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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Manon - Manövrieren im Wirbelsturm
von denen die erstern am zuverlässigsten wirken,
aber schwerer in Stand zu halten und darum auck
weniger gebräuchlich sind.
Die nachstehenden Fig. 1 u. 2 zeigen ein sog.
Quecksilber-Gefäßmanometer, bei welchem
die Quecksilbersäule direkt aus
dem Quecksilbergcfäß in die
.höhe gepreßt wird; Fig. 3
stellt ein Federmanometer
dar. Die M. geben gewohn-
lich den in dem betreffenden
Raum herrschenden Überdruck
in Kilogrammen pro Quadrat-
centimeter an. Wenn demnach
das M. auf 5kf? zeigt, so be-
deutet dies, daß auf jeden
Quadratcentimeter der Wan-
dung des unter Druck stehen-
den Gefäßes ein Druck von
5 kF mebr als der Druck der
atmosphärischen ^uft (der an-
nähernd 1 k^ auf denQuadrat-
centimeter beträgt) ausgeübt
wird.
Ihre hauptfächlickste Ver-
wendung finden die M. bei
Dampfkesseln (s. d.), um den
im Innern derselben herr-
schenden Dampfdruck anzu-
zeigen, außerdem namentlich
bei hydraulischen Pressen und
Pumpen. Für letztern Zweck
werden Federmanomcter an-
^. i o.. .. gefertigt, welche bis zu W00
""'!' "'^ ^ Atmospbären (2000 1lF pro
Quadratcentimer) Überdruck anzeigen.
Zu den M. gehören auch die Vakuummeter,
die,ähnlich wie dieFeder-
manometer konstruiert,
nicht wie diese den Über-
druck, sondern die Luft-
verdünnung in einem
Raun: anzeigen und bei
allen Vakuumapparaten
Verwenduug finden.
Das neuerdings von
Cailletet am Eiffelturm
errichtete Riefenqueck-
silbermanometer erlaubt
die Messung von Pres-
sungen bis 400 Atmo-
sphären und dient auck
zur Aichung von Federmanometern für hohe Drucke
Nlanon (frz., M. -nöng), Koseform von Nai-ie,
Mariechen.
Manono, eine der Samoa-Inseln, s. Apolima.
Manopan, mechan. Musikwerk, s. 3.1iusitinstru-
mcnte, mechanische.
NIa.nor (spr. männ'r), engl. Bezeichnung für das
Gebiet einer Grundherrschaft, deren Herr <I.0iä ol
tke ^I.) gewisse Rechte über dasselbe ausübt lz. V.
ein Recht auf Zahlung von Gebühren bei Veräuße-
rung der im Gebiet befindlichen Grundstücke, Recht
auf Ausbeutung der Bergwerke, häufig auch eine
kleine jährliche Gebühr, Hnit reut genannt). Seit
Erlaß des 8t^tnt6 (Hni^ Nin^wio^ (1W1) sind keine
neuen ^VI. begründet worden, aber die früber ge-
schaffenen bestehen weiter und können fowohl unter
Lebenden als dnrch letztwillige Verfügung veräußert
Fig. 3.
werden. Am weitesten geht das Recht des I^oni ok
ins N. bei den ^o^iioläki-Z (s. d.); doch giebt es
auck I"l-66iio1ä3, die noch grundherrlichen Reckten
unterworfen sind. Die Gesetzgebung des 19. Jahrb.
und namentlich die (^op^iwiä ^ct von 1887 hat die
Ablösung derartiger Rechte wesentlich erleichtert, und
sie werden wobl bald ganz verschwinden.
Manora, Fort bei Karatschi (s. d.).
Manöver lfrz. n^nwuvie), größere Truppen-
übungen zum Zweck der Schulung der Truppen in
der angewandten Taktik und der Führer in der Leitung
größerer Verbände. Zur ausgedehnten Benutzung
des Geländes auch ausserhalb der eigentlichen
Übungsplätze finden die M. im Herbst statt und
werden daber auch Herbstübungen genannt. Im
deutschen Heere umfasfen die regelmäßigen Herbst-
Übungen in steigender Stufenfolge zunächst das Exer-
zieren der Regimenter und Brigaden der einzelnen
Waffen und der zu Übungszwecken zusammengestell-
ten Kavalleriedioisionen. Dann folgen die Brigade-
manöver (Deta ch e m e n t s ü b u n gen), bei denen
jede Infanteriebrigade unter Zuteilung andererWaf-
sen in zwei Parteien gegeneinander übt, dann die
Divisionsmanöver, die gleich den letztern in zwei
Parteien gegeneinander oder in der ganzen Division
gegen einen markierten Feind stattfinden. Hieran
schließen sich bisweilen Korpsmanöver, in denen
beide Divisionen eines Armeekorps gegeneinander
oder das ganze Korps gegen einen Markierten Feind
(s. d.) übt. Alljährlich haben gewöhnlich zwei Armee-
korps sog. Kaisermanöver, d. h. sie üben vor
dem Kaiser zunächst einzeln im Armeekorpsverbande
und dann gegeneinander. Da bei den Friedens-
übungen zweier Parteien die zahlreichen Momente,
von denen im Ernstfalle der Ausgang des Kampfe?
abdangt lz. B. die Feuerwirkung), sich gar nicht oder
nur in beschränktem Umfange geltend machen, so
sind böbere Offiziere als Schiedsrichter auf dem
Manöverfelde verteilt. Die Herbstübungen der
andern großen Mächte sind dem deutschen Muster
nachgebildet. - M. bezeichnet ferner eine Be-
wegung, durch die man ein taktisches oder stra-
tegisches Ziel obne direkte Gefechtsthätigkeit zu er-
reichen strebt: so sucht man z. B. durch eine Um-
gebung oder Bedrohung der Rückzugslinie den
Feind aus einer Stellung ohne Gefecht hinaus-
zumanövrieren. - Ganz allgemein ist M. Be-
zeichnung für eine beliebige taktifche Maßregel: in
diesem Sinne spricht man z. B. von einem dreisten
oder unvorbergesebenen oder übereilten M.
Manöverdivision im Seewesen, s. Division.
Manövcrkartuschen, Kartuschen (s. d.) ohne
^ Geschoß, die bei Friedensübungen verfeuert worden,
> um den Knall und bisher auch die Rauchcrfcheinung
! feuernder Gefchütze hervorzurufen.
! Manöverpostordnung, s. Feldpost und Sol
datenpostsendungen. ^S. 949a).
Manövrierartillerie, s. Artillerie (Bd. 1,
Manövrieren im Wirbelfturm. Auf der
nördl. Halbkugel, dem Winde zugewendet, hat man
das Centrum eines Wirbclsturms zur Rechten und
bintcr sich, auf der südl. Halbkugel dagegen zur
linken und hinter sich. Beim Vorwärtsgehen des
Centrums auf der nördl. Halbkugel ist für Schiffe
rechts von der Bahn ss. umstehende Abbildung) der
Wind rechtsdrebend, für solche auf der linken Seite
linksdrebend. Da nun bei starkem Winde ein Schiff
nicht beim Winde oder mit Wind querein, sondern
nur mit achterlichem Wind vorwäNs kommen kann,