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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Fenek - Fenn.

gestochen; die Porträte der berühmtesten Numismatiker malte er für die Kabinette der modernen Münzen und Medaillen in Öl. In Mußestunden übte er mit Vorliebe die Genremalerei in Öl und Wasserfarben. Seine Hauptwerke sind: ein Mädchen vor einem Lotteriegewölbe (1829), im Belvedere, und das Gegenstück hierzu: ein weinendes Mädchen mit der Niete nach der Ziehung (1830). F. starb 28. Aug. 1842 in Wien. Seine zahlreichen historischen Entwürfe behandeln meist die vaterländische Geschichte.

Fenek (Zerda, Wüstenfuchs, Canis [Megalotis] Cerda Skjöld), Raubtier aus der Familie der Hunde (Canida) und der Gattung Hund (Canis L.), ein fuchsähnliches, zierliches Tier, 45 cm lang, 20 cm hoch, mit 20 cm langem, dickem, buschigem Schwanz, stark zugespitztem Kopf, sehr großen Augen und Ohren, welche fast die Länge des Kopfes erreichen und etwas mehr als halb so breit sind, ungemein zarten, zierlichen Füßen, seidenweichem, oben sandfarbenem, unten weißem Balg, einem weißen Fleck über und einem dunklern Streifen vor dem Auge, fast ockergelbem Schwanz mit schwarzer Blume und schwarzem Fleck an der Wurzel. Der F. ist über den ganzen Norden Afrikas verbreitet, findet sich aber nur in den echten Wüsten und zwar in den wasserreichen Niederungen; er bewohnt einen röhrenreichen, nicht tief liegenden unterirdischen Bau, in welchem er bei Tage schläft; mit sinkender Sonne geht er auf die Jagd und stellt besonders Vögeln, auch Eidechsen, Käfern, Heuschrecken und Mäusen nach; außerdem frißt er Datteln und Wassermelonen. Er ist sehr vorsichtig und flüchtig und vergräbt sich oft vor den Augen des Verfolgers. In der Gefangenschaft wird er sehr bald zahm und dauert lange aus. Die Füchsin soll im März 3-4 Junge werfen.

Fénelon (spr. fēn'lóng), François de Salignac de la Motte, Erzbischof von Cambrai, geb. 1651 auf dem Schloß Fénelon in Périgord, ward 1675 Geistlicher im Kirchspiel St.-Sulpice zu Paris. Daneben war er auch Superior der Nouvelles Catholiques, eines Vereins junger Damen von Adel, welche sich mit Bekehrung protestantischer Mädchen abgaben. Vom König 1686 nach Saintonge und Aunis zur Bekehrung der dortigen Hugenotten gesandt, unterzog er sich dieser Aufgabe in der Form, daß Dragoner ihm überall vorarbeiteten, er aber diese Erbschaft mit vollem Bewußtsein antrat (vgl. Douen, L'intolérance de F., Par. 1872). Solche Erfolge, seine eindringliche Predigtweise sowie sein "Traité sur le ministère des pasteurs" hatten seinen Namen schon bekannt gemacht, als er (1689) zum Lehrer der Enkel Ludwigs XIV., der Herzöge von Burgund, Anjou und Berri, ernannt wurde. 1693 ward er Mitglied der Akademie und 1695 Erzbischof von Cambrai. Einen Wendepunkt in seinem Leben bezeichnet seine Verteidigung der Frau Guyon (s. d.) in der "Explication des maximes des Saints sur la vie intérieure" (Par. 1697), worauf er durch Bossuets Einfluß in sein Bistum verwiesen, sein Buch zur Verdammung nach Rom gesandt ward. Erst nachdem F. wegen des 1699 ohne sein Wissen erschienenen Fürstenspiegels "Aventures de Télémaque", in welchem er als Erzieher der Prinzen Muster der Weisheit und einer fürstlichen Erziehung aufstellte, gänzlich dem Hofe verdächtigt worden war, erließ Innocenz XII. ein Breve (12. März 1699), worin 23 Sätze der "Explication" verworfen wurden. F. verlas diese Verurteilung selbst auf seiner Kanzel und ermahnte seine Gemeinde, sich danach zu richten. Er starb 7. Jan. 1715. Aus den von Douen in dem genannten Werk mitgeteilten Dokumenten erhellt, daß er nicht bloß mit der Bekehrungsarbeit der Dragoner, sondern auch mit den entsetzlichen Maßnahmen, welchen die jungen Hugenottinnen in dem Asyl der neuen Katholikinnen ausgesetzt waren, einverstanden war und auch sonst zu Quälereien gegen die standhaft bleibenden Reformierten aufgemuntert hat. Später ist es seinem Andenken zu gute gekommen, daß seine Schrift "Directions pour la conscience d'un roi" (Amsterd. 1734), die Idee eines zwischen Fürst und Volk bestehenden Vertrags ausführend, vom Kardinal Fleury unterdrückt und erst 1774 von Ludwig XVI. wieder freigegeben ward. Der "Télémaque", welcher, sogleich nach dem Erscheinen verboten, erst nach dem Tod Fénelons wieder gedruckt werden konnte, wurde bis in die neueste Zeit in zahllosen Ausgaben verbreitet und in fast alle lebenden Sprachen übersetzt (deutsch von Kollmann, Augsb. 1878). Unter den Gesamtausgaben der Schriften Fénelons, deren letzte von A. Martin (Par. 1874, 3 Bde.) besorgt wurde, ist keine einzige ganz vollständig; hervorzuheben ist die von Bausset besorgte in 22 Bänden (das. 1821-24), zu welcher die "Correspondance de F." (hrsg. von Caron, 1727-29, 11 Bde.) eine Ergänzung bildet; eine deutsche erschien Leipzig 1781, 5 Bde., die religiösen Schriften deutsch von Silbert (Regensb. 1837-39, 4 Bde.) und von Claudius (3. Ausg., Leipz. 1878). Vgl. Bausset, Histoire de F. (Par. 1808; neue Ausg. 1856, 4 Bde., und 1862; deutsch von M. Feder, Würzb. 1811-13, 3 Bde.); Tabaraud, Supplément aux histoires de Bossuet et de F. (Par. 1822); Hunnius, Leben Fénelons (Gotha 1873); Wunderlich, F., Erzbischof von Cambrai (Hamb. 1873).

Feneration (lat.), Wucher, Wuchergeschäft.

Fenestrelle, Ortschaft in der ital. Provinz Turin, Kreis Pinerolo, am Clusone, an der über den Mont Genèvre nach Briançon führenden Straße, mit einem bischöflichen Konviktsgymnasium, Festungswerken und (1881) 671 Einw. In der Nähe sind die Thäler der Waldenser. F. gehörte früher zur Dauphiné, kam aber im spanischen Erbfolgekrieg (1708) an Savoyen. Die Festung wurde 1796 von den Franzosen geschleift und später nur teilweise wiederhergestellt.

Fenêtrage (franz., spr. f'nätrahsch), das Fensterwerk eines Gebäudes; auch s. v. w. Fenstersteuer.

Feng-schui (chin., "Windwasser", von feng, "Wind", den man nicht greifen, schui, "Wasser", das man nicht fassen kann, also s. v. w. das Unfaßbare), in China eine Art von Geomantie, die aus der Zusammenlage von Flüssen, Bäumen und Hügeln nicht nur den geeigneten Platz für Gräber, Häuser oder Städte, sondern auch die Geschicke einer Gemeinde, Familie oder eines Einzelnen vorausbestimmen zu können vorgibt. Da nun Eisenbahnen, Telegraphen und andre Neuerungen diese Konfigurationen zerstören würden, so wird der beliebte Aberglaube in neuerer Zeit besonders von den chinesischen Beamten als wirksames Streitmittel gegen europäische Einflüsse gebraucht.

Fenian fire (spr. fihnjĕn feir), s. Feuer, flüssiges.

Fenianismus, das Wesen und Treiben der Fenier.

Fenĭer (Fenians, spr. fihnjĕns), Name eines über Großbritannien und Nordamerika verbreiteten irischen Bundes, welcher sich den Sturz der englischen Regierung in Irland und die Umwandlung Irlands in eine unabhängige Republik zum Ziel gesetzt hat und seit 1863 deutlicher hervorgetreten ist (s. Irland, Geschichte; dort auch über den Ursprung des Wortes F.). Vgl. Rutherford, Secret history of the Fenian conspiracy (Lond. 1877, 2 Bde.).

Fenn (Fenne, niederdeutsch Veen), ein stehendes Gewässer, auf dessen Oberfläche anfänglich eine Decke