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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kloster-Medingen – Klotz (Christian Adolf)

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Klostermann'

(ebd. 1876), «Das Patentgesetz für das Deutsche Reich vom 25. Mai 1877» (ebd. 1877), «Das engl. Patent-, Muster- und Markenschutzgesetz vom 25. Aug. 1883» (Jena 1884).

Kloster-Medingen, s. Bevensen.

Klostermeier, Matthias, s. Bayrischer Hiesel.

Klosterneuburg, Stadt in der österr. Bezirkshauptmannschaft Tulln in Niederösterreich, rechts an der Donau und an der Linie Wien-Eger der Österr. Staatsbahnen (zwei Bahnhöfe), mit Korneuburg durch eine fliegende Brücke verbunden und Station der Dampfschiffe und am Fuße des Kahlenberges, Sitz eines Bezirksgerichts (75,86 qkm, 13527 deutsche E.), Pionier- und Trainzeugdepots und hat (1890) 8988 E., Post, Telegraph, in Garnison 2 Pionierbataillone, eine önologische und pomologische Staatslehranstalt, eine Obst-, Wein- und Gartenbauschule, eine Versuchsstation für Wein- und Obstbau, eine Landesirrenanstalt, Waisenhaus und Weinbau. K. zerfällt, durch den Kierlingbach getrennt, in eine obere und untere Stadt. Das Augustinerchorherrenstift in der obern Stadt wurde vom Markgrafen Leopold III. dem Heiligen aus dem Hause Babenberg gegründet und 1106–36 erbaut. Die palastähnlichen, immer noch nicht vollendeten Gebäude sind 1730 unter Karl VI. errichtet; in ihnen die wertvolle Bibliothek (40000 Bände, 1460 Inkunabeln und 1550 Handschriften). Die altdeutsche Stiftskirche zur heil. Maria hat kostbare Gemälde, eine große Orgel, einen schönen Hochaltar, eine marmorne Kanzel und einen prächtigen Kreuzgang; in den Klosterkellern, welche sich drei Stockwerke tief unter dem Stifte hinziehen und den besten österr. Weißwein aus den Weinbergen des Stifts enthalten, befindet sich ein dem Heidelberger an Größe ähnliches Faß. Andere Sehenswürdigkeiten sind die Leopoldsgruft, die Leopoldskapelle mit den Gebeinen des heil. Leopold, dem berühmten Altar von Verdun, aus 51 Metalltafeln bestehend (12. Jahrh.). Herzog Albrecht I. erhob K. 1298 zur landesfürstl. Stadt und nannte sie Neuburg-Klosterhalben.

Klosteroffizialen, s. Kloster (S. 426b).

Klosterorden, s. Kloster und Orden (geistl.).

Kloster-Roßleben, s. Roßleben.

Klosters, Dorf im Kreis K., Bezirk Oberlandquart des schweiz. Kantons Graubünden, in 1212 m Höhe, an der Landquart und der Schmalspurbahn Landquart-Davos, hat (1888) mit Serneus zusammen 1514 E., darunter 125 Katholiken; Post, Telegraph, zahlreiche Hotels und Pensionen. Das Dorf, nach dem 1528 aufgehobenen Prämonstratenserkloster St. Jakob benannt, besteht aus den drei Gruppen Klosters-Dörfli (1120 m) mit Bahnhof, Platz (1209 m) mit der alten St. Jakobskirche, und daran sich anschließend Bei der Brücke (1191 m) mit Bahnhof. K. ist Luftkurort und Ausgangspunkt für Ausflüge in die Gletscher des Silvrettagebietes und Übergangsstation nach den Luftkurorten des Engadins. In das Montavon (Vorarlberg) führen das Schlappinerjoch (2190 m) und das Garneirajoch (2460m); ins Davos die 13 km lange Poststraße über St. Wolfgang (1633 m). – Vgl. Imhof, Luftkurort K. (Klosters 1893).

Klosterschulen, mit den Klöstern verbundene Lehranstalten, waren die ersten Pflegerinnen wissenschaftlicher Bildung im Mittelalter. Die Legende nennt den heil. Benedikt von Nursia als Stifter dieser Schulen. Die Keime eines Unterrichts finden sich allerdings in der Regula Benedicti; aber ↔ weniger in Italien, sondern vielmehr auf den brit. Inseln haben die Benediktiner den Unterricht gepflegt und ihn von da als Missionare nach Gallien, Spanien und, besonders durch Bonifatius, nach Deutschland verpflanzt. Vom 12. Jahrh. an treten die Bettelorden der Dominikaner und Franziskaner hinzu, die sich auch außerhalb der Klöster als Lehrer verwenden lassen; dann die Prämonstratenser, zuletzt die von Gerhard Groote gestifteten «Brüder vom gemeinsamen Leben» und in den germanisierten Slawenländern die Cistercienser. – Man schied die innere Schule, welche die für den Mönchsstand bestimmten Knaben (pueri oblati) frühzeitig aufnahm, und die äußere Schule für Laien. Der Unterricht umfaßte die sieben Freien Künste (s. d.). Dazu kam als theol. Lehrkursus das Bibelstudium und die Erlernung kirchlicher Ordnungen und Regeln. Besonders berühmte K. des Mittelalters waren unter andern Reichenau und St. Gallen in Schwaben, Corvei in Sachsen, Benediktbeuern und St. Emmeran zu Regensburg in Bayern und Fulda in Hessen, wo Hrabanus Maurus in der ersten Hälfte des 9. Jahrh. als der angesehenste Gelehrte seiner Zeit und Verfasser maßgebender schulwissenschaftlicher Werke lebte; in Österreich: Kremsmünster, Melk, St. Lamprecht, Admont, das Schottenstift in Wien u. a.; in England: York, Hyde Abbey und Athelney; in Frankreich: Paris, Tours und Bec. Aber schon mit dem 11. Jahrh. beginnt der Verfall der K. Rasch entwickelten sich Stadtschulen und die Universitäten, die in ihren Bursen auch schon Knaben aufnahmen und so förmliche seminaria boten. Mit der Einführung der Reformation wurden bei der Einziehung der geistlichen Güter in einzelnen deutschen Ländern (wie in Sachsen und Württemberg) manche Klöster in Schulen verwandelt (s. Fürstenschulen). So entstanden in Sachsen: Schulpforta, Meißen und Merseburg (später in Grimma), so in Württemberg Vorbildungsanstalten für das Studium der Theologie, die seit 1806 im Gegensatz zum theol. Seminar (Stift) in Tübingen niedere Seminare genannt werden. Auch sonst haben einzelne aus K. hervorgegangene höhere Schulen (s. Roßleben, Ilfeld) diesen Namen bewahrt. – Vgl. Leon Maitre, Les écoles épiscopales et monastiques de l’Occident (Par. 1866); Specht, Geschichte des Unterrichtswesens in Deutschland von den ältesten Zeiten bis zur Mitte des 13. Jahrh. (Stuttg. 1885); Paulsen, Geschichte des gelehrten Unterrichts auf den deutschen Schulen und Universitäten vom Ausgang des Mittelalters bis zur Gegenwart (Lpz. 1885).

Klostervogt, der rechtskundige Vertreter der weltlichen Angelegenheiten eines Klosters. Seit der Säkularisation (s. d.) der Klöster häufig Ehrenamt von Adeligen.

Kloster-Zeven, Konvention von, s. Hastenbeck.

Klotho, eine der Moiren (s. d.). – K. heißt auch der 97. Planetoid.

Klotz, Christian Adolf, Gelehrter, geb. 13. Nov. 1738 zu Bischofswerda in der Lausitz, besuchte die Universitäten zu Leipzig und Jena, wurde 1762 außerord. und 1764 ord. Professor der Philosophie in Göttingen, 1765 Professor der Beredsamkeit in Halle, wo er den Titel eines Geheimrats erhielt und 31. Dez. 1771 starb. Unter seinen Schriften sichern ihm außer seinen lat. Gedichten (Altenb. 1766) diejenigen, welche sich über Kritik und Erklärung der alten Schriftsteller oder über Gegenstände archäol. Inhalts verbreiten, einen ehrenvollen Na-