Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

828
Kurban-Bairâm - Kurbelhammer
versitäten bestellt, später ein wertvolles Organ der
Universitätsverwaltung als Mittelinstanz zwischen
dem Ministerium und den mit großer korporativer
Selbständigkeit ausgestatteten Universitäten wur-
den. Auch sonst kommt der Ausdruck K. für Auf-
sichtsbeamte, besonders von Kassen und Stiftungen,
Kurban-Bairam, s. Bairam. ftor.
Kurbel oder Krummzapfen, ein Maschinen-
teil, welcher im allgemeinen den Zweck hat, im Ver-
ein mit der an ihr angreifenden Kurbel- oder Pleuel-
stange bez. dem menschlichen Arm, eine hin und
her gehende Bewegung in eine rotierende umzuwan-
deln. Jede K. ist ein einarmiger rotierender Hebel.
Man unterscheidet Hand- und Maschinenlurbeln.
Die nachstehende Fig. 1 stellt eine Handkurbel
Fig. 1. Fig. 2. Fig. 3.
Fig. 4.
dar, wie sie bei Schleifsteinen, Winden u. dgl. be-
nutzt wird. Im wesentlichen bildet dieselbe einen
Winkelhebel; denn um eine bequeme Handhabung
des Kurbelarms zu ermöglichen, muß ein Griff,
und zwar zweckmäßig senkrecht zum Kurbelarm, vor-
handen sein, der für beide Hände Platz giebt. Ein
solcher Handgriff wird aus einem Holzheft gebildet,
das über eine am Kurbelarm festgenietete Eisen-
stange gezogen ist. Bei kleinern Kräften kann statt
eines langen Griffs einfach ein Knopf oder Knauf
zum Anfassen angebracht werden. In Fällen, wo
die zu überwindenden Kräfte die Anbringung eines
Schwungrades verlangen, setzt man den Handgriff
in irgend eine Speiche des Rades und es bildet
dann diese Speiche den Kurbelarm.
Fig. 2 u. 3 zeigt eine Maschinenkurbel, welche
die Umsetzung der geradlinigen hin und her gehenden
Bewegung der Kolbenstange einer Dampfmaschine,
Pumpe u. s. w. in eine rotierende der Dampf-
maschinen- oder Pumpenwelle bewirkt. Bei der Ma-
schinenkurbel muß man zunächst eine Nabe unter-
scheiden, mit welcher der Kurbelarm auf der in Um-
drehung zu versetzenden Welle sitzt; am andern
Ende des Kurbelarms befindet sich der Kurbel-
zapfen (auch Kurbelwarze genannt), an wel-
chem die drehende Kraft wirkt; derselbe ist mit dem
Griff der Handkurbel zu vergleichen. Bei der in
Fig. 2 u. 3 abgebildeten K. ist direkt mit dem Kur-
belzapfen eine sog. Gegenkurbel verbunden.
Der Zapfen der Gegenkurbel, der einen kleinern Kreis
als derjenige der Hauptkurbel beschreibt, kann als
Angriffspunkt für die Kurbelstange der Luftpumpe
(bei Dampfmaschinen) oder, wie oft bei manchen
Lokomotiven, auch zur Einleitung der Steuerbewe-
gung dienen. Um die einseitige Wirkung des Ge-
wichts von K. und Kurbelzapfen auszualeichen,
bringt man in der Verlängerung des Kurbelarms
über das Wellenmittel ein Gegengewicht an, be-
sonders bei Maschinen mit hoher Umdrehungszahl,
bei denen die einseitige Wirkung des Kurbelgewichts
Störungen im Gange hervorrufen würde.
Oft sind zwei gleiche K. mit einem gemeinschaftlichen
Kurbelzapfen fo verbunden, daß nach den Wellen zu
beiden Seiten die Bewegung fortgeleitet werden kann.
Im Princip dieser Anordnung gleich ist die in
Fig. 4 dargestellte Krummachse oder gekröpfte
Welle, nur daß hier K., Kurbelzapfen und Welle
aus einem Stück bestehen. Die gekröpfte Welle ist
unter anderm bei Lokomotiven mit innenliegenden
Dampfcylindern sowie bei Schisfsmafchinen in An-
Kurbelarm, s. Kurbel. ^Wendung.
Kurbelgetriebe, Kurbelmechanismus, ein
Vewegungsmechanismus (s. d.), der aus der sog.
Kurbelkette dadurch entsteht, daß eins der Glie-
der zum festen Gestell ausgebildet wird. Die
Kurbelkette (über kinematische Ketten s. Kinematik)
besteht in ihrer allgemeinsten Form aus vier Glie-
dern, die miteinander zu je zwei durch das kinema-
tische Elementpaar: Zapfen und Lager, verbun-
den sind. Die vier Achsen der Paare sind entweder
einander parallel (Kurbelprisma oder cylin-
drische Kurbelkette) oder sie schneiden ein-
ander in einem Punkte (Kurbelpyramide
oder konische Kurbelkette). Man unter-
scheidet je nach den Verhältnissen der Glie-
der zueinander mehrere Formen, von denen
die am meisten gebräuchlichen die sog. Schub-
kurbelkette ist, bei der eine der vier parallelen
Achsen ins Unendliche gerückt und infolge-
dessen das betreffende Paar in ein Prismenpaar
(Kreuzkopf mit zugehöriger Führung) übergegan-
gen ist (s. die nachstehende Skizze). Aus ihr erhält
Artikel, die man unter K vermißt, sind unter C aufzusuchen.
man je nach der Wahl des zum festen Gestelle
ausgebildeten Gliedes die folgenden vier Me-
chanismen: 1) die rotierende Schubkurbel
(Glied 1, die Glcitbahnführung F für das Prismen-
paar und das Lager a für die Kurbel enthaltend,
zum Gestell ausgebildet, s. vorstehende Figur);
2)dierotierende
Kurbelschleife
(Glied 2, die Kur-
bel k zum Gestell
ausgebildet);
3) die oscillie-
rende Kurbel-
schleife (Glied 3,
die Pleuelstange p
als Gestell aus-
gebildet); 4) die
oscillierende
Schubkurbel
(Glied4,derKreuz-
kopfoderdasQuer-
haupt y als Ge-
stell ausgebildet).
Kurbelham-
mer, ein Trans-
missionshammer,
bei dem das Heben
und Senken des
Hammer-
kopfes mit
Hilfe eines
rasch umlau-
fenden Kur-
delgetriebes erfolgt, sodaß eine große Spielzahl (etwa
2-300Hübe in der Minute) erzielt wird. Eine in das
Getriebe eingeschaltete Stahl- oder Luftfeder (in wel-