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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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243 Butterkneter - Cadorna (Carlo) Deutschland führte 1894: 7045 t B. ein und 7820 t aus. Die Schweiz führte 1895: 1195 t frische B., 1013 t Butterschmalz und Kunstbutter ein und 195 t frische B., 9,4 t Butterschmalz und Kunstbutter ans. Die Einfuhr (in engl. Centnern) nach England betrug von: Länder 1894 1895 Dänemark 1102493 1162770 Frankreich 424645 454343 Australien 292097 313398 Schweden 266306 310809 Holland 165157 191221 Deutschland 137755 112338 Vereinigte Staaten von Amerika 29996 66932 Canada 20837 38949 Andere Länder 135499 174422 ^[Additionslinie] Im ganzen 2574835 2325682 Obwohl England 1895 um 250817 Centner mehr B. einführte als 1891, hat es doch aus Deutschland 25417 Centner weniger bezogen, was für die deutsche Landwirtschaft einen gewaltigen Ausfall bedeutet. Litteratur. Wilh. Helm, Die Rahmlieferung (Brem. 1896), und Korrespondenz des Deutschen Milchwirtschaftlichen Vereins (1890, Nr. 51). Butterkneter, s. Butter. *Buttmann, Philipp Karl. Sein Sohn Alexander B. starb 11. Sept. 1893 als Professor in Potsdam. Büttner, Karl Gotthilf, Missionar, Kolonialpolitiker und afrik. Sprachforscher, geb. 21. Dez. 1818 zu Königsberg, ging 1872 als Missionar in das Hereroland in Südwestafrika, wo er sich besonders mit dem Studium der Hererosprache in diese Sprache mitwirkte. 1880 nach Deutschland zurückgekehrt, verwaltete er ein Pfarramt in Wormditt, wurde darauf 1885 von der deutschen Reichsregierung nach Südwestafrika gesandt, um mit den Häuptlingen des Herero- und des Namalandes Verträge abzuschließen, was ihm auch zusammen mit Dr. Göring gelang. Von 1886 bis 1889 war er Inspektor der Evangelischen Missionsgesellschaft für Deutsch-Ostafrika. Schon seit 1887 war B. am orient. Seminar zu Berlin als Docent für Suaheli thätig und wirkte in dieser Stellung bis zu seinem Tode, 14. Dez. 1893 zu Berlin. Nach und nach zog er immer mehr Bantusprachen, für deren Erforschung er viel gethan hat, in den Kreis seiner Studien. Von 1887 bis 1890 gab er eine "Zeitschrift für afrik. Sprachen" heraus, die bald zum Mittelpunkt dieser Studien wurde und seit 1895 durch A. Seidel wieder aufgenommen worden ist. Er veröffentlichte unter anderm: "Aus der Studierstube eines Bibelübersetzers" (in der "Allgemeinen Wissenschaftlichen Zeitschrift", 1881, S. 185 fg.), "Die Kirche und die Heidenmission" (Lpz. 1883), "Das Hinterland von WalFischbai und Angra-Pequena" (Heidelb. 1881), "Hilfsbüchlein für den Unterricht in der Suahelisprache" (Berl. 1891), "Wörterbuch der Suahelisprache" (ebd. 1891), "Suahelischriftstücke" (ebd. 1892), "Anthologie aus der Suahelilitteratur" (ebd. 1893). Auch Krönleins Namawörterbnch und Brinckers Hererowörterbuch sind von ihm herausgegeben worden. C. Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen. *Cabat, Nicolas Louis, starb 13. März 1893 in Paris. *Cáceres, Andrés Avelino, wurde, nachdem er 1891-93 perman. Gesandter in London gewesen war, 1891 wieder zum Präsidenten gewählt und trat sein Amt 1. Aug. an. Ein Aufstand unter den: frühern Präsidenten Pierola stürzte ihn schon im März 1895. Cadenas (frz., spr. kad'ná, vom lat. catēna, Kette), die im Zollwesen vorkommende Sperrmaßregel, die darin besteht, daß bei einer geplanten Zollerhöhung oder Einführung eines neuen Zolls der Zoll oder Zollzuschlag schon vor der Genehmigung des projektierten Zollgesetzes auf dem Verordnungswege in Kraft gesetzt wird. Es geschieht dies zu dem Zweck, der Spekulation, welche vor dem Inkrafttreten des Gesetzes auf die massenhafte Einfuhr der betreffenden Ware gerichtet sein wird, einen Riegel vorzuschieben, daher der Name. In Frankreich wurde das System durch Art. 34 des Zollgesetzes vom 17./19. Dez. 1814 eingeführt, und die franz. Schutzzöllner erstreben jetzt seine Wiedereinführung. Es wird in England (für Finanzzölle) und in Italien angewendet, und auch Deutschland und Belgien haben vorübergehend davon Gebrauch gemacht. Gewöhnlich (in England nicht) besteht die Bestimmung, das; die Zölle oder Zollzuschläge wieder zurückzuerstatten sind, wenn dieselben die gesetzliche Sanktion durch die Kammern nicht finden. Dies kann eine Prämie für die Spekulanten bedeuten, welche vielleicht die Ware mit Zollaufschlag inzwischen an die Konsumenten abgesetzt haben. - Vgl. dagegen I. Ch. Roux in der "Revue des Deux Mondes" (Par. 1891). *Cadiz. Die große Reede von C. hat zwischen den Sandbänken drei Einfahrten: den Nordpaß und den Hauptpaß mit 10 M Wassertiefe und den Südpaß, der gewunden und eng ist, mit 5 m Tiefe. Die große Reede liegt zwischen der Stadt C. und der Landspitze Sta. Catalina im Norden von C., umfaßt also auch die Mündung des Guadalete. Besser geschützt liegen die Schiffe auf der kleinen Reede von C., die zwischen den Forts Matagorda und Puntales sehr eng ist, sich aber in der Bucht von Puntales wieder erweitert; doch diese Bucht ist flach, nur der Kanal, der nach la Carraca führt, hat genügende Wassertiefe für Seeschiffe. 1894 liefen im Hafen von C. im ganzen 3067 Schiffe mit 2049009 Registertons ein; darunter waren 22 deutsche Schiffe mit 13863 Registertons. *Cadogan, George Henry, Graf von, trat im Aug. 1892 mit Salisbury zurück und wurde 25. Juni 1895 in dessen drittem Ministerium Lordlieutenant von Irland. Cadorna, Carlo, Graf, ital. Staatsmann, geb. 8. Dez. 1809 zu Pallanza, studierte im Jesuitenkollegium zu Turin Jurisprudenz und trat seit 1830 Gioberti und seinem Kreise nahe, weshalb ihn sein Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.