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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Zenokopf - Zerbst

Ptolemäus Philadelphus (284‒246 v. Chr.) Vorsteher der Bibliothek zu Alexandria und zugleich der erste, der nach den in jener Bibliothek vorhandenen ältern Exemplaren der Homerischen Gedichte eine Recension besorgte. – Vgl. Pluygers, De Zenodoti carminum Homericorum editione (Leid. 1842); Düntzer, De Zenodoti studiis Homericis (Gött. 1848); Römer, Über die Homerrecension des Z. (in den «Abhandlungen der bayr. Akademie», 1885).

Zenokopf, Berg, s. Hoher Stauffen.

Zenon, s. Zeno.

Zenta, Stadt mit geordnetem Magistrat im ungar. Komitat Bács-Bodrog, am rechten Ufer der Theiß, an den Linien Maria-Theresiopel-Ó-Becse und Szegedin-Rókus-Z. (53 km) der Ungar. Staatsbahnen, hat (1390) 25725 meist kath. magyar. E. (2221 Serben), darunter 2168 Griechisch-Orientalische und 1225 Israeliten, städtisches Untergymnasium; Ackerbau, Fischerei und Handel mit Landesprodukten. Z. ist bekannt durch die siegreiche Schlacht des Prinzen Eugen von Savoyen gegen die Türken 11. Sept. 1697.

Zentral..., s. Central....

Zentrum, s. Centrum.

Zeolīthe (grch.), eine Gruppe von Silikatmineralien (s. Silikate), die an sich farblos und stark durchscheinend, mitunter aber weiß oder durch Beimengungen rötlich oder grau gefärbt sind, geringe Härte und Schwere besitzen, bei der Behandlung mit Säuren die Kieselsäure meist in Gallertform abscheiden und vor dem Lötrohr unter starkem Aufschäumen und scheinbarem Kochen (daher der Name: Zeolith = Brausestein, Kochstein) zu einem blasigen, weißen oder farblosen Email schmelzen. Zu ihnen gehört unter andern der Apophyllit, Analcim, Chabasit, Stilbit, Desmin, Harmotom, Phillipsit, Natrolith, Skolecit u. s. w. (s. diese Artikel). Chemisch sind die Z. wasserhaltige Silikate von Thonerde und meist entweder von Kalk oder Natron. Sie finden sich in schönen Krystallen als sekundäre, zweifellos auf nassem Wege entstandene Absatzprodukte, namentlich in den Blasenräumen der Basalte und Phonolithe, z. B. im Böhmischen Mittelgebirge, Hessen, dem Tiroler Fassathal, im westl. Schottland, auf den Färöer und Island, ab und zu auch auf Erzgängen; sie scheinen dadurch gebildet worden zu sein, daß die basischern Feldspate und feldspatähnlichen Mineralien (wie z. B. Nephelin, Haüyn) der Gesteine zersetzt wurden und die gelösten Substanzen auf den Höhlungen im wasserhaltigen Zustande zur Regeneration gelangten.

Žepče (spr. scheptsche), Hauptstadt des Bezirks Ž. (13510 E.) im bosn. Kreis Travnik, in 266 m Höhe, am linken Ufer der Bosna und an der Bosnabahn, hat (1895) 2093 meist mohammed. E. Der Engpaß von Ž. wurde 1697 von Prinz Eugen erstürmt.

Zephanja (hebr., «Jahwe birgt»), in der Septuaginta Sophonias genannt, ein Sohn des Chusi, Enkel des Gedalja und Ururenkel des Hiskias, unter dem vielleicht der König dieses Namens zu verstehen ist, ist einer der sog. zwölf kleinen Propheten. Er weissagte vor Josias Reform zur Zeit des Scytheneinbruchs die Nähe des Gerichtstages Jahwes und den Untergang Ninives. Sein kleines Buch enthält drei Kapitel. Die Authentie des dritten Kapitels ist bestritten worden.

Zepharŏvich (spr. -witsch), Victor, Ritter von, Mineralog, geb. 13. April 1830 zu Wien, studierte am Montanistischen Museum in Wien und an der Bergakademie zu Schemnitz. Von 1852 bis 1857 war er Geolog an der Geologischen Reichsanstalt zu Wien, beteiligte sich an den Aufnahmen in Böhmen und wurde 1857 ord. Professorder Mineralogie an der Universität Krakau. Nach Polonisierung dieser Hochschule 1861 wurde er an die Grazer Universität versetzt und folgte 1864 einem Rufe an die Universität Prag, wo 1880 ein mineralog. Institut errichtet wurde. Er starb 24. Febr. 1890. Seine sehr wertvollen mineralog. und krystallographischen Arbeiten sind vornehmlich in den Publikationen der Geologischen Reichsanstalt, der Wiener Akademie der Wissenschaften, deren wirkliches Mitglied er war, der Prager Zeitschrift «Lotos», sowie in der «Zeitschrift für Krystallographie» enthalten. Die österr. Mineralvorkommnisse gelangten zum erstenmal in seinem «Mineralog. Lexikon für das Kaisertum Österreich» (2 Bde., Wien 1859 u. 1873) zur zusammenfassenden Beschreibung. ^[Spaltenwechsel]

Zephyr, s. Zephyros. Über Z. als Gewebe s. Musselin.

Zephyrgarne, Zephyrwolle, schwach gedrehte, daher lockere, gefärbte Gezwirne aus Kammgarn, die zur Stickerei dienen.

Zephy̆ros, Zephyr, der kühle und angenehme Westwind, der im Sommer kühles Wetter, im Frühling warme, den Pflanzen günstige Tage herbeiführt. Nach der Mythologie der Griechen war Z. ein Sohn des Astraios und der Eos. Mit der Harpyie Podarge erzeugte er die schnellen Rosse des Achilleus, Xanthos und Balios, eine Sage, die an die Vorstellung der Winde in Roßgestalt anknüpft. Verschmäht von Hyakinthos (s. d.), war er Ursache von dessen Tod. Wegen seiner befruchtenden Eigenschaft gab man dem Z. die Chloris (die Flora bei den Römern) zur Gemahlin. Am Denkmal des Andronikos Kyrrhestes zu Athen ist er fast nackt dargestellt, nur mit einem Mantel um die Hüften, in dessen Bausche Blumen liegen. Bei den Römern findet man ihn unter demselben Namen wieder, aber auch einen einheimischen, dem griechischen Z. entsprechenden Windgott, Favonius.

Zéphyrs (spr. sefihr) wurden im Volksmunde in Frankreich zuerst die Mannschaften der Disciplinarcompagnien in Algerien, später aber auch die Mannschaften der Bataillone leichter afrik. Infanterie genannt. Es bestehen deren im Bereich des 19. Armeekorps in Algier 5 Bataillone zu je 6 Compagnien.

Zephyrwolle, s. Zephyrgarne.

Zepter, s. Scepter.

Zer, pers. Ellenmaß, s. Göß.

Zerberstungsgebilde, s. Klastische Gesteine.

Zerbi, Insel, soviel wie Dschebado.

Zerbst. 1) Kreis im Herzogtum Anhalt (s. Karte: Brandenburg u. s. w.), hat 802,97 qkm und (1895) 50293 (25127 männl., 25166 weibl.) E., darunter 800 Katholiken und 124 Israeliten, 4 Städte, 72 Dörfer und 1 Gutsbezirk. – 2) Kreisstadt im Kreis Z., an der Nuthe, in 67 m Höhe, an der Linie Magdeburg-Dessau-Leipzig der Preuß. Staatsbahnen, Sitz der Kreisdirektion und eines Amtsgerichts (Landgericht Dessau), hat (1895) 16983 (8404 männl., 8579 weibl.) E., darunter 324 Katholiken und 85 Israeliten, in Garnison das 2. Bataillon des Infanterieregiments Nr. 152, Postamt erster Klasse, Telegraph, Fernsprecheinrichtung, Pferdebahn, Reste der alten

^[Abb. Wappen von Zerbst]