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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Vámfalu-Büdossár - Van Buren

Stuttg. 1872), "Centralasien und die engl.-russ. Grenzfrage" (Lpz.1873), "Der Islam im 19. Jahrh." (ebd. 1875), "Sittenbilder aus dem Morgenlande" (Berl. 1876), "Etymologisches Wörterbuch der turko-tatar. Sprachen" (Lpz. 1878) und als Ergänzung hierzu: "Die primitive Kultur des turko-tatar. Volks" (ebd. 1879); ferner "Ursprung der Magyaren" (ebd. 1882), "Das Türkenvolk" (ebd. 1885), "Die Scheïbaniade" (ein usbekisches Heldengedicht in 10 000 Versen, Budap. 1885), "Der Zukunftskampf um Indien" (Wien 1886). V. hat außerdem eine umfangreiche publizistische Thätigkeit entfaltet.

Vámfalu-Büdossár, Badeort bei Szinvér Váralja (s. d.) in Ungarn.

Vampyr, eine Fledermaus, s. Blattnasen. V. ist auch die slaw. Benennung solcher Verstorbener, die nach einem bei Slawen, Rumänen, Albanesen und Griechen verbreiteten Volksglauben nachts ihrem Grabe entsteigen, um Lebenden das Blut auszusaugen und dies so lange thun, bis man sie wieder ausgräbt und ihr Herz mit einem Pfahle durchbohrt, oder ihren Kopf abschlägt, oder sie verbrennt. (Vgl. Lamia und Empusa.) Die Sage vom V. liegt zu Grunde den gleichnamigen Opern von Silvestro Palma (1812), Jos. Hart (1820), Heinr. Marschner (1828) und P. J. von Lindpaintner (1828). - Vgl. W. Herz, Der Werwolf (Stuttg. 1862).

Van, in niederländ. Personennamen, wie van Dyck, van Eyck, van der Meer, die Form der hochdeutschen Präposition von, welche vielfach zur Bildung solcher Familiennamen dient, die von Ortsnamen abgeleitet sind. Keineswegs aber ist es (wie jetzt das hochdeutsche von) ein Zeichen des Adels.

Vân, Wilajet, s. Wan.

Vanadin, Vanad, Vanadium (chem. Zeichen V. Atomgewicht 51), ein drei- und fünfwertiges metallisches Element, das 1830 vom schwed. Metallurgen Sefström entdeckt, nach der Vanadis (ein Beiname der nordischen Göttin Freia) benannt und von Berzelius und von Roscoe genauer untersucht wurde. Es findet sich namentlich als vanadinsaures Blei im Vanadinit und im Rotbleierz von Ximapan in Mexiko, ferner spurenweise in vielen Eisenerzen, Schlacken, Thonen, und wird rein dargestellt durch Glühen von Vanadinchlorid in einem Strome von trocknem Wasserstoffgas. Es ist silberweiß, vom spec. Gewicht 5,5, sehr schwer schmelzbar, an der Luft beständig, zersetzt das Wasser nicht, ist in Salzsäure nicht, dagegen in konzentrierter Schwefelsäure mit gelber Farbe löslich. Das V. bildet mit dem Niobium und Tantal eine natürliche Familie, die sich der Gruppe des Stickstoffs anschließt. Die wichtigste Oxydationsstufe ist das Vanadinsäureanhydrid, Vd2O5, dessen Alkalisalze, namentlich das Ammoniumsalz, technische Verwendung finden. Mit Gerbsäure und Galläpfelauszug giebt das erwähnte Salz eine vortreffliche schwarze Schreibtinte (Vanadintinte); bei Vorhandensein von chlorsaurem Kalium und Salzsäure genügt eine geringe Menge vanadinsaures Ammonium, um größere Mengen Anilin in Anilinschwarz (Vanadinschwarz) überzuführen. Eine Modifikation der Vanadinsäure, die Metavanadsäure, wird jetzt als Surrogat der Goldbronze angewandt. Jedenfalls haben die Vanadinpräparate, ungeachtet ihres hohen Preises, eine Zukunft. - Vgl. von Klecki, Analytische Chemie des V. (Hamb. 1894).

Vanadinit, ein mit dem Apatit, Pyromorphit und Mimetesit isomorphes hexagonales Mineral von vorwiegend gelber und brauner Farbe, das in kleinen sechsseitigen Säulchen krystallisiert; chemisch besteht es aus vanadinsaurem Blei mit einem Chlorgehalt von 2,5 Proz. und führt auf die Formel Pb5Cl(VO4)3; die Härte ist 3, das spec. Gewicht 6,8 bis 7,2. Bekannte Fundorte sind: Berg Obir bei Windischkappel in Kärnten, Wanlockhead in Schottland, Bölet in Westgotland, Beresowsk in Sibirien, Zimapan in Mexiko, Pinal Co in Arizona, Sierra de Cordoba in Argentinien.

Vanadinschwarz, Vanadintinte, s. Vanadin.

Vanadis, der 210. Planetoid.

Vanadium, s. Vanadin.

Vānaprashta, dritte Lebensstufe der Brahmanen (s. d.).

Van Beers, vläm. Dichter, s. Beers.

van Ben., hinter lat. Benennungen von Tieren Abkürzung für P. J. van Beneden (s. d.).

Van Buren (spr. bjuhren), Martin, der achte Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika (1837-41), aus einer holländ. Familie stammend, geb. 5. Dez. 1782 zu Kinderhook (Neuyork), wurde 1803 zur Advokatur zugelassen, praktizierte in Hudson und wirkte eifrig für die Demokratische Partei, die ihn 1821 als Senator in den Kongreß sandte. Hier sprach er sich gegen die Staatenbank und gegen das System der hohen Zollsätze aus; doch widersetzte er sich der unbedingten Wahlfreiheit und erklärte sich für die Veräußerung oder Abtretung der Staatsländereien an die bezüglichen Staaten. 1828 wurde er zum Gouverneur des Staates Neuyork gewählt und zeigte sich als eifriger Anhänger des Generals Jackson, der ihn 12. März 1829 zum Minister des Auswärtigen, 1831 aber zum Gesandten in London ernannte. Diese Ernennung ward jedoch vom Senat verworfen, so daß er zurückgerufen werden mußte. Die Demokratische Partei erwählte ihn dafür 1832 zum Vicepräsidenten, während gleichzeitig Jackson das Amt des Präsidenten von neuem übertragen wurde. Von nun an war V. B. der nächste Freund und Ratgeber Jacksons und sein von der Demokratischen Partei anerkannter Nachfolger; diese setzte ihn denn auch 1836 als Präsidenten gegen drei starke Gegner (Webster, White und Harrison) durch. Am 4. März 1837 bestieg V. B. den Präsidentenstuhl. Doch schon zu Anfang seiner Verwaltung hatten die während der letzten Jahre der Jacksonschen Präsidentschaft sich entwickelnden Finanzwirren eine Höhe erreicht, die V. B. veranlaßten, eine außerordentliche Kongreßsitzung zusammenzurufen. In dieser trug er auf die gänzliche Trennung der Finanzen des Staates von den Banken und auf die Errichtung einer Schatzkammer in Washington und von Unterschatzkammern in den Staaten an, erlitt aber eine gänzliche Niederlage. So geschah es, daß bei der Präsidentenwahl von 1840 die Whigpartei in der Person des Generals Harrison den Sieg davontrug. Am 4. März 1841 legte V. B. sein Amt nieder und zog sich nach Kinderhook zurück. Seine Kandidatur zur Wahl von 1844 fand ebenfalls bei der Demokratischen Partei nicht allgemeinen Beifall, vielmehr erklärte sich ein Teil derselben für Polk (s. d.), der auch wirklich zum Präsidenten erwählt wurde. Hierdurch entstand eine Spaltung unter den nördl. Demokraten. Ein Teil von diesen vereinigte sich mit einer Fraktion der Whigs und bildete die Partei der Freibodenmänner (s. d.), die V. B. 1848 einstimmig wieder zum Präsidentschaftskandidaten erklärten. Er blieb jedoch auch diesmal gegen Taylor in der Minorität, zog sich nun ganz von der