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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Mecklenburgische Eisenbahnen; Mecklenburgische Rechtspartei; Mecodónta; Meconĭum; Med.; Medâïin-Sâlih; Medaille

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Mecklenburgische Eisenbahnen - Medaille

ab. – Bei den Reichstagswahlen 1890 wurden 4 Konservative, 1 Nationalliberaler und 2 Deutschfreisinnige gewählt, bei den Wahlen vom 15. Juni 1893: 6 Konservative und 1 Freisinniger. Die Socialdemokraten erhielten 32230 Stimmen.

Litteratur. Jahrbücher des Vereins für mecklenb. Geschichte und Altertumskunde, begründet von Lisch, jetzt hg. von Grotefend (seit 1836); Boll, Geschichte M.s (2 Tle., Neubrandenb. 1855‒56); ders., Abriß der mecklenb. Landeskunde (Wism. 1861); Mecklenb. Urkundenbuch (Bd. 1‒16, Schwer. 1863‒94); Balck, Finanzverhältnisse in Mecklenburg-Schwerin (2 Bde., Wismar, dann Schwer. 1877‒78); ders., Verwaltungsnormen in Mecklenburg-Schwerin (Teil 1 u. 2, Schwer. 1883‒91); ders., Die Vererbpachtung der Domanial-Bauern in Mecklenburg-Schwerin (ebd. 1894); Büsing, Staatsrecht der Großherzogtümer M. (im «Handbuch des öffentlichen Rechts», Bd. 3, 2, Freib. i. Br. 1884); Bachmann, Die landeskundliche Litteratur über die Großherzogtümer M. (Güstrow 1890); Raabe, Mecklenb. Vaterlandskunde (Bd. 1, 2. Aufl., Wism. 1893); Beiträge zur Statistik M.s, hg. vom großherzogl. Statistischen Bureau in Mecklenburg-Schwerin (Bd. 1‒12, Schwer. 1858‒94); von Bomsdorff, Topogr. Specialkarte der Großherzogtümer Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz, 4 Bl., 1:200000 (Rost. 1894).

Mecklenburgische Eisenbahnen. Am 1. April 1893 waren in den Großerzogtümern 1207 km Eisenbahnen vorhanden, davon 205 km in Mecklenburg-Strelitz. Darunter sind preuß. Staatsbahnen 198,41 km, mecklenb. Bahnen 687,68 km und Privatbahnen unter eigener Verwaltung 320,89 km. Die ersten Eisenbahnen waren die 1846 eröffneten Strecken der vormaligen Berlin-Hamburger Eisenbahn (s. d.). 1847‒50 wurde die mecklenb. Bahn Hagenow-Schwerin-Bützow gebaut; Anfang der sechziger Jahre entstand die Friedrich-Franz-Bahn Güstrow-Neubrandenburg-Preuß. Landesgrenze (Mecklenb. Ostbahn), 1865 die Lübeck-Kleinener Eisenbahn. 1878 wurde auch die mecklenb. Eisenbahn vom Großherzog erworben, wodurch die großherzogl. Schatulle in den Besitz eines zusammenhängenden Eisenbahnnetzes von 322 km gelangte. 1873 wurde das ganze Netz an die mecklenb. Friedrich-Franz-Eisenbahn (Aktiengesellschaft) verkauft. Seit 1870 wurden neue Bahnen mit Staatsunterstützung durch die Friedrich-Franz-Bahn und durch andere neu gebildete Gesellschaften gebaut. Seit 1890 ist die Durchführung des Staatseisenbahnsystems eingeleitet durch den Erwerb der Friedrich-Franz-Bahn, der Güstrow-Plauer, der Gnoien-Teterower, der Wismar-Rostocker, Doberan-Heiligendammer und Wismar-Karower Eisenbahn (zusammen 695 km für 39 Mill. M.). Außerdem ist eine bis 1937 an die großherzogl. Schatulle zahlbare Annuität von 960000 M., deren Kapitalswert Ende 1889 sich auf 17965917 M. belief, zu Lasten der Staatsbahnen zu übernehmen, so daß der Gesamtpreis 56965917 M. (81229 M. pro Kilometer) beträgt. Die Verstaatlichung der größern, noch in Mecklenburg belegenen Privatbahnen, nämlich der des Deutsch-Nordischen Lloyd (Neustrelitz-Warnemünde, 128 km), der Mecklenb. Südbahn (Parchim-Karow-Waren-Neubrandenburg, 116 km) und der Parchim-Ludwigsluster Eisenbahn (26 km) konnte erst im Frühjahr 1894 beendet werden. Die Verwaltung der Staatsbahnen besorgt die Generaldirektion in Schwerin. Zu den im Privatbetrieb verbliebenen kleinern Bahnen kam 8. Okt. 1893 die Bahn Blankensee-Woldegk-Strasburg i. d. U. (36,9 km) hinzu; 5,2 km liegen auf preuß. Gebiete.

Mecklenburgische Rechtspartei, s. Deutsche Rechtspartei.

Mecodónta (grch., d. h. Längszähner), eine Gruppe von Molchen, die ihren Namen davon hat, daß die hierher gehörigen Tiere auf der Innenseite des Daches ihrer Mundhöhle längsgestellte Reihen feiner Gaumenzähnchen tragen. Hierher gehören in erster Linie unsere einheimischen Wassersalamander (s. d.) und die Landsalamander (s. d.).

Meconĭum (lat.-, grch. mekonion), das Kindspech (s. Embryo, Bd. 6, S.73 a); auch das Opium (s. d.).

Med., hinter lat. Pflanzennamen Abkürzung für Friedr. Kasimir Medicus, Gartendirektor in Schwetzingen, geb. 1736, gest. 1809; schrieb über Malvaceen, amerik. Bäume und Sträucher.

Medâïin-Sâlih, Pilgerstation, s. Hidschr.

Medaille (frz., spr. -dallje; vom ital. medaglia, aus dem lat. metallum), Schau- oder Denkmünze, eine Münze, die nicht mit den Zeichen des Geldes geprägt und nicht zum Umlauf bestimmt ist, sondern zum Ehrengedächtnis einer Person oder zur Erinnerung an ein Ereignis und Unternehmen geschlagen und verteilt wurde. Im Altertum machte man keinen Unterschied zwischen Münze und M.; erst im 15. Jahrh. löste sich die letztere von der Münze als ein selbständiges Kunstwerk. Als die Künstler gegen Ende des Mittelalters anfingen M. zu fertigen, verfuhren sie zuerst auf dieselbe Weise wie die Siegelstecher. Ihre M. sind nur Abgüsse in Formen, die sie auf der Oberfläche mit dem Grabstichel überarbeiteten. Diese Kunst der gegossenen und ciselierten M. war während des 15. Jahrh. in Italien fast allein gebräuchlich und außer durch Sperandio u. a. besonders glänzend vertreten durch Vittore Pisano, dessen Porträtmedaillen zu den vortrefflichsten Kunstdenkmälern gehören. Als zu Anfang des 16. Jahrh. Vittore Camelo darauf verfiel, die Medaillenstöcke nach Art der Münzstempel in Stahl einzuschlagen, wurden die geprägten M. bald zahlreicher als die gegossenen und ciselierten; letztere blieben jedoch noch das ganze 16. Jahrh. in Gebrauch. Francesco Francia, Caradosso, Benvenuto Cellini und andere bedeutende Künstler des Cinquecento beschäftigten sich mit dieser Art Arbeit. Auch unter den ital. Steinschneidern und Graveuren machten sich manche einen Namen als Medailleure, so Valerio Vicentino, Giovanni Boinardo und Alessandro Cesari, Leo Leoni, Jacopo Trezzo und Giov. Paolo Poggi. Gleichzeitig, wurde in Deutschland das Gießen und Ciselieren der Metalle für Darstellung von Porträtmedaillen ebenfalls mit ausgezeichnetem Erfolg betrieben. Man goß sie in Bronze, Silber und in ausgezeichneter Weise auch in Blei. Die Modelle wurden in Wachs bossiert oder in Holz und Speckstein geschnitten. Die Liebhaberei an M. und damit das Kunsthandwerk in diesem Fach nahm seit dem Anfang des 16. Jahrh. besonders deshalb einen so großen Aufschwung, weil die M. als Schmuck am Hut, am Barett und besonders auf der Brust an Halsketten (s. Konterfektmünzen) von jedermann getragen wurden. Es waren nicht bloß Porträtmedaillen, sondern auch Zeichen der Erinnerung an Begebenheiten der Reformationszeit, Tauf- und Hochzeitsmedaillen. Die vorzüglichsten deutschen Medailleure des 16. Jahrh.