Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Zweiter Theil

Die Herstellung der gebräuchlichen Handverkaufsartikel.

Schlagworte auf dieser Seite: Collodium

7

Ceratum labiale rubrum - Collodium.

Senfpapier als bequemer Ersatz des Senfteiges wird dadurch bereitet, dass man weiches, aber zähes Papier auf der einen Seite mit Kautschuklösung bestreicht, dann reichlich mit grobem Senfmehl bestreut und dieses dadurch auf dem Papier befestigt, dass man es durch Walzen laufen lässt.

Collodium.

Das "Deutsche Arzneibuch" lässt das Collodium nach folgender Vorschrift herstellen:

2 Th. Collodiumwolle (Colloxylin) werden mit 6 Th. Weingeist durchfeuchtet, darauf mit 42 Th. Aether versetzt und wiederholt geschüttelt; die gewonnene Lösung wird nach dem Absetzen klar abgegossen.

Das so hergestellte 4 %ige Collodium ist sehr dickflüssig und doppelt so stark als das meiste Collodium des Handels, wie es für photographische Zwecke gebraucht wird. In des Verfassers Drogisten-Praxis I heisst es über die Herstellung des Colloxylins und des Collodiums: Zur Darstellung des Colloxylins hat man zahlreiche Vorschriften. Entweder wird die Baumwolle in eine ganz konzentrirte Salpetersäure von 1, 400 spez. Gewicht eingetaucht oder in ein Gemisch von schwächerer Salpetersäure und Schwefelsäure. Die Temperatur der Mischung darf 15-20° nicht übersteigen und die Zeit der Einwirkung richtet sich nach der Stärke der angewandten Säure. Hager giebt hierfür folgende Daten an.

2 Th. Baumwolle erfordern

Salpetersäure und Schwefelsäure von 1,833-1,840 spez. Gew. Die Bildung des Colloxylins ist vollendet nach

Theile spez. Gew. Theile Stunden

11 1,460 11 5

12 1,450 12 6

12 ½ 1,440 13 7

13 1,430 14 ½ 8

14 1,420 16 9

15 1,410 17 10

16 1,400 18 ½ 12

17 1,380 20 15

18 1,390 22 20

Nach der angegebenen Zeitdauer wird die Wolle herausgenommen und so lange mit Wasser ausgewaschen, bis ein angedrücktes Reagenspapier nicht mehr geröthet erscheint. Darauf wird sie bei gelinder Wärme ausgetrocknet.

Das Collodium für photographische Zwecke wird mit einem stärkeren Alkoholgehalt, wie das Arzneibuch vorschreibt, dargestellt, indem man 2 Th. Colloxylin mit 38 Th. absolutem Alkohol und 60 Th. Aether übergiesst und durch Schütteln zur Lösung bringt.