Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

728
Meerschildkröten - Megalithische Denkmäler
Eine geringere Art lnnechtcr M., Masse) wird
aus den Meerschaumahfällen hergestellt. - Vgl.
Raufer, Meerschaum- und Bernsteinwarenfabrika-
tion <Wien 1870); Ziegler, Zur Geschichte des M.
(Tresd. 1878).
Meerschildkröten, s. Sceschildkröten.
M^erschlangen lllväropQiä^e), eine Familie
der Giftschlangen mit einem besonders in seinem
hintern Teile seitlich stark znsanlmengedrüäten Körper
und daher ruderartig entwickeltem Schwänze, an
dessen Spitze eine große dreieckige Schuppe steht.
Die meisten der auf 8 Gattungen sich verteilenden
50 Arten sind lebhaft gefärbt, bewohnen ausschließ-
lich pelagisch das Meer bis auf große Entfernungen
vom Festlande und haben eine eigentümliche Ver-
breitung. Sie finden sich in den tropischen Teilen
des Stillen und Indischen Oceans, aber nickt westlich
von Madagaskar. Die M. gehören zu den giftigsten
Schlangen und sind, wie die meisten Giftschlangen,
lebendig gebärend. Die Platts ch wanzschlange
<^6lami8 dicoloi'Dan<//,l, s. Tafel: Giftschlan-
gen, Fig. 1) wird gegen 50 cni lang, ist oben von
braunschwarM Farbe, die sich scharf gegen den
gelblichweißen Vanch absetzt. Der Schwanz ist weiß-
lich mit großen, unregelmäßigen schwarzen Flecken.
Meerschwein, Braun fisch, s. Delphine.
Meerschweinchen Mvia), ein zu den Nage-
tieren und zwar zu der Familie der.halbhufer (8ud-
un^nl^ta) gehörende Gattung von Säugetieren,
die sich durch dreizehige, mit hufartigen Nägeln
versehene Hinterfüße ohne Schwimmhäute, wurzel-
lose, mit zwei bis drei Lamellen besetzte Backen-
zähne und den Mangel des Schwanzes von den
verwandten Tieren unterscheidet. Zu ihr gehört das
gemeine M. (l^via codaM ^m'c//iv//, s. Tafel:
Nagetiere!!, Fig. 3), welches häufig als ein mun-
teres und geselliges Haustier gehalteil wird. Es
ist 20 - 22 cm lang, unregelmäßig weiß, schwarz
und gelb und frißt allerlei Pflanzen, wobei es auf
den Hinterbeinen sitzt. Wahrscheinlich kam es aus
Südamerika, wo es aber jetzt ebenfalls nicht mehr
wild gefunden wird, über das Aleer zu uus und
hat davon den Namen erhalten. Es wirft jährlich
dreimal 4-<> Junge, die schon nach <; Monaten
wieder fortpflanzung^fähig sind. Mehrere Natnr-
forscher haben irrtümlich das gemeine M. von der
Aperea l^iivia <ip0i-oH ^>r?.) abgeleitet', diese ist
am Ufer des La-Plata-Stroms häufig, ihr Fleisch
wird von Indianern gegessen, ihr oben brauner,
am Baucbe gelblichgrauer Pelz ist wertlos.
Mecrsen, s. Merseu.
Meersenf, s. l^1<iw. ' ^->m^^ -/.-^^
Meerften, s. Mersen. - - < - >
Meerstichling, s. Stichling.
Meertaufe, soviel wie Linientause ss. d.).
Meerteufel, Fisch, s. Rochen.
Meertrauben, die Eier der Sepia ss. d.).
Meerut, Stadt in Britisch-Indien, s. Mirat.
Meerwanzen lllalodtNiäaL), eine flügellose,
aus zwei Gattungen "II^Iod^toK und IllUolmtoäo")
und 15 Arten bestehende, den Vasserläuferu ss. d.)
verwandle Grnppe der Wanzen, wichtig als einzige
wahre Meeresinsekten, ^ie wohnen pelagisch weit
draußen auf der Oberfläche des Meers, zwischen den
Wendekreisen, ganz wie die gewöhnlichen Wasser-
läufer und nähren sich vom Safte toter, niederer Sec-
tiere. Eschscholtz entdeckte sie, die Ehallenger-Erpedi-
tion erweiterte die Kenntnis von den M. bedeutend.
Meerweib, s. Melnsine. ^.. .,,,.>.,>.
Meerwurz, s. ^i-MZiuni.
Meerzwiebel, s. Ili^insa.
Meerzwiebelessig s^cewm 8ci11a6), einmediz.
Essig, wird nach dem Arzneibuch für das Deutsche
Reich bereitet durch dreitägige Maceration von
5 Teilen zerschnittener, getrockneter Meerzwiebel,
5 Teilen Weingeist, 9 Teilen verdünnter Essigsäure
und M> Teilen Wasser.
Meerzwiebelhonig (0x7in6l8oiIIa6), wird er-
balten durch Eindunsten von 1 Teil Meerzwiebelessig
!s. d.) und 2 Teilen gereinigtem Honig auf 2 Teile.
Er findet Anwendung gegen Wassersucht u. s. w.
NlestinT (engl./spr. miht-), Bezeichnung für
Versammlung, gleichviel ob es sich um polit., re-
ligiöse oder geschäftliche Versammlungen bandelt.
Öffentliche Versammlungen sind in: allgemeinen in
England erlaubt, wenn sie nicht in die Kategorie
der unerlaubten Versammlnngen sUiiIlnvt'ui ^56in-
dlil^) geboren, oder in "I^mits" oder "liiots" ans-
arten. Als unerlaubte Versammlung gilt eine Ver-
sammlung von mehr als drei Personen lr. zur Be-
ratung unerlaubter Zwecke, d. zur Beratung er-
laubter Zwecke, welche durch gewaltsame Mittel
erreicht werden sollen. Znm Itont wird eine un-
gesetzliche Versammlung, wenn sie sich zur Ausfüh-
rung ihres Unternehmens in Bewegung setzt, zum
Iliot, wenn sie mit der Ausführung beginnt. Die
unter Georg I. erlassene Nwt ^Vot bestimmt, daß,
wenn zwölf oder mehr Personen sich all einer un-
erlaubten Versammlung in lärmender und friedens-
gefäbrlicher Weise beteiligen, der Mayor oder ein
.ln5tl<'<' of tli6 ?6^,o ss. d.) eine Proklamation, die
Aufrubrakte, zu verlefen hat, und daß, wenn sich die
Versammlung nicht binnen einer Stuuoe auflöst,
sämtliche Beteiligte einer I^Iou^ sd. h. eines schwe-
ren Verbrechens) schuldig zu erachten sind. Ein Gesetz
Georgs III. verbietet Volksversammlungen in der
Nabe der Parlamentsgebäude während derSitzungs-
perioden. Auch ist einer der (^oinini^ioi^i-g ss. (^on-
stadie) in London befngt, Volksversammlungen zn
untersagen, welche den Verkehr in der Nähe öffent-
licher Gebäude stören. Besondere Bestimmungen
sind für die Aufrechterhaltung der Ordnung in
den öffentlichen Parkanlagen getroffen. In Irland
kann der Lord-Lieutenant mit Zustimmung seines
1'riv^ ^onlioil gewisse Vereine als staatsgefährlich
erklären, und die Versammlung eines solchen Vereins
gilt als unerlaubte Versammlung s Omnug.1 I^v
^nä I'rosseänre sli^ianä^ ^ct von 1887).
Mefitis (oft, aber unrichtig, Mephitis ge-
schrieben), eine altitalische Gottheit, verehrt als
Göttin von Quellen, ans denen fchweflige Dünste
aufstiegen; daher mefitisch, pesthanchend, stinkend.
Mega- (grch.), in Znsammensetzungen "groß":
als Vorsilbe bei Elektrischen Einheiten s. d.
Megabromtt, s. Silberkerate.
AlV^a.oSpk9.1on, s. Großfußhühner.
HIeAH.oSr08, s. Riesenhirsch.
I^SAHoliiiV, s. Tapezierbiencn.
KIs^a.Äsrina.'tÄ., Nnterfamilie der insekten-
fressenden Fledermäuse ss. d.), mit verbundenen
Obren und ein- oder zweigliedrigem Mittelsinger.
Die ^1. bewohnen die warmen Länder der Alten
Welt. Zu ihnen gehört die Hohlnase (s. d.).
Megaira (Megära), eine der Erinycn (s. d.).
Megalesien, Fest der Kybele (s. d.).
Megali Dilos, Insel bei Delos ls. d.).
Megalrthifche Denkmaler (vom grck. meF^Z,
groß, und 1itd08, Stein), verschiedenartige, aus