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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Lichtrecht - Licinier
man die Kopie in den Räucherkasten, d. i. ein großer
Papp-, Blech- oder Holzkasten. An der Innenseite
des Deckels dieses Kastens befestigt man ein mit
Wasser befeuchtetes Stück Flanell und ein zweites
Stück Flanell, auf welches man einige Kubikcenti-
meter folgender Anilinlösung gießt: U) ccin Anilin,
160 ccm. Benzin. Von beiden Lösungen darf nichts
auf die Kopie tropfen, da sonst Flecke entstehen.
Nach 5-10 Minnten haben sich die gelben Linien
kräftig dunkelblaugrün gefärbt: man wäscht dann
die Kopie kurze Zeit und trocknet. Durch Baden
der Kopie in verdünntem Ammoniak wird die
dunkelgrüne Farbe der Linien violett. Färbt sich
auch der Untergrund des Papiers beim Räuchern,
so hat man zu kurz, kommen die feinen Linien der
Zeichnung nicht zum Vorscheiu, zu lange belichtet.
Zur Entwicklung der Anilindrucke ist Feuchtigkeit
unbedingt erforderlich.
Vgl. Vogel, Handbuch der Photographie, Bd. 1
(4. Aufl., Berl. 1890): Die modernen L. l3. Aufl.,
Düsseld. 1892); Schuberth, Das L. (2. Aufl., Wien
Lichtrecht, s. Fensterrecht. ^1893).
Lichtsäulen, s. Totenleuchten. - ' ^ -
Lichtschacht, s. Lichthof.
Lichtscheu, Photophobie, die durch eine
abnorm gesteigerte Empfindlichkeit der Netzhaut
des Sehnerven oder der die Sehnervenfasern ab'
gebenden Hirnpartien bedingte Unverträglichkeit de5
Auges gegen Helligkeitsgrade, die dem gesunden
Auge nicht lästig sind. Der Lichtscheue sucht sich in
jeder Weise vor dem Lichteinfalle zu schützen durch
Aufsuchen dunkler Räume, Verdecken der Augen,
Zusammenkneifen der Lider. Bei stärkerer L. tritt ein
unwillkürlicher krampfhafter Schluß der Lidspalte
ein (Lidkrampf). Auch diejenigen Formen von Lid-
trampf (s. d.), die in Reizznständen anderer sensibler
Nerven ihre Ursache haben, werden durch Lichtein-
fall gesteigert und sind daher gewissermaßen mit L.
kompliziert. Ferner sind in der Regel mit Trübungen
der Hornhaut oder der Linse behaftete Augen lickt-
schen, weil diese Trübungen das auffallende Licht
diffus zerstreuen und dadurch das Gefühl der Blen-
dung hervorrufen. Beschattung schafft diesen Augen
cin besseres Sehen, weil nicht nur hierhci die Blen-
dung wegfällt, sondern auch in dem beschatteten
Auge die Pupille sich erweitert. Einige Verwandt-
schaft mit der L. haben gewisse Zustände des Auges,
bei denen im Gegensatz zur Hemeralopie (s. d.) in
der Dämmerung besser gesehen wird als bei heller
Tagcsbeleuchtung, und die man deshalb als Tages-
blindheit (s. d.) bezeichnet. Lichtscheue Augen schützt
man durch Schutzbrillen (s. Brille, Bd. 3, 'S. 539d).
Lichtschlag, in der Forstwirtschaft die znmZwecke
der Vorverjüngung im Femelschlagbetrieb dem
Dunkclschlag (s. d.) zunächst folgende Lichtung des
alten Bestandes. Man entfernt die Hälfte bis zwei
Drittel der noch vorhandenen Stämme, um dem
jungen Nachwuchs Licht und Luft, Regen und Tau
reichlicher zuzuführen. Bei Tanne und Buche kann
die Lichtung ganz allmählich erfolgen, bei Fichte
muß schon schneller gelichtet werden, am schnellsten
bei der Kiefer. Dem L. folgt der Abtriebs- oder
Räumungsschlag (s. d.). Bei sehr lichtbedürftigen
Holzarten folgt diefer mitunter sofort dem Duntel-
oder Samenschlag.
Lichtsinn, die Fähigkeit des Auges, Lichtstärken
zn unterscheiden. Er kann mit photometrischen
Apparaten genau geprüft werden und ist desto fei-
ner, je kleinere Unterschiede erkannt werden können.
! Stark herabgesetzt ist der L. bei gewissen Augenleiden,
! namentlich bei der Hemeralopie, der Netzhautad-
! lösung, den meisten Aocrhautkrankheiten.
! Lichtstärke, s. Beleuchtung (Bd. 2, S. 662 d).
! Lichtsteindruck, s. Photolithographie.
^ Lichtstrahlen, s. Strahl.
>
! Herzog Julius (15<)8-89) prägen ließ. Dieselben
, zeigen den wilden Mann mit brennendem Lichte in
der Hand und tragen den hierauf bezüglichen Wahl-
spruch des Herzogs: "^liißinZki-vienäoconNimft?'."
Lichtungsbetrieb, eine Art des Hochwald-
betricbes (s. d.), bei dem ältere Bestände stark ge-
lichtet und mit einem bis zum einstigen Abtrieb des
Bestandes bleibenden Unterholz, Vodenschutzholz
(s. d.), unterbaut werden. Die Verjüngung erfolgt
wie beim Hochwald. Der Zweck des L. ist haupt-
sächlich der, durch starke Lichtung des Bestandes
den Zuwachs der stehen bleibenden Bäume zu er-
höhen und dadurch stärkere Sortimente in kürzerer
Zeit zu erziehen, als dies bei vollständigem Schluß
des Bestandes möglich ist. Es gehören zum L. die
in neuerer Zeit vielfach empfohlenen, aber noch
nickt erprobten sog. zwei- oder mehrhiebigen
Betriebe. Für den L. lassen sich die verschieden-
artigsten Formen denken, unter allen Umständen ist
aber für den Unterbau eine schattenvertragende
Holzart, wie z. V. Buche, Hornbaum, Tanne, allcn-
salls Fichte zu wählen.
Lichtwer, Magnus Gottfr., Fabeldichter, geb.
30. Jan. 1719 zu Würzen, studierte in Leipzig und
Wittenberg die Rechte und trat dann an letzterm
Orte als Privatdocent auf, bis ihn Kränklichkeit
nötigte, die akademische Laufbahn aufzugeben. Er
ging hierauf nach Halbcrstadt und wurde daselbst
1752 preust. Negierungsrat, auch Mitglied der Lan-
desdeputation sowie Kanonikus zu St. Mauritius.
Er starb 6. Juli 1783. Sein Hauptwerk sind die
"Vier Vücker Äsopischer Fabeln" lLpz. 1748), von
denen viele noch jetzt zu den bessern Arbeiten in
dieser Gattung gehören sso "Die Katzen und der Haus-
herr", "Der kleine Toffel"). Ein unrechtmäßiger, von
Rainler vielfach veränderter Abdruck derselben (1761)
hatte einen Streit zwischen L. und Ramler zur Folge.
L.s Lehrgedicht in fünf Büchern: "Das Recht der
Vernunft" iLpz. 1758), eine Poet. Entwicklung der
Wolffchen Philosophie, ist unbedeutend. Seine
"Sckriften" gaben von Pott, L.s Enkel, und Cramer
lHalberst. 1828) heraus. -Vgl. Ellingerinder "Zeit-
schrift für deutsche Philologie", Bd. 17 (Halle 1885).
Lichtzeit, die Zeit, die das Licht gebraucht, um
von einem bestimmten Stern aus in unser Auge
zu gelangen. Da die Fixsternentfcrnungen ls.Stern-
weite) gegenüber unsern Entfernungen auf der
Erde ganz ungeheure sind, für die uns jede räum-
liche Vorstellung fehlt, pflegt man sie häufig in L.
anzugeben. So ist z. V. die L. von ". Eentauri
4 Jahre. Wenn also heute n Eentauri plötzlich auf-
hören würde zu leuchten, so würden wir dies erst
nach 4 Jahren wahrnehmen. Der jährlichen Pa-
rallaxe (s. Firsternparallaxen) eines Fixsterns im
Betrag von 1" entspricht eine L. von 3,26 Jahren.
Lichtzieher, derjenige, der Kerzen nach dem äl-
tern Verfahren, durch Ziehen, herstellt. (S. Kerze.)
Licinier, Name eines alten röm. plebejischen
Geschlechts, das an dem Kampfe der Plebejer um
Gleichstellung mit den Patriciern sich früh thatkräf-
tig beteiligt bat. Ein Gajus Licinius wird als
einer der ersten Volkstribunen 493 v. Chr. genannt.