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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Zur-Mühlen - Zusammenlegung
Sein Sohn Geronimo Z. dc Oliv an besorgte
von den ersten Bänden der "Anales" 1585 eine neue
Ausgabe. Das ganze Werk erschien 1610 zu Sara-
gossa in sechs und 1l;<)9 in sieben Foliobänden, 1621
ein Register zu der Ausgabe von 1610. Ein Aus-
zug der zwei ersten Bände, mit Znsätzen von Z. selbst,
U. d. T. "Inäic63 I-61'NNI !ld ^1'llF0INi>6 1'6FiI>U8 F68tll-
ruin ad initiis i'6Fni aä nnnum 11^10" (Saragossa
1578) ist wieder abgedruckt in Sckotts "Hi^Änia
iNugtr^ta" (4 Bde./Frankf. 1003-8).
Zur-Mühlen, Nainlund von, Säuger, s. Bd. 1 ?.
Zurren, mit Tau oder Leinen auf einem Schiffe
etwas befestigen, z. B. die Boote, Anker an den
Davits (s. d.) und der Bordwand. Zurringe
heißen die bicrzn nötigen Taue. Z. bedeutet auch
Zusammenschnüren, z. B. die Hängematten ls. d.).
Zur Straßen, Melchior Anton, Bildbauer, s.
Zurückartung, s. Ausartung. ^Straßen.
Zurückbehaltungsrecht, Retentionsrecht,
das Recht, die eigene Leistung zurückzubehalten,
solange die Gegenleistung ausstebt. Voraussetzung
dabei ist, daß zwei Personen einander gegenüber
stehen, welcke aus demselben obne Ilnbilligkeit nicht
zu zerreißenden Verhältnisse (K^unerität) gegen-
einander Ansprüche haben. Das Z. berubt auf dein
Prineip, daß solchenfalls ein jeder Teil darauf
bestehen kann, daß die in Verbindung stebenden
gegenseitigen Ansprüche gleichzeitig, nicht einer vor
dem andern, sondern beide Zug um Zug befriedigt
werden. Vgl.Prcusi.Allg. Laudr.1, 20, tz§.536fg.-.
Schweizerisches Obligationenrecht Art. 224 - 228;
Deutsches Bürgert. Gesetzb. §§. 273, 274,175, 202,
556, 772. Der ^'oäo civil entbält keine allgemeine
Bestimmuugen, sondern nur Einzelanweildungen.
Das Österr. Bürgert. Gesetzb. i>^. 336, 474 versagt
das Z., abgeseben voll den fällen des gegenseitig
zu erfüllenden Vertrags, und verweist auf Arrest
und Sequestration.
Das Z. wirkt auch gegenüber den auf ding-
liche Rechte fich gründenden Ansprücken, insbeson-
dere gegenüber dein Ansprüche de^ Eigentümers
auf Herausgabe feiner Sacke (Deutsches Bürgert.
Gesetzb. §. 1000), und zwar ist die Zurückbebalmng
der fremden Sache wegen Verwendungen gestattet,
auch wenn, wie in: Gemeineil Reckt, dem Verwen-
denden kein klagbarer Erstattungsanspruch gegeil
den Eigentümer beigelegt und derselbe allein auf
den Weg der Zurückbebaltung beschränkt wird. Im
franz. und österr. Recht wird bei der Vindikatton
von Immobilien eine Zurückbehaltung wegen Ver-
wendungen nicht gestattet. Wer eine Sache durck
eine vorsätzlich begangene unerlaubte Handlung
erlangt hat, bat kein Z.' (§. 1000).
Nach dem Handelsgesetzbuch von 1861, Art. 3)3
-315, von 18l>7, §>i. 30l) und 370, hat ein Kauf-
mann wegen feiner fälligen Forderungen an einen
andern Kaufmann aus beiderseitigen Handelsge-
schäften ein Z. an allen Mobilien des Schuldner?,
welche mit dessen Willen auf Grund von beidersei-
tigen Handelsgeschäften in seineil Besitz gekommen
sind: wegen nicht fälliger Forderungen, wenn der
Schuldner die Zahlungen eingestellt hat oder die Ere-
tutiou gegeil denselben fruchtlos vollstreckt ist u.s.w.
Ein '> an einer fremden Sache würde principiell
im Konkurse des Gegners nicht wirken, weit die Er-
öffnung des Konkurses die Erfüllung der Verbind-
lichkeiten des Kridars sistiert; doch sollen nach der
Xonkurs ordnung das handelsrechtliche Z. und das
Z. wegen Verwelldllllgett auch im Konkurse wirksam
^ sein und das Recht zur abgesonderten Befriedigung
aus den zurückbehaltenen Geaenständen gewähren.
Das im Koukurse wirksame Z. nähert sich dadurch
dem Faustpfanoc ls. d.).
Zurückbleiben, in der Jägersprache, s. Hinter-
Zurückdatieren, s. Antedatieren. > lassen.
Zurücknahme der5llage, s. Litisrenunziation.
Zurücksetzen, in der Jägersprache von Hirschen
und Rehböcken, deren Geweih oder Gehörn weniger
Endeil bat als im Vorjahr. ^Gesetz.
Zurückspringen des Windes, s. Dovcschcs
Zurückstellung (militär.), s. Ersatzwesen und
Einzieben (Bd. 17). sflerion (s. d.).
Zurückwerfung des Lichts, soviel wie Re-
Zurundung landwirtschaftlicher Grund-
stücke, s. Zusammenlegung.
Zurzach. 1) Bezirk im schweiz. Kanton Aar-
gau, hat (1888) 12785 E., darunter 2057 Evange-
lische und 478 Israelitcn, in 24 Gemeinden. -
2) Marktflecken und Hauptort des Bezirks Z? links
am Rhein, in 344 in Höhe,^an der Linie Stcin-
<Säckiugen-)Winterthur der Schweiz. Nordostbahn,
bat (1888) 1083 E., darunter 403 Evangelische;
Post, Telegraph, Fernsprecheinrichtung, kath. Stifts-
kirche mit dem von Wallfabrern besuchten Grabe
der heil. Verena, reform. Kirche, Propstei, Rat-
baus, Sckulbaus', Stickerei, Leinwand-, Wäfchc- und
^ckäftefabrilation, Vieh- und Jahrmärkte.
Zufammendrückbarkeit, soviel wie Kompres
sibilität (s. d.).
Zusammengesetzt, eine Blattform, s. Blatt.
Zusammengefetzte Äther,s. Ester, ftctriebe.
Zusammengesetzte Betriebe, s.Kompositions
Zusammengesetzte Körper, in der Chemie die
Stoffe, die zwei oder mehrere Elementarbeftanoteile
enthalteil, im Gegeilsatz zu den einsacken Körpern
oder chem. Elementen. ^'ammengesetzte.
Zusammengesetzte Radikale, s. Radikale, zu
Zusammenkunft, in der Sternkuilde, s. Aspekten.
Zusammenlegung der Grund st üete, Ar -
roildic r u il g, Verkoppe l n n g, K onsoli -
Vatioil, Separatioil, Koinmassatioil.
Hianckerlei Umstände, namentlich die eigentüm-
licke Anlage der Dorffluren zur Zeit der ersten
Ansiedelung ls. Torfsnsteiil) und die durch unbe-
schränkte Teilbarkeit der Grundstücke bervorgerufe-
nen Zerstückelungen baben bewirkt, daß iil verschie-
denen Bändern der laildwirtschaftliche Grnnobesitz
bäufig aus vielen zerftreliteil, weit voneinander ge-
legenen, oft sehr kleinen Stücken besteht, die nur
mit Micke und großem Aufwande an Zeit und
Kosten genutzt werden können und deshalb von
verhältnismäßig geringem Nutzwerte sind. Eine
solcke ^age "im Gemenge" macht oft die Vcfeiti-
guug des Flurzwanges ls. d.) lmd die Einführung
einer rationellen Wirtschaftsmethode sehr schwierig
oder unmöglick. Taher empfiehlt sich der gegen-
seitige Austausch der Grundstücke, die Z. der ein-
zelnen Parzellen eines Besitzers, die Abrnndung
des Grundbesitzes der sämtlichen ländlichen Eigen-
tümer einer so zerstückten Gemeindeflur, womit oft
anck die Ablösung gewisser Grunddienstbarkeiten
verbuuden wird. Damit aber eine so nützliche Maß-
regel nickt durch den Widerspruch einzelner Besitzer
verbindert werden könne, haben viele Staaten ge-
setzlich bestimmt, daß eine gewisse Majorität der Be-
teiligten berecktigt sei, die Z. zu verlangen (zu pro-
voziereil). Die vollständigste Z. der Gn/ttdstMe
geht bis zur Vereinödnng^i,. d.). Die Z. tritt ein