordbrabant, reicht von Willemsdorp bis zur Ostspitze der Insel Overflakkee, ist 28 km lang; die geringste Tiefe ist 15,4 m. Die Eisenbahn Rotterdam-Breda überschreitet den Flußarm mittels einer 1432 m langen, 1868–71 erbauten Brücke mit 14 Bogen. Die Breite des Wassers beträgt 2640 m, welche durch Anlage zweier Steindämme um 1200 m vermindert ist.

Hollar, Wenzel, Kupferstecher, geb. 13. Juni 1607 zu Prag, bildete sich seit 1620 in Frankfurt unter M. Merian zum Kupferstecher aus. Bereits 1625 gab er seine beiden ersten Blätter, eine Jungfrau mit dem Kinde und ein Ecce homo, heraus.

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 293.