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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Phasianella - Phenol

Phasianella, s. Fasanschnecke.

Phasianĭdae, s. Fasanvögel.

Phasiānus, s. Fasanen.

Phasis, Fluß, s. Rion.

Phasmĭdae, Gespenstheuschrecken, eine Familie der eigentlichen Geradflügler (s. d.), haben einen frei vorstehenden Kopf mit kurzen, fadenförmigen Fühlern, einen kurzen ersten Brustring und lange, an den Schienen und Schenkeln manchmal mit lappenartigen Verbreiterungen versehene Schreitbeine. Ihr Körper zeigt eine ganz absonderliche Gestalt: teils ist er trocknen Ästen, teils Blättern zum Verwechseln ähnlich. Die trägen P. werden hierdurch den Blicken ihrer Feinde entzogen. Sie finden sich fast nur in den Tropen und nähren sich von Blättern. Bekannte Formen sind die Stabheuschrecken und das Wandelnde Blatt. (S. die betreffenden Artikel.)

Phazanĭa, der alte Name von Fessan (s. d.).

Phébus (spr. febüß), Beiname Gastons III. von Foix (s. d.).

Phegeus, mythischer König von Psophis in Arkadien, s. Alkmaion und Kallirrhoe.

Pheidĭas, s. Phidias.

Phellandrēn, ein zu den Terpenen gehörender Kohlenwasserstoff. Eine die Polarisationsebene des Lichtes rechts drehende Modifikation kommt als Rechtsphellandren im Wasserfenchel (Phellandrium) vor, während sich ein Linksphellandren im Öl von Eucalyptus amygdalina Labill. findet. Das P. ist eins der veränderlichsten Terpene und geht leicht in Dipenten, mit alkoholischer Salzsäure in Terpine über. Es verbindet sich mit salpetriger Säure.

Phellandrĭum s. Oenanthe.

Phellodérm, Phellogēn, s. Periderm.

Phelloplástik (grch.), s. Kork (Bd. 10, S. 636 a).

Phenacetīn, Paraacetphenetidin, der Äthyläther des Acetylparaamidophenols, von der Formel C6H4(OC2H5)⋅NH⋅CO⋅CH3 ^[C_{6}H_{4}(OC_{2}H_{5})⋅NH⋅CO⋅CH_{3}]. Es bildet farb-, geruch- und geschmacklose Krystalle, die sich in Alkohol leicht lösen und bei 132° schmelzen. P. wirkt in kleinen einmaligen Dosen (von 0,25 bis 0,5 g) kräftig antipyretisch; in größern Gaben (von 1 bis 2 g) hat es sich als beruhigendes und schmerzstillendes Mittel bei Neuralgien, Migräne, Schlaflosigkeit und sonstigen nervösen Beschwerden vielfach bewährt.

Phenacŏdus hat Cope eine von ihm in mehrern ganzen Skeletten entdeckte alttertiäre Säugetiergattung Nordamerikas genannt, welche für die Descendenzlehre von größter Wichtigkeit ist. P. ist fünfzehig und hat Höckerzähne; er steht der zunächst gemeinsamen, vortertiären Stammform der Dickhäuter, Wiederkäuer, Pferde, Rüsseltiere, Nagetiere und Klippschliefer u. s. w. sehr nahe. Ein Jahrzehnt vor dem wirklichen Fund des P. konstruierte Cope theoretisch eine solche Form.

Phenakīt, tetartoedrisch-rhomboedrisch krystallisierendes Mineral, vom spec. Gewicht 2,9 bis 3 und der Härte 7,5 bis 8, durchsichtig und durchscheinend, glasglänzend. Chemisch ist es Beryllerdesilikat, Be2SiO4 ^[Be2_{2}SiO_{4}]. Fundstätten von P. giebt es im Ural, im Ilmengebirge in Sibirien, in Mexiko u. a. Hinsichtlich des Feuers gleicht der P. dem Diamanten und wird in Rußland und Amerika als Ersatz für diesen geschätzt. Der P. von Framont in Lothringen ist zu unrein, um als Edelstein dienen zu können.

Phenanthrēn, ein im Steinkohlenteer vorhandener Kohlenwasserstoff von der Zusammensetzung C14H10 ^[C_{14}H_{10}], welcher hauptsächlich als Begleiter des Anthracens (s. d.) auftritt. Es ist in Alkohol, Benzol und Ligroin leichter löslich als das Anthracen und wird von diesem durch teilweise Oxydation, welche zuerst das Anthracen in Anthrachinon überführt, und durch Destillation getrennt. Das P. bildet in reinem Zustande farblose glänzende Krystallblättchen, schmilzt bei 100°, siedet bei 340° und löst sich in Alkohol mit blauer Fluorescenz. Oxydationsmittel führen das P. zuerst in Phenanthrenchinōn, orangefarbene Nadeln (Schmelzpunkt 200°), dann in Diphensäure, (COOH)·C6H4·C6H4·(COOH) ^[(COOH)·C_{6}H_{4}·C_{6}H_{4}·(COOH)], über. Die Anwendbarkeit des P. in der Technik ist gegenwärtig noch sehr beschränkt. Die Hauptmenge des als Abfall bei der Anthracenreinigung gewonnenen Kohlenwasserstoffs dient zum Rußbrennen. Ein möglichst gereinigtes P. kann auch an Stelle von Schwefel zum Abgießen von Formen dienen. Ferner dient es zur Herstellung des Phenanthrenrots.

Phenanthrēnrot, ein organischer Farbstoff, das Natriumsalz der Verbindung von Phenanthrenchinon (s. Phenanthren) mit 2 Molekülen Naphthylhydrazinsulfosäure. Es gehört somit zu der kleinen Gruppe der Hydrazonfarbstoffe (s. d.) und dient zum Rotfärben von Wolle.

Phenazīn, Azophenylen, Azin, eine künstlich dargestellte organische Verbindung von der Zusammensetzung C12H8N2 ^[C_{12}H_{8}N_{2}], die sich in ihrer chem. Konstitution an das Anthracen (s. d.) und das Acridin (s. d.) anschließt: Das P. krystallisiert und sublimiert leicht in hellgelben Nadeln, welche bei 171° schmelzen. Es leiten sich von ihm durch Ersatz der Wasserstoffatome eine Reihe von Phenazinderivaten ab, von welchen besonders die Amidophenazine als Farbstoffe Interesse besitzen. Durch Eintritt einer Amidogruppe entstehen die Eurhodine, durch Eintritt zweier Amidogruppen Farbstoffe der Toluylenrotgruppe.

Phenetōl, der Äthyläther des Phenols, C8H10O=C6H5·O·C2H5 ^[C_{8}H_{10}O=C_{6}H_{5}·O·C_{2}H_{5}], eine bei 172° siedende Flüssigkeit von aromatischem Geruch.

Phénicienne (frz., spr. fenißĭénn), Phenylbraun, ein brauner Farbstoff, der 1863 durch Einwirkung von Salpetersäure und Schwefelsäure auf rohes Phenol dargestellt wurde und dessen chem. Zusammensetzung nicht genau bekannt ist. Er hat eine Zeit lang zum Färben von Leder gedient.

Phenix, nordamerik. Stadt, s. Phoenix.

Phenōl, Carbolsäure (Acidum carbolicum), ein Monooxybenzol (s. Phenole), C6H5·OH ^[C_{6}H_{5}·OH]. Seiner chem. Konstitution nach ist es der einfachste Alkohol der Benzolreihe und wird daher auch Phenylalkohol genannt. Seinen Eigenschaften nach verhält er sich aber wie eine schwache Säure und wird daher auch Phenylsäure genannt. Es wurde 1834 von Runge im Steinkohlenteer entdeckt und unter dem Namen Carbolsäure beschrieben. In reichlicher Menge findet es sich in den Mittelölen, welche bei der Destillation des Steinkohlenteers zwischen den Temperaturgrenzen von 170 - 210° übergehen. Werden die bei der zweiten Destillation erhaltenen Kreosotöle, welche den Nachlauf der Leichtöle und den Vorlauf der Mittelöle

^[Abb: Strukturformel Phenantrenchinon]

^[Abb: Strukturformel Phenazin]