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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Wassergenossenschaften
unverbrennliche Körper von hohem Lichtemissions-
vermögen zum Glühen gebracht werden, z. B. ein
Platincylinder (Platingas > oder Magnesia-
kämme von s^ahnejhelm, oder anch die Strümpfe
des Gasglüblichts (s. d.).
Die Herstellung des W. erfolgt in Amerika
größtenteils nach dem Loweprozeß. Der hierzn
dienende Apparat (f. nachstehende Abbildung) besteht
aus dem Generators, einem schmiedeeisernen Cy-
linder, welcher im Innern mit feuerfesten Steinen
ausgesetzt ist^ und dem Überhitzer i;, einem schmiede
eisernen Cylinder, der im Innern mit einem Gatter-
werk von feuerfesten Steinen nach Art der Regenera-
toren versehen ist. An diesen schließen sich ein ein-
Tellwik in Stockholm hat das Verfahren da-
durch verbessert, daß er dem Generator während der
Heizperiode soviel Luft zuführt, daß anstatt Kohlen-
oxyd fast ansschließlich Kohlensäure entsteht. Diese
vollständigere Verbrennung des Kohlenstoffes hat
zur Folge, daß nach diesem Verfahren aus der glei-
chen Vrennstoffmenge eine doppelt so große Menge an
W. gewonnen wird, als nach dem ältern Verfahren.
Halb Wasser gas nennt man ein dem W. ähn-
liches Heizgas, das sich nur darin von dem W. un-
terscheidet, daß es durch kontinuierliches Einblasen
von Dampf und Luft in den Generator erzeugt wird.
Unter dem Namen Dowsongas wird es vielfach
in Einzelanlagen hergestellt und zu Heizzwecken so-
facher Waschkasten <Ü mit zwei Waschtürmen D und N
an, in welchen das Gas mit Wasser gereinigt wird.
Der Generator wird mit Anthracitkohle oder Koks
ourch die Veschickungsöffnung a gefüllt und dann
mittels eines Ventilators ^ durch das Rohr " zur
Weißglut angeblasen; im Anfange entweichen die
Verbrennungsgase einfach durch die schmiedeeiser
nen, im Innern mit Chamottefüllung versehenen
Verbindungsrohre d nach dem Regenerator und
von da durch das geöffnete Ventil ä nach einem Ab-
zug ins Freie. Ist die Temperatur im Generator
entsprechend hoch gestiegen und der Überhitzer bis
oben hinauf stark glühend, so werden die Ventile c,
6, ä geschlossen und die Ventile 5? und 1i geöffnet.
Es tritt dann dnrch 3 unter dem Generator Wasser-
dampf, und aus dem Naphthareservoir (s durch eine
Anzahl Verteilungsrohre t in den obern Teil des
Generators Naphtha ein. Der Wasserdampf zer-
legt sich in Kohlenorvo und Nasserstoff, denen etwas
Kohlensäure beigemischt ist; das weißglühende Gas-
gemisch kommt mit der Naphtha in Berührung, die
dadurch verdampft und im Überhitzer zerlegt wird.
Durch passende Regulierung des Dampf- und
Naphthazuflusses wird sofort ein stark leuchtendes
Gas gebildet, das nur einer ganz geringen Reini-
gung in ein paar einfachen Wafchapparaten bedarf,
um fertig für die Verwendung zu sein. Nach 15^
20 Minuten wird das Gasmachen unterbrochen,
der Generator vom Deckel n, aus mit frischen
Anthraciten bescbickt, dann die Ventile umgestellt,
und der beschriebene Prozeß wiederholt. Mit einem
Apparat kann man in ^1 Stunden bis zu 10WO c^m
Gas herstellen.
wie zum Betrieb von Gasmotoren verwendet. Die
Darstellung ist verhältnismäßig einfach und billig,
zu centraler Verteiluug ist es jedoch nicht geeignet.
Die verschiedenen Arten von W. haben im Ver-
gleich von Steinkohlenleuchtgas etwa folgende Zu-
sammensetzung (in Volumprozenten) und Heizwerte:
Bestandteile
Reines
Wassergas
Carbu-
riertes Wassergas
Halbwassergas
Steinkohlen leucht-gas
Kohlensäure....... Kohlenoxyd........ Wasserstoff........ Methan......... Schwere Kohlenwasserstoffe . Stickstoff.........
2,7 43,8 49,2 0,3
4,0
0,3 29,0 27,0 25,8 14,1 3,8
6,0 23,0 17,0
52,0
1,6
9,6
49,6 30,7 4,7 3,8
Heizwert von 1 odm in Wärmeeinheiten ....
2884
"633
1313
5114
l "
Vgl. Geitel, Das W. (Berl. 1890); Strache, Das
W. (2. Aufl., Wien 1896); Dicke, über die Fort-
schritte des W. und die Einführung desselben bei
Städten (Annaberg 1897).
Wassergenossenschaften, Wassergesell-
schaften, korporativ organisierte Verbände (Asso-
ciationen) von Grundbesitzern oder Pächtern, wie
sie für das Deichwesen (s. Deich) schon seit alter
Zeit vorkommen, zur gemeinschaftlichen Benutzung,
Zuleitung oder Entfernung des Wassers im Inter-
esse der Bodenkultur. Die W. sind demnach entweder
Bcwässerungs- oder Entwässerungsgenossenschaften;
nicht selten ist die Association auch beiden Zwecken
gleichzeitig gewidmet. Die Bewässerungsgenossen-
schasten treten zusammen behufs gemeinsamen Be-