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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Scheurenberg; Schex; Schick; Schierholz

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Scheurenberg - Schierholz.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Scheuren'

Winterlandschaft bei untergehender Sonne (Neue Pinakothek in München), Mühle im Regen, Architekturstück mit Staffage eines Mönchsbegräbnisses, Requiescat in pace und versunkenes Schloß im Meer (Aquarell). Einen noch größern Ruf als durch diese Landschaften in Öl erlangte er durch seine Arabeskenzeichnungen für Titelblätter, Dedikationen, Gedenkblätter etc. und durch seine Radierungen. Dazu gehören unter den größern Arbeiten: das Album der Burg Stolzenfels (50 Blätter), das Album von Venedig, sechs große Ansichten der Burg Stolzenfels, acht dergleichen für den Großfürsten-Thronfolger von Rußland, die 24 Aquarelle aus der Sage und Geschichte des Rheins (Museum in Köln) und unzählige einzelne Gelegenheitsblätter, für die er von allen Seiten in Anspruch genommen wurde. Sehr geistreich sind auch seine Radierungen, die mit wenigen Strichen einen großen Effekt erreichen. Er erhielt den Roten Adlerorden dritter Klasse, den Falkenorden zweiter Klasse und die schwedische Medaille für Kunst und Wissenschaft.

Scheurenberg, Joseph, Genremaler, geb. 7. Sept. 1846 zu Düsseldorf, war 1863-67 Schüler der dortigen Akademie, wo er anfangs unter Karl Sohn Porträte, später unter Wilhelm Sohn Genrebilder malte. Die letztern, die sein Hauptfach bilden, sind zwar im Inhalt weder sehr gedankenreich noch tief empfunden, aber von tiefem, saftigem Kolorit und namentlich in den Gewandstoffen glänzend gemalt; z. B.: ein Lied aus alter Zeit (1868), beim Abschied (1869), fahrende Spielleute (1872), fesselnde Lektüre (1873), Städter des 18. Jahrhunderts auf einer Landpartie und (1879), wohl sein bestes Bild, der Tag des Herrn (Nationalgallerie in Berlin). 1879 folgte er einem Ruf als Professor an der Akademie in Kassel.

Schex, Joseph, Historien- und Genremaler in Düsseldorf, Schüler der dortigen Akademie, machte sich durch mehrere Historien- und Genrebilder, die von tiefem Gefühl und überaus sorgfältiger Behandlung zeugen, vorteilhaft bekannt. Dahin gehören: die Dichterkrönung Ulrich von Huttens (1860), Cromwell und seine ↔ Tochter, Scene aus »Romeo und Julie«, Karl I. und Oliver Cromwell, Rettung auf dem St. Bernhard, Vertreibung der Spanier aus Wesel (im Rathaus daselbst) und Ausfahrt zur Arbeit.

Schick, 1) Karl Friedrich, Genre- und Historienmaler, bildete sich auf der Akademie in Düsseldorf, wo er anfangs recht anziehende Genrebilder malte, z. B.: Mädchen vor dem Spiegel, Dame am Nähtisch (1864) u. a.; später wandte er sich mehr zu historischen Darstellungen, die besonders wegen ihres Kolorits, das dem der großen Venetianer nachstrebt, gerühmt werden, z. B.: die Flucht nach Ägypten, eine in der Komposition schwächere Lorelei, eine im Inkarnat meisterhafte Susanna im Bad.

2) Rudolf, Genremaler in Berlin, bildete sich eine Zeitlang in Italien zu einem tüchtigen Koloristen aus, der in seinen Genrebildern junge Mädchen mit poetischer Auffassung und zarter Empfindung darstellt. Man nennt unter diesen Bildern: Rückkehr aus dem Gebirge, Kalypso beim Singen von Merkur belauscht, genuesischer Brunnenhof, Hirtenknabe und Amor, Quelleinsamkeit, Frühling und Herbstanfang (landschaftliche Bilder) u. a.

Schierholz, Georg Friedrich, Bildhauer, geb. 1840 zu Frankfurt a. M., kam infolge seines ausgesprochenen Kunsttalents schon früh als Schüler ins Städelsche Institut, wo er durch Zwerger sehr gefördert wurde, der ihm zahlreiche kleinere Arbeiten übertrug. 1858 trat er mit seinem Erstlingswerk: die Landung Lohengrins (nach der Wagnerschen Oper), auf und modellierte dann eine später in Marmor ausgeführte, durch Abgüsse sehr verbreitete Büste von Beethoven. 1859 ging er nach München ins Atelier Widnmanns, schuf dort ein Relief: Erlkönig mit seinen Töchtern, und für das Nationalmuseum zwei große Sandsteinstatuen. Da sein Wunsch, von dort nach Rom zu gehen, nicht in Erfüllung ging, so kehrte er in seine Vaterstadt zurück und fand hier namentlich in Porträtbüsten ein reiches Feld der Thätigkeit. Unter seinen idealen und dekorativen Bildwerken sind zu nennen die Allegorien: Spiel, Tanz, Musik und

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 466.