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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Stratford-upon-Avon - Strauch

14. Aug. 1880 in London. Er hinterließ auch noch ungedruckte Memoiren.- Vgl. Stanley Lane-Poole, The Life of the Right Honourable Stratford Canning, Viscount S. d. R. (2 Bde., Lond. 1888).

Stratford-upon-Avon (spr. strättf'rd öpp'n ehw'n), Municipalborough im SW. der engl. Grafschaft Warwick, am rechten Ufer des Upper-Avon, der hier schiffbar wird, Eisenbahnknotenpunkt, 23 km im SW. von Warwick, mit (1891) 8318 E., ist berühmt als Geburts- und Sterbeort Shakespeares. In der Henley-Straße steht noch das einstöckige, aus Fachwerk erbaute, mit Giebeln versehene alte Geburtshaus, jetzt Nationaleigentum und restauriert, mit kleinem Museum. Begraben liegt er in der schönen Dreifaltigkeitskirche (Holy Trinity) im spätgot. Stil (15. Jahrh.), welche neben andern Denkmälern die Steinbüste des Dichters birgt. In dem nahen Dörfchen Shottery ist die Hütte, in welcher Shakespeares Gattin Anne Hathaway geboren wurde, noch erhalten; auch wird der Park von Charlecote-Hall gezeigt, in dem Shakespeare Wilddieberei getrieben haben soll und dessen Besitzer Thomas Lucy er in den "Lustigen Weibern von Windsor" als Richter Shallow verspottete. Auch ein kleines Memorial-Theater und das Innere der Town-Hall sind seinem Andenken geweiht. S. führt den Namen (angelsächs. Stretford) von der hier durch eine Furt des Avon gehenden Straße und ist schon seit dem 8. Jahrh. bekannt. Hier wurde 1764 (unter Garricks Leitung) das 200jährige, 1864 das 300jährige Geburtsfest Shakespeares gefeiert.

Strath (spr. sträth), schott. Name für Thal, s. Glen.

Strathallan (spr. sträthällĕn), Viscounts, s. Drummond (Geschlecht).

Strathgryfe, s. Renfrew.

Strathmore (spr. sträthmóhr), fruchtbare Thalebene in den schott. Grafschaften Perth und Forfar, zwischen Grampians, Ochil- und Sidlaw-Hills.

Stratificieren (neulat., "schichten"), s. Ankeimen.

Stratifikation (neulat.), Schichtung, das Abgeteiltsein einer in der Regel aus dem Wasser abgesetzten Gesteinsmasse in aufeinander liegende, durch zwei annähernd parallele Flächen begrenzte Platten.

Stratigraphie (lat.-grch.), soviel wie histor. Geologie oder Formationslehre (s. Geologie).

Stratiomyidae, s. Waffenfliegen.

Stratiotes L., Wasserscheer, Krebsscheer, Wassersäge, Pflanzengattung aus der Familie der Hydrocharidaceen (s. d.) mit nur einer Art, in stehenden Gewässern des mittlern Europas, S. aloïdes L., einer ausdauernden, untergetauchten Wasserpflanze mit rosettenartig stehenden linearen Blättern und eingeschlechtigen, mit sechsteiligem Perianthium versehenen weißen Blüten, die bis an die Oberfläche des Wassers emporragen. Sie wird nicht selten in Aquarien kultiviert.

Strato von Lampsakus, griech. Philosoph der Aristotelischen Schule, war 288-270 v. Chr. als Nachfolger des Theophrast das Haupt derselben. Unter E. nahm diese eine entschieden naturalistische Richtung an. Er ist namentlich merkwürdig als einer der ersten Urheber einer rein materialistischen Psychologie. Seine Naturerklärung ist ebenso folgerecht materialistisch, die Gottheit identifiziert er mit der Naturkraft.

Strato-Cumulus (lat.), Wolkenform, soviel wie Cumulo-Stratus (s. d.).

Stratonsturm, s. Cäsarea Palästina.

Stratovulkane, s. Vulkane.

Stratum (lat.), Schicht; S. corneum, S. mucōsum, s. Haut.

Stratus (lat.) oder Schichtwolke, Wolkenform mit unten und oben horizontalen Grenzflächen, sind Nebelmassen in höhern Luftschichten.

Straubfuß, Pferdekrankheit, s. Igelfuß.

Straubing. 1) Bezirksamt im bayr. Reg.-Bez. Niederbavern, hat 453,33 qkm und (1895) 22 135 (10 851 männl., 11 284 weibl.) E. in 45 Gemeinden mit 222 Ortschaften. - 2) Unmittelbare Stadt, rechts an der Donau, über die hier zwei Brücken führen, an der Linie Regensburg-Passau und den Nebenlinien S.-Neufahrn (35,9 km) und S.-Konzell (34,2 km) der Bayr. Staatsbahnen, Sitz des Bezirksamtes, eines Landgerichts (Oberlandesgericht München) mit 7 Amtsgerichten (Bogen, Kötzting, Landau a. d. Isar, Mallersdorf, Mitterfels, Neukirchen, S.), Amtsgerichts und Bezirkskommandos, hat (1895) 15 595 (7832 männl., 7763 weibl.) E., darunter 342 Evangelische und 55 Israeliten, in Garnison das 1. Jägerbataillon, Post, Telegraph, Dampferverbindung, Denkmal für die 1742 bei der Verteidigung der Stadt gegen die Österreicher Gefallenen (nach einem Entwurf von Haf, 1892 enthüllt) sowie Denkmal für die 1870/71 gegen Frankreich Gefallenen, eine Büste Fraunhofers an dessen Geburtshause, einen schönen Marktplatz mit Dreifaltigkeitssäule, zehn ansehnliche Kirchen, darunter die got. St. Jakobskirche (1492-1512 erbaut), die got. Karmeliterkirche von 1430 (jetzt Gymnasialkirche) mit dem Grabmal Herzog Albrechts II. und die St. Peterskirche in der Altstadtvorstadt mit einer Kapelle, die das Grabmal der Agnes Bernauer birgt, je zwei Mönchs- und Nonnenklöster, ein Schloß, einst bewohnt von Herzog Albrecht III. und seiner Gemahlin Agnes Bernauer (s. d.), Gymnasium, Realschule, bischöfl. Knabenseminar, Schullehrerseminar mit Taubstummenanstalt, eine Anstalt für männliche Kretinen, drei Spitäler, ein Waisenhaus mit Pflegeanstalt für verwahrloste Kinder, Wasserleitung, Kanalisation, Gasanstalt, städtische Sparkasse; Brauerei, Gerberei, bedeutenden Handel mit Getreide, Pferden und Rindvieh und Märkte. - Vgl. Wimmer, Sammelblätter zur Geschichte der Stadt S. (Heft 1-3, Straubing 1882-84).

^[Abb.]

Strauch (Frutex), im Gegensatz zum Baum (s. d.) ein Holzgewächs, dessen Stamm sich von der Wurzel an in mehrere Äste teilt, die als Einzelstämme erscheinen. Eine andere Form von strauchartigen Gewächsen sind die Halbsträucher (suffrutices), die den Übergang von den Holzgewächsen oder ausdauernden Kräutern bilden. Halbsträucher sind solche ausdauernde Gewächse, deren über dem Boden erscheinende, aber niedrig bleibende und strauchartig verästelte Stengel holzig werden. Hinsichtlich der Verwendung im Garten unterscheidet man: Decksträucher, die sich wegen ihres hohen und dichten Wuchses zur Deckung von Mauern u. s. w. und zur Bildung des Hintergrundes niedriger Gehölzgruppen eignen (Cornus mas L., der Kornelbaum); Vorsträucher, die wegen ihrer geringen Höhe in den Vordergrund der Gruppen gestellt werden müssen (Spiräen, Deutzien u. s. w.); Heckensträucher (s. d.); Fruchtsträucher, die eßbare Früchte liefern (Johannis- und Stachelbeeren); Ziersträucher, die keinen Nutzen gewähren, sondern nur zur Zierde verwendet werden (Spiräen, Flieder u. s. w.), und Blütensträucher, die wegen