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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Verkehre - Verklärung Christi
diese schranke nicht mehr. Es gilt vom 1. Jan. !
1900 an in diesem Falle die freiere Bestimmung des
Teutschen Bürgert. Gesctzb. §. 326.
Tas Teutsche Bürger!. Gesetzb. 8. 383 gestattet ^
jedem Schuldner i nickt bloß dein Verkäufer) eine ^
äbnlich gestaltete V., wenn der Gläubiger im An-
nahmeverzuge mit Rücksicht auf eine solcke bewegliche ^
Sacke ist, welche sich zurHintcrleguug nickt eignet'. '
der Erlös ist für den Gläubiger zu hinterlegen.
Verkehre, s. Herberge.
Verkehrsabrechnungsbureau, s. Eisenbabn-
abrechnungvstellen.
Verkehrsausschuß, s. Eiscnbabntarise.
Verkehrsgeographie, s. Anthropogeographie.
Verkehrsordnung, buchhändlerische, eiu
vom Börsenverein ls. d.) der Deiltschen Buchhändler
26. April 1891 beschlossenes Statnt, welckes die Re-
gelung des geschäftlichen Verkehrs der dentscken
Buckbändler einschließlich der mit dem deutschen
Buchhandel verkehrenden ausländischen Firmen
untereinander bezweckt und, in Ermangelung be-
sonderer Vereinbarungen von Firma zu Firma, sür
deu geschäftlicken Verkebr der Mitglieder unter-
einander und der Mitglieder mit denjenigen Nickt-
Mitgliedern verbindlich ist, welche sich dem Statut
unterworfen baben.
Verkehrsordnuug für die Cisenbahneu
Deutschlands, s. Eisenbabnverkehrsordnung.
Verkehrssteueru, indirekte Steuern, die sick
an die ini wirtschaftlichen Verkehr auftretenden
Rechtsgeschäfte und staatlicken Interventionen
knüpfen. Am wichtigsten sind die bei dein Verkauf
von Immobilien und die von Erbschaften und Ver-
mächtnissen erbobenen Stenern. Außerdem aber
lommt auch Besteuerung der gewöhnlicken Handels-
umsätze durcb sog. QnittungMeuer vor, Besteuerung
dc^ Umsatzes des beweglickcn Kapitals dnrck die!
Wechsel- und Börsensteuer, Besteuerung der Miet-
uno Tarlehnsverträge, der Schenkungen u. s. w.',
ferner der Annoncen, Leitungen, Kalender iKalender-
stcu^ u. s. w. Ter Form nach erscheinen die V. oft
als Gebübren lf. d.) und sie werden auch wie diese
vielfach mittels Stempel (s. d.) oder Marken erhoben.
In Frantreick, wo die V.übermäsüg entwickelt sind,
berrsckt die Erbebung mittels des Enregistrement
<der Einregistrierung der Akte) vor. Ter Ertrag der
<ii'0it8 ä'oin^^i^ti-clncnt, fri^.f^ Ii) ^"0tN(>ciu0 war
l.894: 531 Mill., nach dem Voranschlag von 1890:
5)31,2 Mill.Frs. (S. Börsensteucr, Erbickaftssteuer,
Quittungssteuer, Sckeuiungssteuer, Stenlpcl.) -
Vgl. Hausmann, Vertehr^steuern (Bcrl. 1891 >.
'Verkehrswirtschaft, s. Tausckwirtsckaft.
Verkehrtschnäbel, s. Sckereuscknäbel.
Verkettung, in der Ebeniie die gegenseitige
Bindung der ein Molekül zusammensetzenden Elc-
mentaratome mit Beziehung anf die Reihenfolge der
Verbindung und auf die Wertigkeit der Atome.
Verkieselung oder Silicisikation, die mcbr
oder weniger reichliche In:prägnation gewisser Ge-
steine mit Kieselsäure, eine Erfüllung, die sich bis-
weilen bi5 zu einer gänzlichen Substitution der
ursprünglichen Gesteinsmasse durch Hornstcin oder
dickten Quarz steigern kann. In gröfterm Maß-
stabe kommt die V. namentlich bei Kalksteinen und
Sandsteinen, auch bei Schiefern, Porphyr- und
Trachyttuffen, seltener bei Graniten und Porpbyren
vor; nicht selten wird sie von Quarz- oder.vorn- !
stcinbildungen in der Forin von Trümern, Adern, !
Drusen begleitet. Anstatt der V. durch Quarz wird >
auch oft eine solche durch wasserhaltige amorphe
Opalkieselsäure wahrgenommen. Bei den Kalk-
steinen pflegt die V. auf Unkosten des Gesteins selbst
zu erfolgen, das mebr oder weniger verdrängt wurde
und bisweilen gänzlich verschwunden ist, so daß die-
selben Schickten, die ursprünglich Kalkstein waren,
jetzt als .vornstein vorliegen.
Verklarung, Seeprotest, eine Aussage des
^chiffers und der Mannschaft eines Seeschiffs vor
einer Behörde zum Zwecke des Bewcifes über die
Umstände, welche infolge von Unfällen Verlust oder
Beschädigung von Schiff oder Ladung berbeifübrten.
Schon in mittelalterlichen Seegesetzen waren solche
Aussagen vorgeschrieben. Während einige heutige
Secrechte, z. B. das französische, holländische, bel-
giscke, eine Berichterstattung über Gang und alle
Ereignisse der Reise dem Schiffer in jedem Falle zur
Pflicht machen, verlangen andere, z. V. das norwe-
gische, finlä'ndische, eine solche nnr, wenn Unfälle sich
ereigneten, welche einen Nachteil für Reeder oder
Ladungsinterefscnten verursachtem. So auch das
deutscbe Reckt (.vandelsgesetzbuck von 1861, Art.
1W -4lU, von 1N)7, 88- 522-525, und Einfüh-
rungsgesetz zur Zivilprozeßordnung §. 13 '). Nach
ibm bat der ^chifser im Bestimmungshafen, unter
Umständen im Nothafen oder dein ersten geeigneten
Qrte und zwar innerhalb des Reichsgebietes vor
dein Gerichte über alle während der Reise eingetrete-
nen Unfälle, welche irgend einen Nachteil zur Folge
hatten, mit der ganzen Besatzung oder einer genügen-
den A nzabl derselben ohne Verzug V. abzulegen durch
einen eidlich zu erhärtenden Bericht über die erheb-
lichen Begebenheiten der Reise, namentlich eine voll-
ständige und deutliche Erzählung der erlittenen Un-
fälle, unter Angabe der zur Abwendung oder Ver-
ringerung der Nackteile angewendeten Mittel. Die
Grundlage diefes Berichts und der V. soll das
^chisssjournal (s. o.) bilden. Wird die V. im Aus-
lande vorgenommen, so entscheidet für die Form
derselben das Recht des betreffenden Ortes. Wäh-
rend früber die ordnungsmäßig innerhalb des
Teutfcheu Reichs aufgenommene V. vollen Beweis
der beurkundeten Begebenheiten erbrachte, bemißt
der Richter die Beweiskraft der V. jetzt frei. In
äbnlicker Weise ist der ^chiffer eines Binnenschiffs
bei Unfall von Ladung oder Schiff berechtigt nnd
anf Verlangen des Schiffseigners oder eines La-
dungSbeteiligten verpflichtet, zur Sicherung des Be-
weises beim Amtsgericht eine Beweisaufnahme zu
beantragen iReichsgesetz über die privatrechtlichen
Verhältnisse der Binnenschiffahrt von: 15. Juni
1895, 88- 11-14).
Verklärung Christi (lat. tr^nZui^tio), der
von den Evangelien (Matth. 17, i fg.; Mark. 9, i fg.;
Luk. 9,28 fg.) berichtete Vorgang kurze Zeit vor der
letzten Reise Jesu nach Jerusalem. Hiernach schau-
ten Petrus, Iatobus und Johannes Jesus auf
einem Berge in lichtem Himmelsglanze strahlend,
nmgcben von Moses und Elias, dem Gesetzgeber
des Alten und dem Wegcbereiter des Neuen Bun-
des. Im Zusammenhange mit den vorhergehenden
Reden und Verkündigungen Jesu erschciut die V. C.
als eiue prophetische Vorausdarstellung seiner be-
vorstehenden Erbebnng zu himmlischer Herrlichkeit.
Die Erzäblung ist wichtig für die Kenntnis von den
ältesten Vorstellungen über Christi Auferstehung
und Himmelfahrt. Als die Stätte der V. C. wird
von der Tradition der Berg Tabor (s. d.) in Mittel-
galiläa genannt, während andere den Hermon in