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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Pensionär - Pentastemum.

Unteroffiziere und Soldaten, welche nachweislich durch den Krieg ganz invalid geworden sind, erhalten eine Kriegszulage von monatlich 6 Mk. neben der P.; sind sie verstümmelt oder erblindet, so erhalten sie eine Verstümmelungszulage von monatlich 18 Mk. bei einfacher, bei mehrfacher Verstümmelung entsprechend mehr. Unteroffiziere vom Feldwebel abwärts erhalten vom zurückgelegten 18. Dienstjahr an für jedes weitere Dienstjahr bei eintretender Ganzinvalidität eine Pensionszulage von monatlich 1,5 Mk. Vgl. Militärversorgung.

Pensionär (franz., spr. pangss-), jemand, der einen Ruhe- oder Gnadengehalt bezieht (s. Pension); dann Kostgänger. In Holland hieß ehedem in den großen und stimmberechtigten Städten der Syndikus wegen des Gehalts, den er bezog, P. (pensionarius, advocatus civitatis). Er stand dem Magistrat der Stadt mit seinem Rat zur Seite, erschien daher entweder regelmäßig oder auf besondere Einladung in dessen Versammlungen, führte hier das Protokoll, hielt in manchen Städten statt des Bürgermeister den Vortrag und sammelte die Stimmen, ohne selbst stimmberechtigt zu sein. In demselben Verhältnis wie diese Pensionäre zu den Städten, stand der Groß- oder Ratspensionär, P. von Holland (advocatus generalis), der oberste Beamte des Landes, zu den Staaten von Holland (s. Ratspensionär).

Pensionsanstalt (spr. pangss-, Pensionat), ehedem eine Staatsanstalt, deren Zweck die Versorgung emeritierter Staatsdiener war; jetzt s. v. w. Erziehungsanstalt mit Verpflegung der Zöglinge; vgl. Institut.

Pensionsversicherung, s. v. w. Invalidenversicherung (s. d.).

Pensum (lat., "das Abgewogene"), ursprünglich die zugewogene Wolle, welche in Rom die Sklavinnen am Tag zu spinnen hatten; dann allgemein die tägliche Aufgabe; besonders die Aufgabe, welche der Lehrer den Schülern gibt.

Pent... (Penta, griech.), "fünf", oft in Zusammensetzungen vorkommend.

Pentachord (griech.), fünfsaitiges Tonwerkzeug.

Pentacrīnus, s. Krinoideen.

Pentade (griech.), s. v. w. Pentas.

Pentadekagōn (griech.), Fünfzehneck.

Pentádik (griech.), ein Zahlensystem mit der Grundzahl 5; es findet sich zwar nirgends ausgebildet vor, wohl aber trifft man neben dem dekadischen System auch Andeutungen der P. Vgl. Zahlensystem.

Pentaëder (griech., "Fünfflächner"), nicht mehr gebräuchliche Bezeichnung für ein dreiseitiges Prisma.

Pentaglotte (Pentapla, griech.), ein in fünf Sprachen verfaßtes Buch, besonders fünfsprachige Bibel.

Pentagōn (griech.), s. Fünfeck.

Pentagonālzahlen, Fünfeckzahlen, Zahlen von der Form n/2(3n-1), z. B. 1, 5, 12, 22 (für n = 1, 2, 3, 4); vgl. Polygonalzahlen.

Pentagōndodekaëder, von Pentagonen (aus vier gleichen und einer ungleichen Seite gebildete) eingeschlossene zwölfflächige Kristallgestalt, Hemieder des Tetrakishexaeders, nach seinem häufigen Vorkommen am Eisenkies (Pyrit) auch Pyritoeder genannt. Gebrochenes P., s. v. w. Dyakisdodekaeder (s. d. sowie Dodekaeder und Kristall).

Pentagramma (Pentalpha, griech.), s. v. w. Drudenfuß (s. d.).

Pentagynus (griech., "fünfweibig"), Blüten mit fünf Griffeln; daher Pentagynia, Ordnungsbezeichnung im Linnéschen System, Pflanzen mit pentagynen Blüten enthaltend.

Pentakosĭomedímnen (griech., "die Fünfhundertscheffler"), die erste Vermögensklasse in Athen nach der Solonischen Verfassung (s. Athen, S. 1001).

Pentamerōne, Titel einer berühmten Sammlung neapolitanischer Märchen von Giambattista Basile (gest. 1637), die der Verfasser in fünf Tagen erzählen läßt (deutsch von Liebrecht: "Der P. oder das Märchen aller Märchen", Bresl. 1846).

Pentamērus, s. Brachiopoden.

Pentamĕter (griech., "Fünffüßler"), Versgattung, welche sich nur in Verbindung mit dem Hexameter findet und mit demselben das antike oder sogen. elegische Distichon (s. d.) bildet, daher auch elegischer Vers genannt. Er besteht aus zwei gleichen Hälften, in deren Mitte sich die Cäsur befindet, die nie verwischt werden darf. Jede Hälfte enthält zwei Daktylen nebst einer überschüssige langen Silbe oder eine daktylische Penthemimeres. Die Daktylen der ersten Hälfte können wie beim Hexameter mit Spondeen abwechseln, während dieselben in der letzten Hälfte, um den daktylischen Rhythmus nicht zu verwischen, rein erhalten werden. Er hat hiernach folgendes Schema:

⏔⏔||⏖⏖.

"Während des Meers Abgrund klar wie ein Spiegel erscheint".

Platen.

Die Griechen und Römer wandten das elegische Distichon ausschließlich in ihren Elegien und Epigrammen an; bei den Neuern findet es sich auch bei erzählenden und beschreibenden Dichtungen verwendet.

Pentándrus (griech.), fünfmännige Blüten mit fünf Staubgefäßen. Davon Pentandria, die fünfte Klasse des Linnéschen Systems, Gewächse mit fünf freien Staubgefäßen enthaltend. Auch Ordnungsbezeichnung mehrerer Klassen.

Pentangŭlum (griech.-lat.), s. v. w. Pentagon; auch s. v. w. Pentagramma oder Drudenfuß; s. Fünfeck.

Pentaphyllus (griech.), fünfblätterig.

Pentăpla (griech.), s. v. w. Pentaglotte.

Pentapŏlis (griech., "Fünfstadt"), seit dem Zeitalter der Ptolemäer Name der Landschaft Kyrenaika (s. d.); insbesondere auch Name der fünf bedeutendsten Städte im Lande der Philistäer in Palästina.

Pentarchie (griech., "Fünfherrschaft"), Regierung, welche aus fünf Machthabern besteht; auch Bezeichnung des frühern europäischen Staatensystems unter der Hegemonie der fünf Großmächte, England, Frankreich, Rußland, Österreich und Preußen, und seit 1883 in Italien der von Zanardelli, Baccarini, Cairoli, Crispi und Nicotera geleiteten parlamentarischen Opposition gegen das Ministerium Depretis.

Pentas (Pentade, griech.), eine Zahl von fünf, ein Zeitraum von fünf Jahren.

Pentastĕmum Hérit. (Pentstemon, Bartfaden, Fünffaden), Gattung aus der Familie der Skrofulariaceen, benannt nach dem rudimentären fünften Staubfäden, krautartige, ausdauernde Gewächse in Nordamerika und Mexiko, mit schönen Blüten und vierklappiger, vielsamiger Kapsel, werden in vielen Arten und Varietäten als Gartenzierpflanzen kultiviert; P. Cobaea Nutt., in Texas, mit 20-30 cm langen, ganzrandigen, glatten Blättern und prächtigen, großen, weißen, purpurrötlich schattierten, im Schlund schön rot gezeichneten und gelb gefleckten Blüten; P. roseum Don., in Mexiko, mit hoch rosenroten, unterhalb weißlichen Blüten in einseitigen Endrispen; P. speciosum Dougl., im nordwestlichen Amerika, mit dunkel blaugrünen, ganzrandigen Blättern und zahlreichen blauen, quirlförmig in großen Endsträußen vereinigten Blüten, u. a.