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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Unteroffiziervorschulen - Untersalpetrige Säure
teils freiwillige voll 18 bis 23 Jahren mit Volks'
schulblldung, nach zweijährigem Kursus zu den
Truppen übertreten mit der Verpflichtung, 4 Jahre
über die gesetzliche Dienstzeit aktiv zu dienen.
Unteroffiziervorschulen, Militärschulen (s.d.),
die juuge Leute von mindestens 15 Jahren bis zum
Eintritt in das wehrpflichtige Alter für den Unter-
offizierstand vorbereiten. Die Zöglinge sind nicht
vereidigt, erweisen aber die militär. Ehrenbezeigun-
gen; sie treten aus der Vorschule in eine Untcroffi-
zierschule (s. d.) über. U. bestehen in Annaburg
(s. d.), Weilburg, Iülich, Vartenstein, Greifenberg
i. Pommern, Neu-Breisach, Wohlau, Marienberg
lSachsen) und Fürstenfeldbrnck (Bayern). Die Mili-
lärichulc des Potsdamer Militärwaisenhauses steht
den U. gleich.
Nnteröfterreich, Österreich unter der
Enns, soviel wie Niederösterreick (s. d.).
Unteröwisheim, Stadt im Amtsbezirk Bruch-
sal des bad. Kreises Karlsruhe, bat (1895) 1878 E.,
darunter 19 Katholiken, Postagentur, Telegraph;
Wein-, Tabak-, Hopfen- und Obstbau.
Unterpariemifsion, Ausgabe von Aktien un
ter dem Pariwert (100); sie ist nach Deutschem
Aktienrecht (Art. 180 Ii und 215 a) unzulässig. Wobl
aber dürfen Aktien zu einem höhern als dem Pari-
wert (überpariemission) verausgabt werden.
In diesem Falle hat der Mehrerlös über den Nenn-
wert der Aktien dein Reservefonds (s. d." zuzufließen
(Art. 185 d und 239 d). (S.Aktie.)
Unterpfalz, s. Pfalz.
Unterpflasterbahnen, s. Bd. 17.
Unterphosphorige Säure (^cilmn i^po
1)Ii08pk0i'08uin). Beim Kochen der wässerigen Lö-
snngen starker Basen mit gewöhnlichem Phosphor
entstehen unter Entwicklung von Phosphorwasser-
stoff die Salze der U. S. Aus der Lösung des Ba-
ryumsalzes taun dann das Metall als Sulfat gefällt
und die filtrierte Flüssigkeit durch Verdunsten fo weit
konzentriert werden, das; sie bei 0" zu großen weihen
Blättern von U. S., H^O. oder UO-I'H.O, er-
starrt. Schon bei 17,5" l^. schmilzt sie und zerseht sich
dei stärkerm Erbitzen unter Auffchäumen in Phos-
phorfäure und Phosphorwasserstoffgas, ^II^O^ ^
II^?^ I- ?ll.. Die Lösung der Säure nimmt be-
gierig Sauerstoff auf, indem sie zu Phosphorfäure
wird, und wirkt deshalb stark reduzierend. Die U.
S. ist einbasisch. Ihre Salze, z. B. MO-I^lj
und La(0 - ?II.2 O).., heißen H n p o p h o s phit e.
Nnterphosphorsäure s^iämu Ii> iwpno^plw-
licum), HZlO^, nur in wässeriger Lösung bekannte
Säure, die man erhält, wenn man teilweise in
Wasser getauchte Pbosphorstangen längere Zeit der
Luft aussetzt. Ihr saures Natriumsalz <XaU?0^
ist durch seine Schwerlöslichkeit charakterisiert.
Unterpräfekt, s. Präfekturen.
Unterrahe, s. Rahe.
Nntevrichtswesen, der Inbegriff aller den
Nuterricht betreffenden Veranstaltungen. Der Un-
terricht ist der Teil der erziehenden Thätigkeit, wo-
durch dem Zöglinge Kenntnisse und Fertigkeiten an-
geeignet werden follen. Der U nterri ch tsstoff muh
verschieden sein nach der Zeit, die auf den Unterricht
verwendet werden kann, nach der geistigen Kraft der
Schüler und nach dein Zwecke, der durch den Unter-
richt erreicht werden soll. In Hinsicht auf letztern
unterscheidet man allgemeinen und Fachunter-
richt. Ersterer hat die Bildung zu vermitteln, die
in dem Gesellschaftskreise, für den der Zögling er-
zogen werden soll, vorausgesetzt wird. Sie lann
eine höhere und eine niedere sein.
Die Unterrichtsgeqenstände sind teils ideale, die
in die Welt des Geistes, des menschlichen Fühlens,
Denkens und Wollens und der sittlichen und reli-
giösen Ideen einführen (Religion, Geschichte, Sprache
und Litteratur), teils reale, die das Verständnis
der sichtbaren Welt bezwecken (Geographie, Natur-
kunde, Geometrie), teils technische, die den Schüler
befähigen sollen, sich selbst weiter zu unterrichten
und am Verkehr des.Lebens selbstthätigen Anteil zu
nehmen sLesen, Schreiben, schriftliche und mündliche
Sprachfertigkeit, Rechnen u. s. w.). Auher dem Unter-
richtsstoff kommt bei dem Unterricht das Unter-
richtsverfahren in Betracht, das einesteils dnrcb
den Gegenstand des Unterrichts, andcrnteils durch
die Befähiguug und Bildungsstufe des Zöglings,
zum Teil auch durch die Individualität des Lehrers
bestimmt wird. (S. auch Schulen.)
ttber den gegenwärtigen Stand des Unterrichts-
Wesens in den einzelnen Staaten s. die Abschnitte
"Untcrrichtswesen" oder "Geistige Kultur" in den
Einzelartikeln der Länder, über allgemeine
Schulbildung handeln die Artikel: Schulen, Uni-
versitäten, Gymnasium, Realgymnasien, Höhere
Sckulcn, ^tealschulen, Oberrealschulen, Müdchen-
grmmasien, Mittelschulen, Sonntagsschulen; auch
der Artikel Deutsche Schulen im Auslande; über
F achbild un g die Artikel: Technisches Unterrichts-
wesen, Fachschulen, Technische Hochschule, Polytech-
nische Schule (zu Paris), Gewerbeschulen, Industrie-
schillen, Staatsgewerbeschulen, Fortbildungsschulen,
Gewerbliche Fortbildungsschulen, Handarbeitsunter
richt, Handwerkerschnlen, Handelsschulen, Tier-
ärztliche Hochschulen, Bergakademie, Forstakademie,
Försterschulen,Landwirtschaftliche Hochschulen, Land-
wirtschaftsfchulen, Ackerbaufchule, Kunstakademie,
Kunstgewerbefchulen; ferner die nn Artikel "Fachschu-
len" aufgezählten Einzelartikel; über militärische
Fachbildung in den Hauptkulturstaaten die Artikel:
Militärschulen, Kadettenanstalten, Kadettenkorps,
Kriegsschulen, Militärschießschulcn, Militärreitschu-
len, Artillerieschulen, Genieschulen, Unteroffizier-
schulen; auherdem für Deutfchland: Kadcttenvor-
anstalten, Kriegsakademie, Militärtelegraphenfchule,
Artillerieschiehschulen, Untcroffiziervorscbulen; für
Österreich -Ungarn: Kadcttsnfchulen, Militärreal-
schulen; für Frankreich: Infantcriesckule zu St.
Mairent, Saumur (über die Kavallerieschule da-
selbst), Artillerie- und Genieschule zu Versailles,
über Vorbilduug und weitere Ausbilduug der Mili-
tärärzte s. Vildungsanstalten (militärärztliche) uno
Fortbildungskurse.-Vgl. Das gesamte Erziehungs-
und Unterrichtswescn in den Ländern deutscher
Zunge. Bibliogr. Verzeichnis, hg. von Kehrbach
iBerl. 1896 fg.s
Unterrostarzt, s. Roharzt. sstosfdioryd.
Nntersalpetersä'ure, Stictstofftetroryd, s. Stick-
Untersalpetrige Säure, 11^0.2, nur ^ ^
ftalt ihrer Salze und in verdünnter wässeriger Lö?
sung bekannte Säure. Die Lösungen der Salze
(Nitrosylsalze) entstehen durch Reduktion von
Alkali- oder besser Baryumnitrit vermittelst Natrium-
amalgam, dann auch durch Elektrolyse von salpetrig-
sauren Salzen und durch Umsetzung von Hydroryl-
aminsulfat mit Kaliumnitrit in Gegenwart von
Kalk bei 50-00". Aus den mit Essigsäure neutra-
lisierten Lösungen fällt Silbcrnitrat untersalpetrig-
saures Silber, .X^2^2^2 (Silberhyponitri t,