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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Os (chemisches Zeichen) – Oscillaria

Os, chem. Zeichen für Osmium (s. d.).

Osāgen oder Wäsäsch (d. h. Knochenmenschen), ein indian. Volksstamm in den Vereinigten Staaten von Amerika, zur Sprachfamilie der Sioux gehörig, wohnen jetzt, 4000 Köpfe stark, im Indianerterritorium, westlich von den Cherokee, nachdem ihr früher weit größeres Gebiet, der Osagedistrikt, zum großen Teil andern Völkern angewiesen worden ist. Sie sind geschickte Diebe. Früher hatten sie Gebiete in den Staaten Arkansas und Missouri inne. In letzterm fließt, aus Kansas kommend, gegen Osten und Nordosten der Osagefluß unterhalb Jefferson City in den Missouri. Unter Missouri- oder Osagekohlenfeld versteht man ein Steinkohlengebiet, das erst als ein bloßer Streifen von der Mündung des Missouri westlich längs des südl. Ufers dieses Flusses hinzieht, sich dann aber, nachdem der Streifen die Mündung des Osage überschritten, zu einem großen sich nach Westen erstreckenden Kohlenbassin erweitert.

Osáka, in alten Zeiten Naniwa genannt, eine der bedeutendsten Städte Japans auf der Südwestküste der Hauptinsel, 53 km im SSW. von Kioto an der Bai von O. und an der breiten Mündung des schiffbaren Jodogawa, in einer fruchtbaren Ebene gelegen, von vielen Kanälen durchschnitten, hat (1890) 473541 E. Die Hauptstraße ist Shinsaibashi sudschi. Sehenswert ist Dotombori. Im nordöstl. Teil der Stadt sind die Trümmer der großartigen, von Taiko Sama erbauten Burg, auf deren Grund jetzt Kasernen gebaut sind, und ihr gegenüber die Münze, ein in europ. Stil erbautes Gebäude, anfangs unter engl., seit 1889 unter japan. Leitung. Von Tempeln sind zu nennen: Tennodschi mit Pagode, zwei Hongandschi, Tendschinsama, Ikudama no Dschindscha. Die Stadt ist immer noch der erste Platz für den Binnenhandel Japans, namentlich in Reis, Sake und für die Industrieprodukte von Kioto, Nagoga und andern Städten. Für den Außenhandel ist der Hafen zu seicht; es tritt dafür das nahe Kobe ein.

O sancta simplicĭtas! (lat.), «o, heilige Einfalt!», sprichwörtlich gewordener Ausruf, den Huß 1415 auf dem Scheiterhaufen gethan haben soll, als er sah, wie ein Bauer in blindem Glaubenseifer ein Stück Holz zum Scheiterhaufen herbeitrug.

Osann, Emil, Mediziner, geb. 25. Mai 1787 zu Weimar, studierte in Jena und Göttingen Medizin, ließ sich als praktischer Arzt in Berlin nieder und wurde hier 1810 Assistenzarzt an dem poliklinischen Institut, 1814 außerord. Professor an der Militärakademie, 1818 außerord. Professor der Medizin an der Universität, 1824 ord. Professor an der Militärakademie und 1820 an der Universität. Er starb 11. Jan. 1842. O. gilt namentlich als wissenschaftlicher Begründer der Balneologie. Sein Hauptwerk ist die «Physik.-mediz. Darstellung der bekannten Heilquellen der vorzüglichsten Länder Europas» (Bd. 1 u. 2, 2. Aufl., Berl. 1839–41; Bd. 3, bearbeitet von Zabel, 1843).

Osazōne, s. Phenylhydrazin.

O. S. B., Abkürzung für Ordinis Sancti Benedicti (lat.), d. h. Mitglied des Benediktinerordens.

Ös-beg, Volksstamm, s. Usbeken.

Osborne (spr. osborn), Osborne-House, königl. Schloß auf der engl. Insel Wight, im SO. von East-Cowes (s. Cowes).

Osborne (spr. osborn), Thomas, Graf von Danby, Herzog von Leeds (s. d.).

Osca, alter Name der Stadt Huesca (s. d.). ↔

Oscēdo (lat.), das Gähnen.

Ösch, deutscher Name von Chateau d'Oex (s. d.).


Textfigur:

Oschatz. 1) Amtshauptmannschaft in der sächs. Kreishauptmannschaft Leipzig, hat 572,74 qkm und 1890: 54894, 1895: 56404 (27046 männl., 29358 weibl.) E. in 4 Städten und 183 Landgemeinden. –

2) Hauptstadt der Amtshauptmannschaft O., an der Döllnitz, den Linien Leipzig-Riesa-Dresden, O.-Strehla (11,3 km) und der Nebenlinie Nerchau-Trebsen-O. (35,4 km) der Sächs. Staatsbahnen, Sitz der Amtshauptmannschaft und eines Amtsgerichts (Landgericht Leipzig), hatte 1890: 9392, 1895: 10012 (5241 männl., 4771 weibl.) E., darunter 200 Katholiken und 22 Israeliten, in Garnison das Ulanenregiment Kaiser Franz Joseph von Österreich, König von Ungarn, Nr. 17, Postamt erster Klasse, Telegraph, Fernsprecheinrichtung, Reste der alten Stadtmauern und Türme, eine Hauptkirche, 1846 von Heideloff erbaut, mit zwei got. Türmen, restaurierte Friedhofskirche, ehemalige Klosterkirche, Rathaus mit schöner Freitreppe, Bismarckdenkmal (1895), Bürgerschulgebäude, Realschule mit Progymnasium, Handelsschule, Lehrerseminar, Hochdruckwasserleitung, Kanalisation, Gaswerk; Zuckerfabrik, Fabrikation von Filzwaren, Brücken- und Tafelwagen, gehäkelten Wollwaren, Tuch und Leder. In der Nähe ein Eisenbahnviadukt (420 m lang) über das Döllnitzthal mit 26 Pfeilern; 6 km westlich der Kollmberg (314 m) mit Aussichtsturm (1855). – Vgl. C. Hoffmann, Histor. Beschreibung der Stadt, des Amtes und der Diöces O. (2. Aufl., 2 Tle., Oschatz 1873–74).

Oscheba, afrik. Volksstamm, s. Fân.

Oschersleben. 1) Kreis im preuß. Reg.-Bez. Magdeburg, hat 499,51 qkm und 1890: 55095, 1895: 57859 (29254 männl., 28605 weibl.) E., 5 Städte, 28 Landgemeinden und 23 Gutsbezirke. –

2) Kreisstadt im Kreis O., an der Bode, den Linien Magdeburg-Thale und Braunschweig-O. (65,7 km) der Preuß. Staatsbahnen, Sitz des Landratsamtes und eines Amtsgerichts (Landgericht Halberstadt), hatte 1890: 10682 E., darunter 2136 Katholiken und 77 Israeliten, 1895: 12260 (6306 männl., 5954 weibl. E), Postamt erster Klasse, Telegraph, neue evang., neue kath. Kirche, Realschule; Zuckerfabriken, Zuckerraffinerien, Fabriken für landwirtschaftliche Maschinen, Sprit, künstlichen Dünger und Schokolade, Brauereien, Mälzereien, Kalk- und Ziegelbrennereien, Kupfer- und Kesselschmieden. 5 km nordwestlich das Mineralbad Hornhausen.

O. Schm., hinter wissenschaftlichen Tierbenennungen Abkürzung für Oskar Schmidt (s. d.).

Oschophorĭen (grch.), das Fest des Zweigtragens bei den alten Athenern, gefeiert zur Zeit der Weinlese durch eine Prozession, bei der Knaben in Mädchenkleidern mit Weinreben in der Hand voranschritten.

Osci, s. Osker.

Oscillarĭa, Schwingfaden, Algengattung aus der Gruppe der Cyanophyceen (s. d.), unverzweigte cylindrische Fäden (b in unten genannter Figur), die meist in gallertigen Kolonien vereinigt im Wasser oder auf feuchter Unterlage an der Luft vegetieren und in der Regel eine pendelartige Bewegung zeigen. Sie sind über die ganze Erde verbreitet und leben sowohl im Meere wie im Süß-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 669.