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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Mühlhausen (in Böhmen) – Mukden

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Mühlhausen (in Thüringen)'

Anmerkung: Fortsetzung von Nummer 2)

kundenbuch der ehemals Freien Reichsstadt M. (Halle 1874): Stephan, Verfassungsgeschichte der Reichsstadt M. (Sondershausen 1880). –

3) M. in Ostpreußen, Stadt im Kreis Preußisch-Holland des preuß. Reg.-Bez. Königsberg, an der zur Baude gehenden Donne und der Linie Berlin-Königsberg der Preuß. Staatsbahnen, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Braunsberg), hatte 1890: 2227 E., darunter 440 Katholiken und 44 Israeliten, 1895: 2240 E., Post, Telegraph, Reste ehemaliger Befestigungen, alte evang. Kirche, kath. Kirche (1857), Vorschußverein; Dampfsägewerk, Molkerei, Ziegelei, Handel mit Holz, Flachs,Getreide.

Mühlhausen. 1) Bezirkshauptmannschaft in Böhmen, hat 608,85 qkm und (1890) 38787 (18705 männl., 20082 weibl.) czech. E. in 89 Gemeinden mit 145 Ortschaften und umfaßt die Gerichtsbezirke Bechin und M. –

2) M., czech. Milevsko, Stadt und Sitz der Bezirkshauptmannschaft sowie eines Bezirksgerichts (368,29 qkm, 24704 czech. E.), an der Linie Iglau-Taus der Österr. Staatsbahnen, hat (1890) 2823 czech. E.; gehört seit 1581 dem Prämonstratenserstift Stráhow in Prag.

Mühlheim. 1) M. an der Donau. Stadt im Oberamt Tuttlingen des württemb. Schwarzwaldkreises, an der Linie Ulm-Immendingen der Württemb. Staatsbahnen, hatte 1890: 943, 1895: 1042 E., Post, Telegraph, zwei Schlösser; Fabrikation von Uhren, Uhrgehäusen und elektrischen Apparaten; nahebei die Wallfahrtskirche Welschenberg. –

2) M. am Rhein und M. an der Ruhr, s. Mülheim.

Mühlkreis-Eisenbahn, österr. Privateisenbahn mit dem Sitz der Direktion in Urfahr, von Urfahr (Linz) nach Aigen-Schlägl (57,58 km, 1886 genehmigt, 1888 eröffnet).

1.
Figur: 1.

2a 2b.
Figur: 2a 2b.

Mühlstaub, die Ursache von Mühlenexplosionen, die in Glasgow, Leith, Hameln und an andern Orten große Mühlen zerstört haben. Professor Weber hat 1878 nachgewiesen, daß Luft, die im Liter 18–35 mg Mehlstaub enthält, durch glühende Körper entzündet werden kann. Seitdem hat man die Gefahr der großen Staubkammern erkannt, in die man früher die Staubluft der Getreidereinigungs- und Griesputzmaschinen zur Ablagerung der verwertbaren Staubteile blies, und ersetzt diese Kammern heute durch Staubsammler, welche infolge ihres geringen Luftinhalts keine Gefahr für die Mühlen mehr bilden. Dcr Staubsammler, Cyklone (s. beistehende Fig. 1), besteht aus einem Blechtrichter, in welchen die Staubluft bei A eintritt. Die Staubteile werden bei der kreisenden Luftströmung gegen den Trichtermantel geschleudert und ↔ bei B abgesondert, während die staubfreie Luft bei C entweicht. Der Staubsammler Patent Prinz (Fig. 2a u. 2b) enthält in einem Gehäuse H eine sich langsam mit Unterbrechungen drehende sternförmige Trommel J, deren radial gestellte Fächerwände von wollenem Filtertuch gebildet sind. Die Staubluft tritt bei D ein, wird durch einen Sauglüfter durch die Filterfläche hindurchgesogen und verläßt den Staubsammler bei G von Staub befreit. Der vom Filter zurückgehaltene Staub bleibt so lange am Filter hängen, bis sein Fach unter das Ausblaserohr A und über den Ausklopfer B rückt. Die Erschütterung des Filtertuchs durch den Klopfer B und die aus A in das abgeklopfte Fach blasende Luft befreien das Filtertuch wieder vom Staub, welcher, in eine Schnecke C fallend, von dieser aus dem Staubsammler hinausgeschafft wird. 1 qm Filterfläche reinigt stündlich etwa 150 cbm Staubluft.

Mühlstein, s. Mahlmaschinen.

Mühlsteinkragen, große flache Halskrause (s. d. und Tafel: Kostüme III, Fig.5 u. 6, und IV, Fig. 2).

Mühlstuhl, s. Bandfabrikation (Bd. 2, S. 360a).

Mühltroff, Stadt in der Amtshauptmannschaft Plauen der sächs. Kreishauptmannschaft Zwickau, an der Wiesenthal und der Nebenlinie Schönberg-Schleiz der Sächs. Staatsbahnen, hatte 1890: 1893 E., darunter 41 Katholiken, 1895: 1708 E., Post, Telegraph, schöne Kirche, hohes Felsenschloß, gräfl. Rittergut, Bezirksarmenanstalt, Sparkasse; eine mechan. Kammgarnweberei, Chenillevorarbeitenweberei, Strickerei, Herstellung von Gold und Silberwaren (Hausindustrie), Gerbereien, Brauerei, Brennerei, Steinbrüche, Mahl- und Schneidemühlen.

Mühlwalder Thal, s. Tauferer Thal.

Mühlzwang, s. Bannrechte und Mühlenrecht.

Muhme, s. Geschwisterkinder.

Muichdhui oder Ben Macdui, der zweithöchste Berg (1309 m) Schottlands in der Gruppe Cairngorm des Grampiangebirges.

Muid (spr. müih), älteres Getreide- und Flüssigkeitsmaß in Frankreich und der Schweiz. In Frankreich bildete der alte Pariser M. beim Getreide u.s.w. das Zwölffache des Setier (s. d.); als Flüssigkeitsmaß enthielt der alte Pariser M. das Doppelte der Feuillette, also etwa 270 l; in der Schweiz war M. die franz. Benennung des Führling (=366 l), ferner die franz. Benennung des Saum (auch Ohm genannt) von 1½ hl.

Mukden, chines. Schön-jang, Hauptstadt der Mandschurei (s. d.), Sitz eines mit der Verwaltung betrauten Oberbefehlshabers der Mandschutruppen und von 5 oder 6 pu oder Ministerien unter schi-lang oder Unterstaatssekretären. Der Bezirk M. (Föng-tien-fu) umfaßt Liau-tung, d. h. das Gebiet östlich vom Liau-ho, zu dem jetzt auch das Pien-wai (s. d.) gehört; es zählt etwa 170000 E.