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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Heuglin; Heuharpune; Heuke; Heulandit; Heulboje; Heulen; Heulwolf; Heumann

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Heuglin – Heumann (Christoph August)

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Heufieber'

disponierte Personen regelmäßig, bisweilen in alljährlich wiederkehrenden Anfällen heimsucht, sobald sie sich den Ausdünstungen gewisser blühender Gräser, meist kurz vor der Heuernte, aussetzen. Als krankmachende Ursache sind die eingeatmeten Pollen (Blütenstaub) gewisser Grasarten zu betrachten, welche innerhalb der Luftwege aufquellen und dadurch eine mechan. anhaltende Reizung der Schleimhäute verursachen. Die Krankheit, welche zuerst 1819 von dem engl. Arzt John Bostock beschrieben wurde und die besonders häufig in England und Nordamerika, aber auch in Deutschland, Frankreich, Belgien und der Schweiz beobachtet wird, befällt nur Stadtbewohner und fast nur Personen unterhalb des 40. Lebensjahres, durchschnittlich mehr Männer als Frauen. Das Leiden ist meist sehr hartnäckig; am zweckmäßigsten erweist sich eine Luftveränderung, der längere Aufenthalt im Hochgebirge oder an der See; ein Mittel, die Disposition zur Krankheit zu tilgen, ist noch nicht gefunden. Neuerdings wird die galvanische Kauterisation der krankhaft reizbaren Nasenschleimhaut empfohlen. – Vgl. Phöbus, Der typische Frühsommer-Katarrh oder das sogenannte H. (Gieß. 1862); Blackley, Experimental researches on the causes and nature of catarrhus aestivus (Lond. 1873; 2. Aufl. u.d.T.: Hay-fever; its causes, treatment etc., ebd. 1886); Beard, Hay-fever or summer-catarrh (Lond. und Neuyork 1876).

Heuglin, Theod. von, Afrikareisender und Ornitholog, geb. 20. März 1824 zu Hirschlanden in Württemberg, widmete sich naturhistor. und pharmaceut. Studien und machte dann Reisen in Europa, ging 1850 nach Ägypten, von wo er Ausflüge ins Peträische Arabien und an die Küsten des Roten Meers unternahm, und wurde 1852 Sekretär des österr. Konsuls in Chartum. Bald nach seiner Ankunft begleitete er den Konsul Reitz auf einer Reise durch Abessinien, auf welcher Reitz 1853 starb. H. kehrte mit reicher wissenschaftlicher Ausbeute nach Chartum zurück. Seine Aufzeichnungen («Reisen in Nordostafrika», Gotha 1857) sind von großem Werte. An Reitz' Stelle zum Geranten des österr. Konsulats ernannt, bereiste er Ende 1853 den mittlern Weißen Nil und Kordofan und sammelte auch in Chartum selbst eine große Anzahl lebender Tiere, welche er 1855 dem kaiserl. Tiergarten in Schönbrunn schenkte. Damals stellte er seine erste «Systematische Übersicht der Vögel Nordostafrikas» (Wien 1855) zusammen, worin 754 Arten aufgeführt sind. Im März 1856 begab er sich abermals nach dem Sudan, untersuchte die Bajuda-Steppe, kehrte im Jan. 1857 nach Kairo zurück und bereiste die Westküste des Roten Meers sowie die Somalküste, über die er in Petermanns «Mitteilungen» (1860 u. 1861) berichtete. Von 1858 bis 1860 hielt er sich zur Herstellung seiner Gesundheit in Europa auf, ordnete seine Sammlungen und verfaßte die Beschreibungen seiner Reisen. Von Petermann zur Leitung der Expedition gewonnen, die zur Aufklärung von Eduard Vogels Schicksal entsendet werden sollte, begab sich H. mit Steudner, Kinzelbach, Hansal und Schubert 25. Mai 1861 über Ägypten und Massaua, wo sich Munzinger anschloß, nach den Landschaften der Mensa, Bogos und Barea nördlich von Abessinien. Zu Mai-Schecha in der Provinz Saraë trennten sich 11. Nov. Munzinger und Kinzelbach von ihm, um westlich durch das Land Basen (Kunama) nach Chartum sowie nach Kordofan zu gehen, während ↔ H. mit Steudner und Schubert über Adua, Gondar und Gaffat (Debra Tabor) bis an die Grenze von Schoa und in die Gallaprovinz Dschimma vordrang und dort 4. April 1862 bei dem Kaiser Theodor freundliche Aufnahme fand. Nach einer an Entbehrungen und Krankheiten reichen Reise über Gondar und Doka erreichte er Anfang Juli Chartum. Hierauf schloß sich H. mit Steudner der Ende Jan. 1863 von Chartum nach dem Bahr el-Ghasal abgehenden Expedition der holländ. Dame Tinne an, gelangte westlich über den Reksee hinaus bis zum Kosanga- oder Dembofluß (17. Juli 1863) im Lande der Bongo, nachdem er seinen Gefährten Steudner 10. April durch den Tod verloren, und kehrte mit reicher Ausbeute Ende März 1864 nach Chartum und 1865 nach Europa zurück. Außer seinen Aufsätzen in Petermanns «Mitteilungen» (1861–64 und Ergänzungsband 2 u. 3) veröffentlichte er: «Die deutsche Expedition in Ostafrika» (Gotha 1864), «Reise nach Abessinien, den Gallaländern u.s.w.» (Jena 1868), «Ornithologie Nordostafrikas» (Cass. 1869–75) und «Reise in das Gebiet des Weißen Nil und seiner westl. Zuflüsse» (Lpz. 1869). Im Sommer 1870 unternahm er mit Graf Waldburg-Zeil eine Fahrt nach Spitzbergen, ergänzte die Aufnahme im südöstl. Teil der Inselgruppe und brachte von dort wie 1871 von Nowaja-Semlja reiche naturhistor. Sammlungen zurück. Als er die Resultate in «Reisen nach dem Nordpolarmeere» (3 Bde., Braunschw. 1872–74) veröffentlicht hatte, ging er nach dem Roten Meere, um das Gebiet der Beni-Amer zu erforschen, und kehrte nach längerm Aufenthalt in Kairo nach Stuttgart zurück, wo er 5. Nov. 1876 starb, nachdem er noch seine «Reise in Nordostafrika» (2 Bde., Braunschw. 1877) vollendet hatte.


Textfigur:

Heuharpune, Gerät zur Erfassung des Heues, das in Verbindung mit einer Hebevorrichtung zum Abbringen des Heues vom Wagen nach dem Heuboden Verwendung findet. (S. beistehende Abbildung.)

Heuke, Kleidungsstück des 14. Jahrh., s. Hoike.

Heulandīt, Mineral, s. Stilbit.

Heulboje, ein Seezeichen, aus einer Boje bestehend, die in ihrem Innern eine Signalpfeife enthält. Infolge Hebens und Senkens der H. durch die Wellenbewegung stößt sie heulende Töne aus, die bei Nebel zur Orientierung der Schiffe dienen sollen. Die H. werden, wie auch die Glockenbojen, als Ansegelungstonnen (s. Betonnung) verwendet.

Heulen sagt man in der Jägersprache außer von Wölfen auch von Wildtauben.

Heulwolf, s. Hunde und Prairiewolf.

Heumann, Christoph August, Polyhistor, geb. 3. Aug. 1681 zu Allstedt im Weimarischen, wurde 1709 Inspektor des theol. Seminars zu Eisenach, 1717 Professor am Gymnasium zu Göttingen. Bei Errichtung der Universität Göttingen 1734 wurde er an derselben ord. Professor der Litteraturgeschichte und außerord. Professor der Theologie, 1745 ord. Professor der Theologie und 1758 emeritiert. Er starb 1. Mai 1763. H. machte sich besonders verdient durch die Herausgabe der «Acta Philosophorum» (3 Bde., Halle 1715–27), des «Conspectus

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 143.