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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Butterkneter - Cadorna (Carlo)
Teutschland führte 1894: 7045 t V. ein nnd
7820 t aus. Die Schweiz führte 1895: 1195 t frische
B., 1013 t Butterschmalz und Kunstbutter ein und
195 t frische V., 9,4 t Butterschmalz und Kunstbutter
ans. Die Einfuhr (in engl. Centnern) nach England
betrug von:
Länder
1894
Dänemark..........
Frankreich..........
Australien..........
Schweden..........
Holland...........
Tentschland.........
Vereinigte Staaten von Amerika
Canada ...........
Andere Länder........
1 102 493
424 645
292 097
266 306
165157
137 755
29 996
20 837
135 499
1895
1 162 770
454 343
313 398
310 809
191 221.
112 333
66 932
38 949
174 422
Im ganzen < 2 574 835 j 2 325 632
Obwohl England 1895 um 250 817 Centner mehr
B. einführte als 1891, hat es doch aus Teutschland
'25 417 Centner weniger bezogen, was für die
deutsche Landwirtschaft einen gewaltigen Ausfall
bedeutet.
Litteratur. Wilh. Helm, Die Nahmlieferung
(Vrem. 1896), und Korrespondenz des Teutschen
Milchwirtschaftlichen Vereins (1890, Nr. 51).
Butterkneter, s. Butter.
^ Buttmann,Philipp Karl. Sein Sohn A leran -
Büttner, Karl lZiotthilf, Missionar, Kolonial-
politiker und afrik. Sprachforscher, geb. 21. Dez.
1818 zu Königsberg, ging 1872 als Missionar in
das Hereroland in Südwestafrika, wo er sich befon-
' ders mit dem Stndium der Hererospracke beschäf-
! tigte, ancb an der Übersetzung des Neuen Testaments
! in diese Sprache mitwirkte. 1880 nach Deutschland
! zurückgekehrt, verwaltete er ein Pfarramt in Worm-
' ditt, wnrde darauf 1885 von der deutschen Reichs-
regierung nach Südwestafrika gesandt, um mit
den Hä'nptlingen des Herero- und des Namalandes
Verträge abzuschließen, was ihm auch zusammen
mit I)i-. Göring gelang. Von 1886 bis 1889 war
er Inspektor der Evangelischen Missionsgesellschaft
für Deutsch-Ostafrika. Schon seit 1887 war B.
am orient. Seminar zu Berlin als Docent für
Snaheli thätig und wirkte in dieser Stellung bis
zu seinem Tode, 14. Dez. 1893 zu Berlin. Nach und
nach zog er immer mehr Vantusprachen, für deren
Erforschung er viel gethan hat, in den Kreis seiner
Stndien. Von 1887 bis 1890 gab er eine "Zeit-
sckrift für afrik. Sprachen" herans, die bald zum
Mittelpunkt diefer Studien wnrde und seit 1895
durch A. Seidel wieder aufgenommen worden ist.
Er veröffentlichte unter anderm: "Aus der Etudier-
stube eines Bibelübersetzers" (in der "Allgemeinen
Wissenschaftlichen Zeitschrift", 1881, S. 185 fg.),
"Die Kirche und die Heidenmission" (Lpz. 1883),
"Das Hinterland von Walsischbai und Angra-Pe-
quena" (Heidelb. 1881), "Hilfsbüchlein für den Un-
terricht in der Suabelisprache" (Berl. 1891), "Wörter-
buch der Suabelisprache" (ebd. 1891), "Suaheli-
schriftstücke" (ebd. 1892), "Anthologie aus der
Suabelilitteratur" (ebd. 1893). Auch Krönleins
Namawörterbnch und Brinckers Hererowörterbuch
sind von ihm herausgegeben worden.
C.
Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.
*Gabat, Nicolas Louis, starb 13. März 1893
in Paris.
^Caceres, Andres Avelino, wurde, nacbdem er
1891-93 pernan. Gesandter in London gewesen war,
1891 wieder zum Präsidenten gewählt und trat sein
Amt 1. Aug. an. Ein Aufstand unter den: frühern
Präsidenten Pierola stürzte ihn schon im März 1895.
dHÄsna.8 (frz., spr.kad'nä,vomlat.cal6nll, Kette),
die im Zollwesen vorkommende Sperrmasiregel, die
darin besteht, daß bei einer geplanten Zollerböhung
oder Einführnng eines nenen Zolls der Zoll oder
Zollzuschlag schon vor der Genehmigung des pro-
jektierten Zollgesetzes auf dem Verordnnngvwegc in
Kraft gesetzt wird. Es geschieht dies zu dem Zweck,
der Spekulation, welche vor dem Inkrafttreten des
Gesetzes auf die massenhafte Einfuhr der betreffen-
den Ware gerichtet sein wird, einen Riegel vorzu-
schieben, daher der Name. In Frankreich wnrdc
das System dnrch Art. 34 des Zollgesetzes vom
17./19. Dez. 1814 eingeführt, und die franz. Echutz-
zöllner erstreben jetzt seine Wiedcreinfübrnng. Es
wird in England (sür Finanzzölle) und in Italien an-
gewendet, und auch Deutschland und Belgien haben
vorübergehend davon Gebrauch gemacht. Gewöhn-
lich lin England nicht) besteht die Bestimmung, das;
die Zölle oderZollzuschlägc wieder zurückzuerstatten
sind, wenn dieselben die gesetzliche Sanktion dnrch
die Kammern nicht finden. Dies tann eine Prämie
Artikel, die man unter (5 verm
für die Spekulanten bedeuten, welche vielleicht die
Ware mit Zollaufschlag inzwischen an die Konsu-
menten abgesetzt haben. - Vgl. dagegen I. Ch.
Ronr in der "1l6vuo ä68 vknx NonäeL" (Par. 1891).
* Eadiz. Die große Reede von C. hat zwischen
den Sandbänken drei Einfahrten: den Nordpasi
und den Hanptpaß mit 10 in Wassertiefe und den
Südpaß, der gewnnden und eng ist, mit 5 m Tiefe.
Die große Reede liegt zwischen der Stadt C. und
der Landspitze ^ta. Catalina im Norden von C.,
umfaßt also auch die Mündung des Gnadalete.
Besser geschützt liegen die Schiffe auf der kleinen
Reede von C., die zwischen den Forts Matagorda
und Pnntales sehr eng ist, sich aber in der Bucht
von Puntales wieder erweitert; doch diese Bucht
ist flach, nur der Kanal, der nach la Carraca führt,
bat genügende Wassertiefe für Seeschiffe. 1894
liefen im Hafen von (5. im ganzen 3067 Schiffe
mit 2049009 Registertons ein; darnnter waren
22 deutsche Schiffe mit 13863 Registertons.
^Cadogan, George Henry, Graf von, trat im
Aug. 1892 mit Ealisbury zurück und wurde 25. Juni
1895 in dessen drittem Ministerium Lordlieutenant
von Irland.
Eadorna, Carlo, Graf, ital. Staatsmann, geb.
8. Dez. 1809 zu Pallanza, stndierte im Iesui'tcn-
tollcgium zu Turin Jurisprudenz und trat seit 1830
Gioberti und seinem Kreise nahe, weshalb ihn sein
ißt, sind unter 5i aufzusuchen. 1^5